Völlerndorf
Exklusiv: LKW-Fahrer schlug Kollegen Schädel ein
- Der ankeklagte LKW Fahrer
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- hochgeladen von Tanja Handlfinger
Mit einer Eisenstange drosch ein rumänischer LKW-Fahrer am Autobahnrastplatz Völlerndorf so wuchtig auf einen Kollegen ein, dass dieser mit einem offenen Schädelbasisbruch, mehreren Knochenbrüchen im Gesicht und einer Darmöffnung ins Krankenhaus kam.
VÖLLERNDORF. „So, wie der ausgeschaut hat, kann er froh sein, dass er den Weg ins Krankenhaus noch geschafft hat“, meinte der Richter beim Prozess gegen den 32-Jährigen am Landesgericht St. Pölten.
Überrascht zeigte er sich aber auch, als Verteidiger Milorad Erdelean erklärte, dass sich sein Mandant, der bisher auf Notwehr plädierte, nun schuldig bekenne. „Ich habe alle Zeugen geladen, weil er sich bis jetzt nicht schuldig bekannt hat. Das waren tausende Euro Dolmetschkosten“, ärgerte sich Herr Rat über den späten Schwenk des Angeklagten, hinter dem er seit Juli 2015 her ist und der im Mai 2019 in Österreich festgenommen werden konnte. Bereits im April 2015 wurde der Angeklagte in Rumänien in seiner Abwesenheit wegen Menschenhandels zu zehn Jahren Haft verurteilt. Ein entsprechendes Auslieferungsbegehren liegt vor.
Lappalie löste Streit aus
Zu den Ereignissen im Juli 2015 konnten die rumänischen Zeugen nicht viel sagen, sie hätten Zigaretten geholt oder gerade nicht hingesehen, als der Mann mit einer Eisenstange auf den am Boden liegenden Fahrer einschlug. Auch dem Opfer fehlen wesentliche Details. Die Erinnerungslücken führte es aber nicht nur auf die massiven Schläge zurück. Man habe sich während der vorgeschriebenen Ruhezeit zusammengesetzt und sich mit Alkohol volllaufen lassen. Immerhin fast zwei Promille hatte der angeklagte LKW-Fahrer in sich. Unter den Männern kam es wegen einer Lappalie zum Streit, dann flogen die Fäuste zwischen dem 32-Jährigen und seinem 39-jährigen Kontrahenten, die durch Tritte noch ergänzt wurden.
Absichtlich schwere Körperverletzung
Zwei ungarische Fernfahrer wurden auf den Tumult aufmerksam, sahen, wie der Jüngere brutalst auf den Älteren einschlug und gingen dazwischen. Es habe kein Anzeichen gegeben, dass der 32-Jährige von sich aus aufhöre. „Ich war alkoholisiert“, begründete der Beschuldigte. „Ich kann mir vorstellen, dass jeder in so einer Situation so reagiert hätte.“ Er sei beschimpft und vom 39-Jährigen ebenfalls attackiert worden, wodurch er einen Bänderriss erlitten habe.
Staatsanwalt Karl Fischer sah sich mit dem Vorwurf der absichtlich schweren Körperverletzung bestätigt, für die der Strafrahmen nach der damaligen Rechtssprechung bis zu fünf Jahren (derzeit bis zehn Jahre) Haft vorsieht. Das rechtskräftige Urteil des Richters lautete schließlich: 20 Monate Haft und vorerst 2.000 Euro Schmerzensgeld für das Opfer, das auch die hohen Krankenhauskosten einfordern möchte.
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