17.06.2017, 00:00 Uhr

Wien-Hetzendorf: Zwist um Ausweitung des Parkpickerls

Die Entscheidung über das Parkpickerl in Hetzendorf fällt in der Bezirksvertretungssitzung am 23. Juni. (Foto: bz-Archiv)

Der Bezirk ist gespalten wegen einer Befragung zu eine Ausweitung der Kurzparkzone. Einführung oder Bürgerbefragung heißt nun die Alternative.

MEIDLING. Die Pickerlzonen in Wien werden immer größer. So bekommt Favoriten ab 4. September die flächendeckende Kurzparkzone. Folglich hat Simmering eine Abstimmung über eine Einführung des Pickerls angekündigt.

Auch in Meidling ist die Diskussion wieder aufgeflammt. Nicht zuletzt begannen die Bewohner des Strohbergviertels mit einem Ruf nach dem kostenpflichtigen Abstellen der Autos.

Ewige Parkplatzsuche

"Das ganze Grätzel ist zugeparkt, man findet keinen Parkplatz mehr", so etwa Beatrix Riedel. Auch Claus Thienel spricht sich für die Einführung des Pickerls in Hetzendorf aus. Er beobachtet immer mehr Wochenpendler, Firmenfahrzeuge und private Autos von Menschen, die hier nur zwischenparken, um dann mit der S-Bahn weiterzufahren.

Dieser Art des kostenlosen Park-&-Ride wollen Riedel und Thienel einen Riegel vorschieben. Und das, obwohl sie noch vor drei Jahren gegen das Parkpickerl in Hetzendorf waren.

Antrag am 23. Juni 2017

"Es hat der Verdrängungseffekt voll eingesetzt", so Bezirksvorsteherin Gabriele Votava. Immer mehr Hetzendorfer kämen zu ihr – mit der Bitte nach der flächendeckenden Kurzparkzone. Die Situation werde sich noch verschlechtern.

Deshalb setzt Votava auf die Ausdehnung des Pickerls auf den ganzen Bezirk. Nur so könne eine weitere Überparkung eines Grätzels verhindert werden.

Ein Antrag auf die Einführung des Parkpickerls in Hetzendorf wird in der kommenden Bezirksvertretungssitzung am 23. Juni gestellt. Beginn ist um 15 Uhr in der Schönbrunner Straße 259.

Auch Bezirksrätin Tanja Grossauer-Ristl (Grüne) spricht sich dafür aus: "Die bisherigen Erfahrungen haben bestätigt, dass das Parkpickerl mehr Lebensqualität bringt." Unterstützung kommt auch von Pro Hetzendorf.

Befragung gefordert

Ebenfalls Zustimmung signalisiert hat Ursula Gressenbauer von den Neos: "Für uns gehört eine Gesamtlösung für Hetzendorf, entwickelt unter Einbindung der Bürger."
"In der Frage des Parkpickerls gibt es keine Einigung", so FPÖ-Bezirksvize Michael Dadak. "Wir wollen vor der Einführung eines Parkpickerls eine verbindliche Befragung der Bezirksbevölkerung." Diese werde er in der Bezirksvertretungssitzung beantragen.

Auch Ernst Zlabinger von der ÖVP versteht nicht, warum keine Befragung der Hetzendorfer durchgeführt wird.
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