09.11.2017, 15:04 Uhr

Bezirk Oberwart: Boy's Day bietet neue Berufsperspektiven

Alexander Kollar und Tristan Bachschwöller schnuppern im Kinderhaus Tausz in den Beruf des Pädagogen.

Ziel des Projektes ist es, Burschen für pflegerische und pädagogische Beruf zu begeistern

OBERWART. Das Sozialministerium ruft am 9. November zum mittlerweile 10. Mal zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Denn Männer als Kindergärtner oder Altenpfleger sind noch immer sehr selten.
Im Rahmen des Boys‘ Days öffnen über 400 Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Pflege- und Altenheime in ganz Österreich ihre Türen und heißen über 3000 junge Männer willkommen. Im Burgenland sind bislang rund 30 Einrichtungen mit dabei.
"Ich glaube schon, dass dieser Schnuppertag eine Entscheidungshilfe geben kann. Zumindest haben die Teilnehmer die Chance, einen positiven Eindruck mitzunehmen", sagt Maria Mühlbauer, Leiterin des Städischen Kindergartens Oberwart.
"Ich kann mir schon vorstellen, im Kindergarten zu arbeiten. Den Montesori-Kindergarten habe ich mir ausgesucht, weil ich als Kind immer hierher wollte", sagt Alexander Kollar von der EMS Oberwart. Der 12-Jährige und sein 13-jähriger Schulkamerad Tristan Bachschwöller dürfen einen Tag mit den Kids des Kinderhauses Tausz verbringen.

Jobstatistik: Männer mauern, Frauen frisieren

Ein Problem der Lehrausbildung ist oftmals die Konzentration auf einige wenige Lehrberufe und eine stereotype Trennung in traditionelle „Männer- und Frauenberufe“. Die drei häufigsten Lehrberufe der Burschen, nämlich Metalltechniker, Elektrotechniker und Kraftfahrzeugtechniker, machen rund 35% der Gesamtlehren aus. Bei den Mädchen ist es ähnlich, rund 30% wählen die Lehre zur Bürokauffrau, zur Friseurin und Einzelhandelskauffrau (Quelle: WKO, Lehrlingsstatistik 2016). Auch die Berufsgruppe „Soziales und Erziehung“ ist klar in Frauenhand. Vor allem im Kinderbetreuungsbereich arbeiten nach wie vor fast ausschließlich Frauen. Das bestätigt auch Maria Mühlbauer, die ausschließlich Kolleginnen hat.
Auch im Sozial- und Gesundheitswesen wie Pflege, Altenbetreuung, Betreuung von Menschen mit Behinderungen, arbeiten hauptsächlich Frauen. Doch auch Burschen sind gefragt: Am meisten gesucht werden momentan Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegehelfer und Kinderbetreuer bzw. Heimhelfer.

Teilnehmerrekord im Vorjahr

2016 war das Interesse so groß wie nie: Insgesamt 4.725 junge Teilnehmer besuchten zumindest eine der 363 teilnehmenden Einrichtungen oder nahmen an einem der 136 Workshops rund um den Aktionstag teil. 95% der Burschen hat der Schnuppertag sehr gut bis gut gefallen. Rund 60% der Burschen meinen, dass sich ihr Bild von typischen Frauenberufen und typischen Männerberufen verändert hat. 57% der Burschen gaben an, viele Tipps und Ideen für ihre Berufswahl erhalten zu haben. Positiv hervorzuheben ist auch, dass die überwiegende Mehrheit der Burschen es nach Einrichtungsbesuchen als normal betrachtet, wenn Männer in Pflege-, Sozial- und erzieherischen Berufen arbeiten (82%).
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