Denkmal in Gefahr
Die Fassade vom Meidlinger Schloss Altmannsdorf bröckelt
- Abblätternder Putz prägt das Erscheinungsbild der Fassade des Altmannsdorfer Schlosses.
- Foto: z. V. g.
- hochgeladen von Marlene Graupner
Abblätternder Putz und sichtbare Schäden prägen die Fassade des denkmalgeschützten Schlosses Altmannsdorf. Jedoch ist derzeit unklar, wann oder ob eine Sanierung des jahrhundertealten Gebäudes erfolgen wird.
WIEN/MEIDLING. Ein Meidlinger Anrainer schlägt Alarm: Das Schloss Altmannsdorf am Khleslplatz 12 befinde sich nach seiner Einschätzung in einem zunehmend „bedauernswerten Zustand“. Vor allem die Fassade des denkmalgeschützten Bauwerks zeige deutliche Spuren des Verfalls.
„Was ein Schmuckstück des Bezirks sein sollte, verrottet langsam aber beständig zum Schandfleck“, schreibt der Meidlinger. Aktuelle Fotos vom Schloss belegen seine Wahrnehmung: Abblätternder Putz und sichtbare Verwitterung prägen das Erscheinungsbild der Fassade.
Ein Ort mit Geschichte
Das Schloss Altmannsdorf blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1290 werden in einem Klosterneuburger Urbar eine Kapelle St. Oswald sowie ein Oswaldhof erwähnt. Im 15. Jahrhundert bildeten Kapelle, Hof und Grundherrschaft eine wirtschaftliche Einheit. Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte der Komplex 1444 an die Beschuhten Augustiner, die hier einen Verwaltungssitz errichteten.
- Das Schloss Altmannsdorf befindet sich am Khleslplatz.
- Foto: Alois Fischer
- hochgeladen von Alois Fischer
Die beiden Türkenbelagerungen Wiens hinterließen Schäden, die erst Jahrzehnte später behoben wurden. Im frühen 19. Jahrhundert erhielt der Gutshof unter Johann Baptist Hoffmann seine bis heute prägende Gestalt als biedermeierliches Landhaus – das heutige „Schloss“. Im 20. Jahrhundert wurden Teile des Schlossgartens verbaut, 1967 wurde das Schloss Altmannsdorf samt Park schließlich unter Denkmalschutz gestellt.
Nach dem Ankauf durch die Sozialistische Partei Österreichs im Jahr 1974 folgte eine umfassende Generalsanierung um 38,36 Millionen Schilling. Später entstand am Areal das "Gartenhotel Altmannsdorf", dessen Betrieb 2018 eingestellt wurde. Das Schloss wurde anschließend im selben Jahr an das Unternehmen "U.M.BAU AG" um 14 Millionen Euro verkauft.
Keine Maßnahmen bekannt
Das Bundesdenkmalamt weist darauf hin, dass sämtliche baulichen Maßnahmen an denkmalgeschützten Objekten – auch Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten – einer behördlichen Genehmigung bedürfen. Das Bundesdenkmalamt entscheide dann über den Veränderungsantrag und prüft, ob die geplanten Maßnahmen denkmalverträglich sind. "Die zuständigen Sachbearbeiter besprechen und erörtern mit den Antragstellenden Möglichkeiten und Lösungen für eine denkmalverträgliche Umsetzung des Vorhabens“, so die Behörde.
Ob und wann eine Sanierung der Fassade des Schloss Altmannsdorf geplant ist, bleibt derzeit offen. Die Eigentümerfirma "U.M.BAU AG" wollte auf Nachfrage von MeinBezirk keine Stellung dazu abgeben, ob Restaurierungsmaßnahmen vorgesehen sind. Das Bundesdenkmalamt teilt mit, dass ihm aktuell kein konkretes Vorhaben für eine Sanierung oder Restaurierung der Fassade bekannt sei.
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