Gallitzinstraße: Umwidmung sorgt für Zwist

Die umstrittene Fläche: Das Grundstück in der Gallitzinstraße liegt brach. Nur ein paar Hütterl stehen darauf.
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  • Foto: Kautzky
  • hochgeladen von Anja Gaugl

Gallitzinstraße 8–16: SPÖ und Grüne sprechen sich – mit Vorgaben – für die Flächenumwidmung aus.

OTTAKRING. Wenn Ordner den Zugang zur Bezirksvertretungssitzung überprüfen, dann muss es um ein bei den Bürgern viel diskutiertes Thema wie die neue Flächenwidmung in der Gallitzinstraße 8–16 gehen. Die Publikumsplätze wurden dafür extra verdoppelt, damit mehr Besucher zuhören konnten. Nach anfänglichem Hin und Her durfte auch das Plakat der Bürgerinitiative "Pro Wilhelminenberg 2030" mit in den Raum.

Der Grund für den starken Andrang: Die Bezirkspolitiker haben eine Stellungnahme zu der neuen Flächenwidmung beschlossen. Genauer gesagt: SPÖ und Grüne haben dafür gestimmt, FPÖ, ÖVP und Neos sprechen sich vehement dagegen aus. Die endgültige Entscheidung wird im Gemeinderat fallen.

Punkte der Stellungnahme

Einige darin enthaltene Punkte: Bäume sollen erhalten bleiben, außerdem ist eine 1.000 Quadratmeter große Blumenwiese geplant. 50 Prozent der rund 200 vorgesehenen Wohnungen sollen sozialer Wohnbau sein und ein Kindergarten soll entstehen. Alle Gebäude sollen begrünte Flachdächer erhalten. Auch eine ökologische Bauleitung ist vorgesehen, die die Arbeiten im Auge behalten soll. Susanne Haase, Klubvorsitzende der SPÖ Otta-kring: "Es freut mich, dass bereits bei der Flächenwidmung vor allem der soziale Wohnbau das wichtigste Anliegen ist."

Die neue Klubobfrau der Grünen Ottakring, Barbara Obermaier, betont: "Wir wollen hier Lebensraum für Menschen schaffen, in dem auch Tiere und Pflanzen Platz haben." Seit rund zwei Jahren wird in Ottakring über die Umwidmung der Fläche einer ehemaligen Gärtnerei hitzig diskutiert.

Umstrittener Umweltschutz

Zu hoch, zu viele Wohnungen und einfach nicht passend für das Grätzel am Fuße des Wilhelminenberges: So lauten nur einige der Kritikpunkte. Die Bürgerinitiative hat ein rechtliches Gutachten erstellen lassen, in dem Rechtsanwälte davor warnen, dass die Widmung vor Gericht nicht halten werde.

"Wir werden uns weiterhin für eine standortadäquate Bebauung einsetzen", so Neos-Klubobmann Jörg Konrad, der wie seine Kollegen von der Opposition nicht mit Kritik an SPÖ und Grünen gespart und dafür Applaus von den Zuhörern geerntet hat. "Eine Ablehnung wäre ökologisch am sinnvollsten", so FP-Bezirksvize Michael Oberlechner.

"Machen wir einen Neustart weg von der Überdimensionierung", argumentierte ÖVP-Obmann Stefan Trittner. Ein ÖVP-Antrag auf Verschiebung des Beschlusses wurde abgewiesen.

Übrigens: Die rund zwei Stunden lange Sitzung wurde sogar einmal unterbrochen. So konnte Christian-André Weinberger, Sprecher der Bürgerinitiative, zwischendurch die anwesenden Politiker erneut zu einer Ablehnung auffordern.

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