12.06.2017, 16:34 Uhr

Unsere Senioren am Steuer

Der Rabensburger Heinfried Gessinger fährt seit 61 Jahren unfallfrei.

Wie sicher fahren Senioren? Wann ist es Zeit, den rosa Schein zurückzulegen? Die Bezirksblätter fragten nach.

BEZIRK (ks). In Österreich weist die Gruppe der über 85-Jährigen gemessen an der Bevölkerungszahl die höchste Anzahl von tödlich Verunglückten im Straßenverkehr auf. Sie ist fast doppelt so hoch wie in der Risikogruppe der 15-24-Jährigen, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Auch die 75- bis 84-Jährigen weisen pro 10.000 Personen mehr Verkehrstote auf als die 15- bis 24-Jährigen.
Bei den über 85-Jährigen ist etwa jeder dritte tödlich Verunglückte dieser Altersgruppe ein Pkw-Lenker.

Blick ins Ausland

In etwa 20 Jahren wird jeder vierte Verkehrsteilnehmer über 65 Jahre alt sein. Schon heute ist diese Altersgruppe besonders unfallgefährdet. In Griechenland ist der Führerschein bis zum 65. Lebensjahr befristet und wird nach ärztlicher Untersuchung verlängert. In Norwegen ist ab dem 70. Lebensjahr eine jährliche Fahreignungsbestätigung notwendig. Auch die Niederlande und die Schweiz haben ähnliche Regelungen.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit KFV bietet eigene Mobilitäts-Workshops für die "Generation Lebenserfahrung“ an. So ist zu beachten, dass viele Medikamente negativen Einfluss auf die Reaktionsfähigkeit haben. Zudem nehmen mit dem Alter in der Regel Sehstärke und Reaktionsfähigkeit ab.


Unfallfrei über 6 Jahrzehnte

Der 79-jährige Pensionist und Buchautor Heinfried Gessinger aus Rabensburg ist seit 1956 Führerscheinbesitzer und hat im Laufe seines Lebens über 1,5 Millionen Straßenkilometer abgespult. "Ich war beruflich viel unterwegs - auch in Deutschland - da kommt einiges zusammen", schmunzelt er. Ob er daran gedacht hat, seinen Führerschein irgendwann einmal abzugeben? Im Laufe der Jahre entwickle man beim Autofahren einen sechsten Sinn meint er: "Nachdem ich in den 1990er-Jahren fünf Jahre lang im südamerikanischen Großstadtdschungel gefahren bin, kann mich nichts mehr erschüttern." Die Enkelsöhne sehen's auch gelassen. "Opa ist ein routinierter, umsichtiger Autofahrer", sind sie überzeugt.
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