Pielachtal
Jedes Jahr finden im Bezirk Treibjagden statt

Symbolfoto

Die Jagdsaison ist eröffnet und dieses Thema erhitzt die Gemüter jedes Jahr aufs Neue.

PIELACHTAL (th). Für die einen sind sie der Inbegriff der Schießwut, für die anderen bedeuten sie Tradition und die natürliche Bewirtschaftung des Wildbestandes. Im Pielachtal ist die Zeit der Treibjagden angebrochen – und das Thema polarisiert die Bevölkerung.
Die Bezirksblätter versuchen das Phänomen nüchtern zu analysieren. Eine Treibjagd findet nur alle ein bis zwei Jahre in einem klar abgesteckten Gebiet statt.

Das ist eine Treibjagd

"Die Treibjagd ist für das Wild eine schonende Jagdmethode, auch wenn sich das aufgrund der Anzahl der Teilnehmer und der erlegten Wildtiere auf den ersten Blick möglicherweise nicht erschließt", so Johannes Schiesser, Bezirksjägermeister St. Pölten. Weiter erklärt er, dass Treibjagden bei Wildarten, die in unserer Kulturlandschaft reguliert werden müssen, notwendig sind.
Da die Tiere von Natur aus sehr scheu sind und den Kontakt mit dem Menschen vermeiden, ist eine Treibjagd die einzige Möglichkeit diese nur mit einer einmaligen Störung in ausreichender Anzahl erlegen zu können. "Die lokale Exekutive sollte über den zeitlichen Ablauf und die bejagten Revierteile im Vorhinein in Kenntnis gesetzt werden", ergänzt er. Um Unfälle bei einer Treibjagd zu vermeiden, müssen sich alle Teilnehmer strikt an die Sicherheitsregeln halten. Wer dies nicht tut, wird von der Jagd ausgeschlossen. Nach der Jagd wird das Wildbret ordnungsgemäß versorgt und an die örtliche Bevölkerung, Gasthäuser, Wildbrethändler oder an die Jagdteilnehmer selbst verkauft.

Wenig Verständnis

"Die Jäger jammern, dass zu viel Niederwild auf den Straßen umkommt. Wenn das der Fall ist, setze ich einige Zeit die Jagd aus, damit sich das Wild wieder vermehren kann. Bei Überbestand kann die Treibjagd wieder erfolgen", meint Josef Rathkolb aus Kirchberg an der Pielach.

„Treibjagden dienen oft zur Belustigung und sind daher für mich nicht nachvollziehbar. Die Tiere werden bei einer Treibjagd in Panik und Todesangst versetzt. Ich trete auch für eine Verkürzung der sogenannten Winterruhe ein. Auch eine vollständige Aufhebung dieser Sperrzeit ist denkbar. WildbiologInnen zweifeln stark an der Sinnhaftigkeit der durchgehenden Fütterung des Wilds im Winter, denn diese Fütterung dient reinen Abschusszwecken", teilt Michael Pinnow, Bezirkssprecher der Grünen im Bezirk St. Pölten, den Bezirksblättern mit.

Zur Sache

2017 im Bezirk St. Pölten erlegte Tiere:
•Stockenten 806
•Fasane 872
•Waldschnepfen 16
•Wildkaninchen 506
•Feldhasen 3.474
•Dachse 223
•Füchse 1.742
•Rehe 6.500
•Wildschweine 1.800

Information:
Allein im Jahr 2017 wurden 1.750 Rehe und 560 Feldhasen im Straßenverkehr getötet.
Im Bezirk St. Pölten gibt es 2.642 Jägerinnen und Jäger, sowie 220 Jagdreviere.

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