12.10.2016, 00:00 Uhr

Schreckgespenst Alemagna geistert wieder

Georg Willi sieht das Gespenst der Alemagna-Autobahn wieder herumgeistern. (Foto: Müller)
OSTTIROL (red). Österreich übernimmt nächste Woche die Vorsitzführung bei der Alpenkonvention. Geht es nach den Grünen, muss er dort gleich einen Angriff abwehren. "Eine Betoniererfraktion aus Italien, Oberkärnten und Osttirol will mit Zustimmung der Konservativen und Rechten im Europaparlament die Weichen für neue Transitrouten stellen", erklärt der Grüner Verkehrssprecher Georg Willi.

Im zuständigen Ausschuss des Europäischen Parlaments habe sich bei der Abstimmung letzte Woche für die Fertigstellung der italienischen Autobahn A27 mit Anbindung an Österreich und die Verbesserung des italienischen und österreichischen Straßennetzes bereits eine Mehrheit gefunden. Auch von der Schaffung eines neuen europäischen Korridors, der Venedig direkt an Nordosteuropa anbindet, werde gesprochen.

„Beide Formulierungen umschreiben die Fortführung der Alemagna-Autobahn bis in Grenznähe oder gleich nach Österreich - die Promotoren sprechen offen von einer Autobahn bis nach Lienz - sowie eine Schnellstraße mit einem Plöcken-Basistunnel östlich davon. Beides im krassen Widerspruch zum Verbot neuer hochrangiger oder in der Verkehrswirkung ähnlicher Straßen, wie es rechtsverbindlich im Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention beschlossen ist, das für Österreich wie für die EU geltendes Recht darstellt“, so Willi.

„Wir Grüne erwarten uns ein Machtwort von Umweltminister Rupprechter, der nächste Woche für Österreich die Vorsitzführung bei der Alpenkonvention übernimmt und spätestens dann der erste und oberste Verteidiger des Alpenraums gegen solche Vorstöße sein muss“, erwartet Georg Willi eine klare Linie von Minister Rupprechter

Der Bund müsse sich gegen diesen geplanten Übergriff wehren und den Straßenbaufanatikern - auch denen aus Oberkärnten und Osttirol, auch in der eigenen Partei - die Stopptafel zeigen, befinden die Grünen. „Wer wenn nicht der Tiroler Umweltminister und künftige Alpenkonventions-Präsident Rupprechter ist hier zum raschen, entschlossenen Handeln aufgerufen“, fragt sich Willi.
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