Ottakringer Bad: Absage für den Mega-Bau

Ameisbachzeile: So hätte der Supermarkt dort aussehen sollen. Gebaut wird er nach der Befragung aber nicht.
  • Ameisbachzeile: So hätte der Supermarkt dort aussehen sollen. Gebaut wird er nach der Befragung aber nicht.
  • Foto: Ablinger, Vedral & Partner ZTGmbh
  • hochgeladen von Andrea Hörtenhuber

OTTAKRING. Lange wurde im Vorfeld darüber diskutiert, was neben dem Ottakringer Bad gebaut werden soll – die endgültige Entscheidung kam dann schlussendlich aber doch recht rasch. In zwei Stunden wurden die 2.532 Stimmzettel der Befragung ausgezählt, und das mit eindeutigem Ergebnis.

1.467 Anrainer – das sind rund 57,94 Prozent der Befragten – haben sich gegen das vom Bezirk geplante Projekt mit Supermarkt, einer Garage mit 150 Stellplätzen sowie 45 neuen geförderten Wohnungen ausgesprochen. Ausgeschickt wurden ursprünglich 4.941 Stimmzettel, 2.532 davon wieder ausgefüllt retourniert.

Schlappe für Wahlzuckerl

Für den Bezirk ist das Ergebnis – wie bereits im Vorfeld angekündigt – bindend.
"Wir haben damit Klarheit geschaffen, die Mehrheit hat entschieden", so SPÖ-Bezirksvorsteher Franz Prokop, der den Anrainern bereits im vergangenen Wahlkampf den Nahversorger quasi als Zuckerl versprochen hatte. Dass das Projekt im Laufe der Zeit auf einen immerhin 600 Quadratmeter großen Supermarkt samt Garage und neuen Wohnungen angewachsen war, schmeckte den Anrainern aber dann offensichtlich weniger.

"Die Entscheidung ist zu akzeptieren", so Daniela Simon, Klubobfrau der Grünen, die gemeinsam mit der SPÖ im Bezirk regieren. Fehlende Transparenz hingegen werfen die Oppositionsparteien dem Bezirkschef vor. "Wir waren immer kritisch, was das Projekt anbelangt", heißt es etwa von FPÖ-Obfrau Dagmar Belakowitsch-Jenewein. Und: "Die Ottakringer haben den Bezirkschef hart abgestraft", sagt ÖVP-Chef Stefan Trittner. Schade sei es jedoch um den geplanten Supermarkt.

In die selbe Kerbe schlagen auch die Neos: Man hätte "anders auf das Thema zugehen sollen und offener mit den Bürgern kommunizieren müssen", so Klubchef Jörg Konrad. "Wir haben eine Anfrage eingebracht, die auch beinhaltet hat, ob es eine Alternative zu diesem Großprojekt gibt, falls die Entscheidung mit Nein ausgeht."

Dem erteilt der Bezirkschef jedoch eine Absage: "Es gibt keine Alternativen, das war die einzige wirtschaftlich umsetzbare Variante", so Prokop.

Hintergrund:

Bericht: Megabau beim Ottakringer Bad - Was ist dran an den Gerüchten?
Bericht:Ottakringer entscheiden über Bau neben Ottakringer Bad
Bericht: Rund um das Ottakringer Bad wird es ernst

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