Auf allerletztem Wege...

Stationsleiter Thomas mit Hospizgast Maria und mir, der etwas anderen „Praktikantin“. | Foto: Hospiz Melk
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  • Stationsleiter Thomas mit Hospizgast Maria und mir, der etwas anderen „Praktikantin“.
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Im Hospiz Melk werden die Gäste auf ihrer letzten Reise in Würde begleitet und unterstützt.

Als ich die Hospizstation im Melker Landespflegeheim betrat, hatte ich gemischte Gefühle. Wie sieht der heutige Tag aus? Wie intensiv muss ich mich mit dem Thema Sterben auseinandersetzen? Ich vernahm anfangs nur Stille, aber keine unangenehme, sondern eher beruhigende. Kurz darauf begrüßten mich zwei fröhlich zwitschernde Wellensittiche. Von Trauer oder Angst keine Spur.

Aus einer anderen Sicht

Wenige Minuten später traf ich auf Karin Honl, die Koordinatorin des Hospiz. Bei einem Kaffee erzählte sie mir alles was ich wissen wollte. Kaffee braucht man bei so einem Job eine Menge, das wurde mir bald bewusst.
Eine Frage beschäftigte mich den ganzen Tag aber besonders: Wie kommt man als Mitarbeiter damit klar, täglich mit dem Tod konfrontiert zu sein?

Unterstützung bis zum Ende

„Man hat ein gutes Gefühl, wenn man nach dem Dienst nach Hause kommt. Man weiß, dass man sich auf sein Team verlassen kann und die Hospizgäste in guten Händen sind,“ versicherte mir Stationsleiter Thomas Mößner-Schuster. Helga Leichtfried, Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin für Palliative Care, sprach ganz offen: „Man bereitet sich nicht auf Heilung vor. Aber man weiß, dass man mit Schmerztherapie viel tun kann, damit es den Gästen so gut wie möglich geht“. Nachdem mich Pflegedienstleiterin Klaudia Atzmüller durch das Gebäude geführt hat, war ich bereit mit anzupacken. Ich schlüpfte in meine Arbeitskleidung, den Kasack, wie für Pflegepersonal üblich.
Ich machte mich mit Helga auf den Weg und schaute mir den Tagesablauf im Hospiz näher an. Gleich zu Beginn fragte sie mich, ob ich mit so einer Situation umgehen könne. Sie betonte auch, dass ich ruhig jederzeit eine Pause machen könne.
Erlebt habe ich in meinem Leben solche Situationen zu Genüge. Nachdem ich mit einer bettlägrigen Großtante aufwuchs, war mir die Pflege nichts Neues.

Schneller, als man glaubt

Den Vormittag verbrachten wir gänzlich mit der Pflege der Gäste. Bei einer Dame durfte ich beim Baden mithelfen, für mich ein einschneidendes Erlebnis. Denn anhand der im Zimmer hängenden Fotos sah ich, welch lebensfrohe Person die Dame war und durch einen Schicksalsschlag zu jung aus dem normalen Leben gerissen wurde.
Nach der anschließenden Essensausgabe war es für mich selbst an der Zeit in der Kantine Mittag zu essen. Doch zu Essen war mir nicht zumute. Schnell war ich wieder auf der Station zurück und setzte mich zu einer Dame Kaffeetrinken.
Ich fragte sie ganz offen, wie sie mit der Situation hier klarkommt. Sie erzählte mir von Schicksalsschlägen in der Familie, doch über sich selbst verlor sie kaum ein Wort.
Ich merkte, dass das Thema Tod sehr präsent ist, aber wirklich wahrhaben wollte sie es, glaube ich, nicht. Besonders schwer fiel mir der Abschied, als eine andere Dame mit wässrigen Augen „Danke“ sagte. Auf die Frage Wofür antwortete sie: „Einfach, weil sie bei mir waren.“
Dass keine Rücksicht darauf genommen wird, wie jung oder alt man ist, ließ mich intensiv nachdenken. Und wenn ich einen Gedanken mit nach Hause genommen habe, dann jenen: Lebe jeden Tag, als ob es dein letzter wäre.

Stationsleiter Thomas mit Hospizgast Maria und mir, der etwas anderen „Praktikantin“. | Foto: Hospiz Melk
Karin Honl und Helga Leichtfried standen mir den ganzen Tag über beiseite.
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