So schützen Sie Ihr Haus vor Einbruch
- Chefinspektor Andreas Bandion (re.) mit Wirtschaftspark Wienerwald-Chef Michael Holzer und Bürgermeisterin Claudia Bock, sowie den anwesenden Vertretern der Firma Internorm Plattner, TO Consulting und Heimdall.
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Chefinspektor Andreas Bandion gab im Wirtschaftspark Wienerwald Tipps zur Einbruchsprävention.
WOLFSGRABEN. "Was schätzen Sie: Wieviele Wohnhaus-Einbrüche gab's im Einsatzgebiet der Polizei Pressbaum im vorigen Jahr?", fragte Chefinspektor Andreas Bandion. Der Leiter der Kriminalprävention des Landeskriminalamts NÖ hielt vergangenen Donnerstag einen Vortrag im Wirtschaftspark Wienerwald. "300! 150!", so die aus dem Publikum gerufenen Schätzungen. Bandions Antwort: "Es gab 21 Wohnhauseinbrüche im Einsatzgebiet Pressbaum." Dies sei natürlich um 21 zu viel, so Bandion. Er fuhr fort: "Aber jeder von uns hat ein anderes Bauchgefühl. Es sind Ängste da, und die muss man ernst nehmen."
Täter am Eindringen hindern
In neun der 21 genannten Fälle im Einsatzgebiet Pressbaum blieb's beim Versuch, so der Chefinspektor. Dafür könne es verschiedene Gründe geben: Mechanische Sicherheitsmaßnahmen, eine Alarmanlage die womöglich anschlug, aufmerksame Nachbarn oder Polizeipräsenz. "Umso öfter es dem Täter nicht gelingt einzudringen, desto eher werden sie's lassen", erklärte Andreas Bandion.
Wichtig ist schnelles Eindringen und Wegkommen
Einbrecher sind im Regelfall keine Gewalttäter, vielmehr geht es um's schnelle Eindringen und Wegkommen. Bevorzugt werden daher Häuser, wo niemand zuhause ist: "Die wollen keine Konfrontation mit dem Hausbesitzer", so Bandion, und setzte fort: "Einfamilienhäuser sucht der Täter eher tagsüber auf, denn da ist niemand zuhause – und im Winter haben wir natürlich Dämmerungseinbrüche, die am frühen Abend passieren." Firmen wiederum, würden tendentiell nachts heimgesucht.
Vier bis sieben Minuten reichen
Ein Einbruch dauert erfahrungsgemäß vier bis sieben Minuten: "Der Täter weiß meistens genau wo er suchen muss, er sucht Schmuck und Bargeld. Kleinelektronikgeräte, die herumliegen, nimmt er mit, zum Beispiel Handy oder Laptop." Außerdem sind Täter oft zu Fuß unterwegs, da sie von organisierten Kleinbussen ausgesetzt werden. Drei Aspekte seien für den Täter, so Bandion, daher charakteristisch: Die Auswahl des Objekts erfolgt spontan, und es soll schnelles Eindringen, und schnelles Wegkommen ermöglichen. "Aber: Ich kann's dem Täter erschweren – und das hilft", schilderte Bandion.
Einbruchsichere Fenster
Eine Variante sind mechanische Sicherheitsmaßnahmen. Wenn beispielsweise die Fenster erneuert werden, sollte man daher nicht nur an den Wärmeschutz, sondern auch an die Sicherheit denken. Wie einbruchsicher Fenster heutzutage bereits sein können, führte die Firma Internorm Plattner aus Neulengbach mit einem eindrucksvollen Video vor. Doch auch abseits eines Fensters-Austauschs gäbe es Möglichkeiten, die bestehenden Fenster besser zu sichern, erklärte Werner Plattner.
Mechanik von Elektronik überwachen lassen
"Zusätzlich zur Mechanik wär's gut, wenn die von der Elektronik überwacht wird, also dass man zum Beispiel eine Alarmanlage oder Videoüberwachung verbaut", empfahl Andreas Bandion. Welche Möglichkeiten moderne Alarmanlagen und Videosysteme heutzutage bereits bieten, führte Michael Wammerl von der Firma Heimdall aus Wolfsgraben vor.
Das eigene Verhalten ist wichtig
Vor allem sei aber das Verhalten des Einzelnen wichtig, hielt Andreas Bandion fest: "Mir nützt das Sicherheitsfenster nichts, wenn's gekippt ist, und die Alarmanlage nicht, wenn 's nicht eingeschalten ist." Anzeichen von Abwesenheit sollten außerdem vermieden werden: Bei Abwesenheit ein Licht brennen zu lassen oder via Zeitschaltuhr entsprechend einzustellen, sei ratsam. "Aber solche Lichtspiele nützen nichts, wenn drei Tage lang kein Schnee geräumt wurde", meinte Bandion und riet bei längerer Abwesenheit mit Nachbarn oder Bekannten zu sprechen und die um Schneeräumung im Garten oder gegebenenfalls um Rasenmähen, Blumen gießen und Post reinbringen zu bitten. Werkzeuge oder Gegenstände wie Leitern, die einem Einbrecher den Einstieg erleichtern könnten, sollte man nicht im Garten liegen lassen.
Gerüstet für den Versicherungsfall
Für den Fall, dass das Eigenheim dennoch einem Einbruch zum Opfer fällt, sei ein Eigentumsverzeichnis wichtig – vor allem auch zur Abklärung mit der Versicherung. Wertvolle Bilder oder Schmuck sollte man fotografieren, (Serien-)Nummern an elektronischen Geräten oder auch am Fahrrad-Rahmen notieren und in einem Verzeichnis festhalten. Dies empfahl auch Finanzpuls- und Wirtschaftspark-Chef Michael Holzer. Wie man sich darüber hinaus auch online präventiv absichern und schützen kann, erklärte Thomas Ochsenbauer vom Wolfsgrabener Unternehmen TO Consulting.
ZUR SACHE:
Tipps zur Einbruchsprävention
– Zeichen von Abwesenheit vermeiden: Schnee räumen, Rasen mähen, Blumen gießen, Post reinholen, abends Licht mittels Zeitschaltuhr einstellen
– Werkzeuge oder Gegenstände, die einen Einstieg erleichtern könnten, nicht herumliegen lassen
– Alle Fenster bei Abwesenheit schließen, alle Türen zusperren
– ggf. Alarmanlage anschalten
– Eigentumsverzeichnis anlegen
Lt. Chefinspektor Andreas Bandion verzeichnete die Polizeiinspektion Pressbaum im Jahr 2016 21 Einbruchsdiebstähle in Wohnhäusern, davon blieb es in 9 Fällen beim Versuch. Im Einsatzgebiet Pressbaum verzeichnete man 2016 keinen Wohnungs-Einbruchsdiebstahl. Die Polizeiinspektion Purkersdorf verzeichnete 2016, lt. Chefinsp. Bandion, 23 Einbruchsdiebstähle in Wohnhäuser, davon blieb es in 9 Fällen beim Versuch. Zudem wurden 11 Wohnungseinbrüche (darunter 5 versuchte) gezählt.
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