Der Sprayer von Steinhof: Das Graffiti Museum dokumentiert die Kunst der Straße

Der "Kyselak von Steinhof" hinterlässt seine "Tags" im gesamten Gebiet um die Steinhof-Gründe.
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  • Der "Kyselak von Steinhof" hinterlässt seine "Tags" im gesamten Gebiet um die Steinhof-Gründe.
  • Foto: www.graffitimuseum.at
  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

PENZING. Rund 30 besondere Routen führen durch die Stadt. Es sind die Routen des Graffiti-Museums. Rot, Blau, Silber, Schwarz: Die verschiedensten Farben leuchten von Mauern an öffentlichen Plätzen in ganz Wien. So auch in Penzing.
Aktuell ist in Steinhof ein Sprayer unterwegs, der mit seinen "Tags" die Politik ansprechen möchte. Da das ehemalige Otto-Wagner-Spital umgebaut werden soll, richten sich seine Botschaften gegen diese Veränderung und die dafür Verantwortlichen: die SPÖ und die Grünen. Intern wird er "Kyselak von Steinhof" genannt. Sein echter Name ist nicht bekannt. Sein Spitzname erinnert an Joseph Kyselak, den ersten berühmten Graffiti-Aktivisten Österreichs. "Der Kyselak von Steinhof ist unermüdlich. Immer wieder findet man neue Tags von ihm", so Norbert Siegl über diese Form der Kunst. Er hat Psychologie studiert und arbeitet im Institut für Graffiti-Forschung. Seit vielen Jahren dokumentiert er bereits die Graffiti-Malereien in Wien. Ob die Botschaften in Steinhof bei den für den Umbau Verantwortlichen ankommen, bleibt offen.

Die Sprayer-Szene

Heiligenstadt ist ein bemerkenswerter Punkt, schließlich war hier einmal das Zentrum der europäischen Sprayer-Szene. Bevor die große Remise der ÖBB gebaut wurde, dienten hier die Züge als beliebte Leinwände. Mindestens 100 Züge wurden von den Sprayern mit Farbe verziert. "Graffiti sind eigentlich eine große Spielerei mit Buchstaben", so Siegl. Die meisten Graffiti sind Namensgraffiti. Die einfachste Form davon sind "Tags". Diese ähneln der Handschrift, nur eben mit der Spraydose gesprüht. Die "Tags" können auch weiterentwickelt und zu höheren Formen werden. So entstehen "Pieces", "Masterpieces" und auch "3D Pieces". Nicht überall ist die Graffiti-Malerei erlaubt, doch manche Künstler sind berühmt und bekommen sogar Auftragsarbeiten. In Wien oft zu sehen sind die Künstler "NYCH", "Habor", "Skil" und "Mrok". Auch den "Speaker" mit seinen Sprechblasen und dem Schriftzug "Out of Order" gibt es in Wien immer wieder zu sehen. Noch in den frühen 2000er-Jahren war die Palme eines der häufigsten Motive in der Stadt. Die wichtigste Botschaft eines Graffitos ist immer der Künstler selbst. Inspiration dazu kann ein bekanntes Logo sein. Der Grundgedanke ist es schließlich, seinen eigenen Namen einem Logo gegenüberzustellen. Der Künstler selbst wird zur Marke. Damals wie heute werden mit Graffiti auch politische Botschaften gesendet. So wurden im Jahr 2000 unter der schwarz-blauen Koalition auch Graffiti mit Schablonen gesprayt. Darauf war ein Flieger zu sehen. Die Botschaft darunter: "Teuro-Pleiter".

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