17.11.2017, 13:36 Uhr

„War doch nur Spaß“ und andere Ausreden

Der Vortragende Alexander Bundschuh (Foto: Foto: privat)

Pädagogischer Tag am Franz Liszt-Gymnasium

OBERPULLENDORF. „Wer mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, sei es als Elternteil oder als LehrerIn, kann nicht nicht erziehen“, führt Alexander Bundschuh aus. Der Erziehungsexperte, der am vor kurzem am Gymnasium Oberpullendorf einen spannenden Fortbildungsnachmittag für LehrerInnen und Elternvertreterinnen durchgeführt hat, erklärt weiter: „Alles, was wir tun, hat Einfluss auf die Jugendlichen und ist darum Erziehung.“

Soziale Kompetenzen
Alexander Bundschuh, Erziehungswissenschafter, Schul-Sozialarbeiter und Trainer für Konflikt-Kultur und Mobbingprävention, selbst Vater, propagiert einen Erziehungsstil, bei dem einerseits die Rechte und Bedürfnisse der Jugendlichen berücksichtigt werden, andererseits auch klar ist, dass die Erwachsenen die Führungsrolle innehaben - den autoritativen Stil. „Das ist nicht zu verwechseln mit dem autoritären Stil. Autoritäres Erziehungsverhalten tut Jugendlichen gar nicht gut“, so der Experte. Ausreden nach Fehlverhalten („War doch nur Spaß“ und Ähnliches) werden als solche entlarvt und die Jugendlichen werden mit den Folgen ihres Tuns konfrontiert. Wissenschaftlichen Studien zufolge verhilft eine solche Erziehung, die Selbstverantwortung und Empathie fördert, Kindern und Jugendlichen zum höchsten Maß an geistigen und sozialen Kompetenzen.
Mit Theorie und Praxis des erstrebenswerten Erziehungsstils, der Erkennung von Erziehungsfallen und den ethischen Leitlinien, die dahinterstehen, setzte sich das Kollegium des Gymnasiums einen ganzen Tag lang auseinander. „Das war die beste Fortbildung, die wir seit langem hatten. Sie hilft sowohl SchülerInnen als auch LehrerInnen“, war der einhellige Tenor aus dem Lehrerzimmer. Direktorin Helga Fabsits ergänzt: „Ich bemühe mich, in die Schulentwicklung dieses Gymnasiums die neuesten Erkenntnisse einfließen zu lassen. Darum lade ich Experten zu aktuellen Themen ein, mit denen sich die Schulgemeinschaft intensiv beschäftigt.“  Die rund 700 SchülerInnen des Gymnasiums haben sich auch gefreut. Sie hatten am Lehrer-Fortbildungstag frei.
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