Gols
Villa Mia ist insolvent

In der Villa Mia in Gols werden derzeit drei Kinder von fünf Mitarbeitern betreut. Nun musste die Betreuungseinrichtung Insolvenz anmelden,
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GOLS (ft). Die sozialpädagogische Wohngemeinschaft Villa Mia in Gols ist zahlungsunfähig. Dies bestätigte Michaela Moser, Obfrau des Vereins "Natürliche Lebensweise", von dem die Villa Mia betrieben wird, den Bezirksblättern: "Ja es ist richtig, unser Verein musste Insolvenz anmelden, ein Sanierungsverfahren wurde eingeleitet."

Fünf Zimmer stehen leer

Die 2010 gegründete Betreuungseinrichtung ist aufgrund leer stehender Zimmer in finanzielle Not geraten: "Derzeit werden in der Wohngemeinschaft drei Kinder betreut. Da es in unserer Einrichtung acht Einzelzimmer gibt, stehen derzeit fünf Zimmer leer", schildert Moser. 

160 Euro pro Kind

Pro Kind bekommt der Verein einen Tagessatz von 160 Euro ausbezahlt. Und obwohl nur drei Kinder betreut werden, muss der Verein fünf Mitarbeiter beschäftigen – "so schreibt es das Land Burgenland vor", verweist Moser auf den vom Land vorgegebenen Betreuungsschlüssel.

Zehn Mitarbeiter gekündigt

Dabei waren in der Villa Mia einst dreimal so viele Mitarbeiter tätig: "Im letzten Jahr mussten wir zehn MitarbeiterInnen kündigen. In den Jahren 2010 bis 2017 war unsere Einrichtung mit 12 bis 14 Kindern und Jugendlichen voll ausgelastet." 

Missbrauchsvorwürfe 2017

Doch dann kam der 30. November 2017: An jenem Tag wurde bekannt, dass es in der Wohngemeinschaft zu sexuellen Übergriffen gekommen sein soll (die Bezirksblätter berichteten). So sollen kleinere Kinder von Jugendlichen missbraucht worden sein. Laut dem Volksanwalt Günther Kräuter hätten die betroffenen Kinder damals unter Tränen darum gebeten, die Betreuungseinrichtung verlassen zu dürfen. Die Ermittlungen gegen zwei verdächtigte Jugendliche wurden aber eingestellt, da diese zum damaligen Zeitpunkt unter 16 Jahre alt gewesen waren. Man hatte bei den Verdächtigen außerdem "eine verzögerte Reife" festgestellt. 
Michaela Moser war bis zu jenem 30. November 2017 Heimleiterin der Villa Mia gewesen. Noch am selben Tag hatte sie ihren Posten als Leiterin der Wohngemeinschaft geräumt. Die Frage der Bezirksblätter, inwiefern die Missbrauchsvorwürfe ihren Teil zur jetzigen Insolvenz beigetragen haben, ließ Moser unbeantwortet. Fest steht jedenfalls, dass viele der damals betreuten Kinder nach den schweren Vorwürfen anderswo untergebracht wurden. 

Wie geht es jetzt weiter?

Wie die Villa Mia in Gols künftig weiterhin bestehen soll, scheint derzeit noch ungewiss. Michaela Moser: "Derzeit suchen wir eine Kooperation mit größeren Organisationen. Mehr Informationen kann ich noch nicht geben."

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