Sperrstunde um 22 Uhr
Ärger über die Sperrstundenverordnung in Osttirol

"Keiner versteht, warum Osttirol die Maßnahmen mittragen muss", erklärt Michaela Hysek-Unterweger.
  • "Keiner versteht, warum Osttirol die Maßnahmen mittragen muss", erklärt Michaela Hysek-Unterweger.
  • Foto: Brunner Images
  • hochgeladen von Hans Ebner

Die Vorverlegung der Sperrstunde auf 22 Uhr (ab Freitag 25. 09) sorgt in Osttirol für Unverständnis. Wirtschaftskammer, FPÖ und auch die SPÖ fordern eine differenziertere Vorgehensweise.

OSTTIROL. „Unsere Unternehmer brauchen Spieregeln, auf die sie sich verlassen können“, betont Wirtschaftskammer-Obfrau Michaela Hysek-Unterweger. Wegen gestiegener Infektionszahlen wurden die Maßnahmen in den letzten Tagen mehrmals verschärft, etwa die Maskenpflicht. Zuletzt hat der Bund die Personenzahl bei Feiern drastisch beschränkt und das Land Tirol verlegt gemeinsam mit Vorarlberg und Salzburg die Sperrstunde der Gastronomie auf 22:00 Uhr.

"Das ist schlichtweg falsch"

"Jeder versteht, dass wir alles tun müssen, um die Infektionszahlen nieder zu halten und so die Wintersaison zu retten – aber keiner versteht, warum Osttirol die Maßnahmen mittragen muss, obwohl die Zahlen viel besser sind. Wir sind zweieinhalb Autostunden von Innsbruck entfernt und waren über Wochen fast coronafrei, aktuell haben wir 14 Infizierten (Stand Mittwoch 23.09.). “ Selbstverständlich halten sich unsere Betriebe an Sicherheitsvorschriften, aber wo es wenige Corona-Fälle gibt, brauchen wir auch keine verschärften Maßnahmen! Das ist schlichtweg falsch“, Hysek-Unterweger.

Die Corona-Ampel hält Hysek-Unterweger für einen richtigen Ansatz, diese regional dosierten Regelungen voran zu treiben anstatt ganze Bundesländer über einen Kamm zu scheren und ganze Wirtschaftsbranchen in Bausch und Bogen ihre wirtschaftliche Grundlage zu entziehen. „Freilich muss zuerst eine solide rechtliche Basis gefunden werden, aber es versteht kein Unternehmer, wieso Osttirol „zugesperrt“ werden sollte, falls in Innsbruck die Ampel auf Rot schaltet", erklärt die Obfrau der WK-Osttirol.
Rückendeckung erhält sie von Spartensprecherin Katharina Hradecky: „Wir wünschen uns eine regionale Differenzierung. Es ist an der Zeit, die Situation vor Ort mit Augenmaß zu bewerten und die Maßnahmen auf die Bezirke herunter zu brechen.“

Undifferenziert und ohne Verhältnismäßigkeit

"Diese Verordnung ist undifferentziert und betrifft alle Landesteile. In Osttirol gibt es nahezu keine Coronafälle und dennoch betrifft die Maßnahme den Bezirk. Das ist absolut unverständlich. Diese Aktion der ÖVP-Landeshauptleute verschärft die onehin angespannte Situation in der Gastronomie noch weiter", kritisiert FPÖ-Nationalrat Gerald Hauser.

„Der Schock des Lockdown sitzt noch tief - bei den Gastronominnen und Gastronomen genauso wie bei den Kundinnen und Kunden. Entsprechend führen derartigen Ankündigung nicht nur wieder zu großen Sorgen in der Branche, sondern einmal mehr zu einer generellen Verunsicherung darüber, was man überhaupt noch darf, wann man was darf und in welcher Form“, erklärt die SPÖ Landtagsabgeordnete Elisabeth Blanik. Verschärft werde diese Unsicherheit auch durch die Kurzfristigkeit, mit der solche einschneidenden Einschränkungen verkündet werden.
„Unsere heimischen Betriebe werden kurzerhand vor vollendete Tatsachen gestellt - mitsamt den entsprechenden unternehmerischen und finanziellen Konsequenzen“, kritisiert Blanik. Der Maßnahme, die in einzelnen Bezirken durch den Anstieg der Zahlen womöglich gerechtfertigt ist, fehle bei den Osttiroler Fallzahlen jede Verhältnismäßigkeit.

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