Trauernde trösten braucht Menschlichkeit und Professionalität
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Teamwork, Netzwerke und Gottvertrauen sind Monika Weilgunis wichtigste Werkzeuge, um Menschen beistehen zu können
ST. GEORGEN AN DER GUSEN (eh). „Ich fange den Tag bewusst damit an, mir Zeit zu nehmen. Bewegung, physisch wie psychisch, ein Gebet, eine Körperübung oder Meditation – das hilft, mich zu erden, mir bewusst zu machen, wofür ich stehe!“
Monika Weilguni ist als Pastoralassistentin, Begräbnisleiterin, Betreuerin für Flüchtlinge und entwicklungspolitische Referentin Multifunktionärin in Sachen Hilfe und Beistand. Viel Freude, aber auch der Umgang mit Leid und Trauer ist mit diesen Aufgaben untrennbar verbunden. Eine Arbeit, die neben tiefer Humanität eine starke Persönlichkeit erfordert. Wie geht man etwa auf Eltern zu, mit denen das Begräbnis ihres verstorbenen Kindes vorzubereiten ist? „Für mich ist ein Netzwerk guter Berater unheimlich wichtig. Das kann eine Frau sein, die selbst ein Kind verloren hat. Die mir die damit verbundenen Gefühle vermitteln kann und so hilft, die richtigen Worte zu finden. Ebenso Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich mich im Team austausche. Wo wir uns aber auch bewusst machen woraus wir Kraft schöpfen und uns an Kleinigkeiten freuen. Im Kontakt mit den Trauernden will ich vermitteln, hier und jetzt ganz bei ihnen zu sein, um sie durch diese Ausnahmesituation zu begleiten“, erzählt die St. Georgenerin.
Sie ist meistens mit der Akutphase konfrontiert. In der darüberhinausgehenden Trauerbegleitung seien dankenswerterweise Ehrenamtliche als Begräbnisleiter der Pfarre vorbildlich aktiv. Das ist der 44-Jährigen besonders wichtig zu betonen. Auch vertraute religiöse oder alte gesellschaftliche Rituale würden Trauernden helfen und selbst kirchenfernen Menschen quer durch alle Kulturen oft Halt und Orientierung geben, so ihre Erfahrung.
Ihrer eigenen Grenzen ist sich Monika Weilguni bewusst: „Ich akzeptiere sie, kann aber auch loslassen und darauf vertrauen, dass Gott mich trägt und leitet. Der bekannte Psalm 23, in dem Gott im Bild des sorgenden Hirten geschildert wird, und das Vorbild Jesu, sich stets auf Seiten der Armen und Geschundenen zu stellen, geben mir Kraft. Das ist das Wunderbare an meinem Beruf!“
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