Traumazentrum der AUVA
Nachtbetrieb des Schockraums in Meidling steht auf dem Prüfstand

Das Traumazentrum befindet sich in der Kundratstraße. (Archiv). | Foto: Karl Pufler
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Im Traumazentrum Wien Meidling wird geprüft, den Schockraum in der Nacht künftig nicht mehr durchgehend mit einem eigenen Team zu besetzen. Die Überlegungen stoßen auf Kritik der Grünen, die Auswirkungen auf die Notfallversorgung befürchten.

WIEN/MEIDLING. Im Traumazentrum Wien Meidling könnte der Schockraum künftig in der Nacht nicht mehr durchgehend mit einem eigenen Team besetzt sein. Das sei den Ärztinnen und Ärzten des Traumzentrums Meidling und Brigittenau bei einer internen Informationsveranstaltung mitgeteilt worden, wie der "Standard" zuerst berichtete. 

Demnach könnte ein Nachtdienstrad am Standort Meidling gestrichen werden. Dadurch wäre der Schockraum zwischen 20 und 8 Uhr nicht mehr durchgehend mit einem eigenen Team besetzt. Ein Schockraum ist eine speziell ausgestattete Notfallversorgungseinheit, in der schwer- und schwerstverletzte Patientinnen und Patienten nach Unfällen oder lebensbedrohlichen Verletzungen unmittelbar behandelt werden.

Keine konkreten Beschlüsse

Die betreibende Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) bestätigt, dass derzeit geprüft werde, „ob ein dauerhaft isoliert vorgehaltenes Schockraumteam in der Nacht erforderlich ist oder ob diese Versorgung – wie auch in anderen Krankenhäusern üblich – im Bedarfsfall durch die regulär anwesenden Dienstmannschaften sichergestellt wird“. Konkrete Umsetzungsbeschlüsse gebe es derzeit noch nicht.

Im Schockraum werden Schwerverletze und Schwerstverletze behandelt. | Foto: Pexels/Anna Shvets
  • Im Schockraum werden Schwerverletze und Schwerstverletze behandelt.
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Als Begründung verweist die AUVA auf die vergleichsweise geringe Zahl nächtlicher Schockraumversorgungen. Jährlich würden im Traumazentrum Wien Meidling rund 450 bis 500 Patienten im Schockraum behandelt, wobei lediglich ein einstelliger Prozentsatz der Fälle auf die Nachtstunden entfalle.

Kritik von Grünen Wien

Kritik kommt von den Grünen Wien. Gesundheitssprecherin Barbara Huemer warnt vor möglichen Auswirkungen auf die Notfallversorgung. Sie verweist auf die Folgen der Schließung des Standorts in der Brigittenau (vormals Lorenz-Böhler-Spital). Dadurch seien chirurgische Eingriffe in städtischen Spitälern angestiegen und Wartezeiten länger geworden. Sollte nun auch in der Akutversorgung eine Einheit wegfallen, könne sich die Situation weiter verschärfen.

Huemer fordert Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) auf, klarzustellen, wie die Versorgung künftig sichergestellt werden soll. Aus Sicht der Grünen müsse der Wiener Gesundheitsverbund (Wigev) gegebenenfalls zusätzliche Kapazitäten bereitstellen.

Vier Schockräume der Wigev

Aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) heißt es, dass der Wigev über vier Schockräume verfüge, die rund um die Uhr im Vollbetrieb seien. Die AUVA habe jedenfalls mit dem Wigev die Schließung ihres Schockraumes bis Ende Juli abgestimmt. "Ebenso mit der Berufsrettung bzw. den Rettungsorganisationen, da in dieser Zeit ja keine Rettungszufahrten vorgenommen werden können", heißt es weiter. Laut Büro des Stadtrats habe die AUVA zugesichert, dass der Schockraum nach Abschluss der Wartungsarbeiten wieder voll zur Verfügung stehen werde.

Die langfristige Organisation des Nachtbetriebs ist laut AUVA allerdings noch Gegenstand einer Prüfung. Die AUVA betont jedoch, dass der Dienstbetrieb am Standort Meidling jederzeit sichergestellt sei. Im Bedarfsfall werde die Versorgung durch die regulär anwesenden Dienstmannschaften übernommen. „Die Patientensicherheit steht bei all diesen Überlegungen uneingeschränkt im Vordergrund“, heißt es.

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Das Traumazentrum befindet sich in der Kundratstraße. (Archiv). | Foto: Karl Pufler
Im Schockraum werden Schwerverletze und Schwerstverletze behandelt. | Foto: Pexels/Anna Shvets
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