Unterpullendorf
Paketbote brachte Rehkitz, Familie zieht es nun groß

Das Rehkitz "Mala" fühlt sich in der Obhut der Familie Fellinger pudelwohl und soll bis Ende des Sommers in ein passendes Gehege übergeben werden
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  • Das Rehkitz "Mala" fühlt sich in der Obhut der Familie Fellinger pudelwohl und soll bis Ende des Sommers in ein passendes Gehege übergeben werden
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Ein Paketdienstbote gab Familie Fellinger aus Unterpullendorf ein im Straßengraben gefundenes Rehkitz in die Hand. Die Familie kümmert sich nun um das Jungtier. Bis Ende des Sommers soll ein passendes Gehege gefunden werden

UNTERPULLENDORF. Unverhofft kommt oft, musste sich Frau Fellinger aus Unterpullendorf gedacht haben, als ihr im Juni ein Paketdienstbote ein wenige Wochen altes Rehkitz in die Hände drückte. "Der Bote meinte, er habe das Tier auf dem Weg nach Unterpullendorf im Straßengraben liegen gesehen und mitgenommen, da er dachte, es wurde von der Mutter für immer zurück gelassen. Als erste Person im Ort hat der Bote dann meine Frau gesehen und ihr das Tier übergeben", berichtet Gatte Freddy Fellinger, wie es zu dem ungewöhnlichen "Paket" kam.

"Das falscheste, was man tun kann"

Doch: "Das war das falscheste, was man mit dem jungen Tier machen konnte." Denn Rehkitze werden zu ihrer eigenen Sicherheit – da sie noch keinen Geruch haben und so von Füchsen nur sehr schwer auffindbar sind – oft stundenlang im hohen Gras von der Mutter versteckt liegen gelassen. Die Berührung durch einen Menschen kann im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass das Kitz von der Mutter verstoßen wird. Weil das Jungtier nun aber bereits vom besagten Boten berührt wurde, versucht die Familie Fellinger "das beste daraus zu machen" und das Tier – das sie "Mala" genannt haben – so gut es geht aufzuziehen. Und das ist alles andere als einfach.

"Mala" wurde von einem Paketdienstboten im Straßengraben gesehen und aus Zufall der Familie Fellinger übergeben
  • "Mala" wurde von einem Paketdienstboten im Straßengraben gesehen und aus Zufall der Familie Fellinger übergeben
  • Foto: Fellinger
  • hochgeladen von Franz Tscheinig

"Ersten zwei Wochen waren dramatisch"

Alle drei Stunden musste das neue "Familienmitglied" anfangs gefüttert werden. "Die ersten zwei Wochen waren dramatisch, weil das Rehkitz dich akzeptieren muss und sich an die neue Umgebung gewöhnen muss", erklärt Fellinger. Darüber hinaus braucht Mala das richtige Futter, nämlich exakt 39,3 Grad warme Ziegenmilch und frische Maulwurfserde. Tipps für die richtige Erziehung holte sich Freddy Fellinger von einer Rehaufzuchtstation in Deutschland, "weil es sonst nirgends richtige Erfahrungswerte in der Umgebung gibt". Mittlerweile ist Mala von 2,40 auf 8 kg sowie auf das dreifache seiner anfänglichen Größe herangewachsen. "Das Tier fühlt sich hervorragend wohl und läuft täglich seine Runden in unserem Garten", freut sich Fellinger.

Abschied wohl Ende des Sommers

Doch auch wenn Mala im Garten der Familie Fellinger "glücklich" ist, braucht es bald eine dauerhafte Lösung für den heranwachsenden Rehbock: "Auswildern ist jetzt nicht mehr möglich und davon haben mir auch mehrere Fachleute abgeraten, da das Tier nicht mehr menschenscheu ist." Deshalb ist Fellinger bereits in Gesprächen, um ein angemessenes Gehege zu finden. "Bis zu sechs Monate wird ein Rehkitz normalerweise von der Mutter versorgt. Da es aber spätestens im Herbst auch für uns zeitlich stressiger wird, wollen wir für Mala bis Ende des Sommers ein Gehege finden", erklärt die Ersatzfamilie. Auch wenn ihr der Abschied dann sicherlich nicht leicht fallen wird.

Info: Jungtiere bitte nicht anfassen
Rehkitze sollten grundsätzlich auf keinen Fall angefasst werden, wenn sie in der freien Natur gefunden werden. Andernfalls könnte das Jungtier von der Mutter verstoßen werden. Es ist darüber hinaus üblich, dass ein Rehkitz zum eigenen Schutz den Großteil des Tages von der Mutter alleine gelassen wird, um es vor Fressfeinden zu schützen.

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