Alexander Singer aus Pflach ist in der Entwicklungszusammenarbeit tätig

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Vor ca. 14 Tagen feierte Alexander Singer seinen 38. Geburtstag, erstmals seit sieben Jahren wieder im herbstlichen Außerfern. In den Jahren davor war er als Projektmitarbeiter in Buka, einer kleinen Insel, die zu Papua Neuguinea gehört, tätig. Es waren spannende Jahre, in denen er einiges bewegen konnte.

PFLACH. Der gelernte Tischlermeister kann das Herbstwetter in vollen Zügen genießen. Seit er sich dazu entschieden hatte, Projektmitarbeiter der personellen Entwicklungszusammenarbeit bei „HORIZONT3000“ zu werden, erlebte er nur mehr zwei Jahreszeiten: Hochsommer in Bougainville und bei seinen Heimaturlauben, die er alle zwei Jahre für zwei Monate machen konnte, Winter.

Dass sich Alexander Singer für die­se Aufgabe entschied, hat im Wesentlichen zwei Gründe: „Im Jahr 2000 hab´ ich die Meisterprüfung abgelegt. Damals wurde mir klar, dass ich ‚hinaus‘ will“, erzählt der 38-Jährige von der aufkeimenden Lust nach Veränderung. Und dann war da Reinhard Lorenz aus ­Reutte. Er war zu dieser Zeit in der Entwicklungszusammenarbeit in Bougainville tätig und er ist ein guter Bekannter von Alexander Singer. Und so fügte sich schließlich alles zusammen.

In Bougainville übernahm Singer das Projekt seines Freundes und führte dieses weiter. Insgesamt sieben Gebäude errichtete er in den vergangenen Jahren. Es handelt sich großteils um Werkstätten, in denen junge Menschen in handwerklichen Berufen ausgebildet werden. Aber auch Schulen und Wohnhäuser für die Schüler und die Lehrer entstanden unter seiner Anleitung.

Die Arbeiten wurden von den Schülern selbst ausgeführt - learning by doing - und sie waren anstrengend. Ganzjährig liegen die Temperaturen auf der grünen Insel zwischen 26 und 34 Grad. Das Klima ist tropisch. Jährlich fallen sechs Meter Regenwasser.

Bei einem solchen Klima läuft das Leben langsamer ab, als bei uns. „Die Menschen sind sehr freundlich, hilfsbereit und ehrlich“, stellt der gebürtige Außerferner den Bewohnern ein sehr gutes Zeugnis aus.

Diese Mentalität hat auch dazu beigetragen, dass sich das Land seit dem Ende des Bürgerkrieges vor zwölf Jahren gut entwickelt hat. „Als ich auf die Insel gekommen bin, gab es kein Fernsehen und kein Telefon. Radio konnte man nur auf Kurzwelle hören, Strom gab es nur sporadisch. Heute ist alles viel besser“, erzählt Singer.

Wirtschaftlich lebt das Land in erster Linie von Kokosnüssen und Kakaobohnen. Trotz der fantastischen Landschaft und des glasklaren Meeres, mit einer kaum überschaubaren Vielfalt an Pflanzen und Tieren, ist der Tourismus aber nicht ausgeprägt.

Es sind u.a. sprachliche Barrieren, die das Land für Pauschalreisende uninteressant macht. 800 Sprachen werden auf der Inselgruppe im Südpazifik gesprochen. Auf Buka, einer Insel, so groß wie Tirol, mit knapp 180.000 Einwohnern, sind es 28. Die gängigste ist Dok Piting. „Das ist eine Mischung aus Deutsch, Englisch, Japanisch, Portugiesisch, Italienisch und ein paar Sprachen aus der Region.“ Eine „urlustige“ Sprache, wie Singer sagt, die relativ leicht zu erlernen ist. Nach einem halben Jahr konnte er sich mit den Einheimischen unterhalten.

Und es waren gute Unterhaltungen. In jeder Hinsicht. Der Einsatz des HORIZONT3000-Mitarbeiters half mit, das krisengebeutelte Land ein kleines Stück nach vorne zu bringen. Er konnte sein handwerkliches Wissen weitergeben und arbeitete zuletzt im organisatorischen Bereich.

Auch für ihn selbst waren es gute Gespräche: „Ich habe enorm viel dazugelernt und bin viel selbstständiger geworden. Meine Lebenseinstellung hat sich komplett geändert.“

Im Jänner 2011 wird der Pflacher abermals in den Flieger steigen und nach 36 Stunden reiner Flugzeit wieder die Insel betreten. Dann in „eigener Mission“, denn seine Arbeit bei HORIZONT3000 ist beendet. Nicht aber sein Bemühen, den Menschen auf der Pazifik­insel sein Wissen weiterzugeben. Alexander Singer wird künftig eine Tischlerei mit 80 Mitarbeitern leiten. „Besonders freue ich mich darauf, dass ich Lehrlinge ausbilden kann“, blickt er seiner neuen Aufgabe mit Spannung entgegen. Da kann es ihn auch nicht schrecken, dass die medizinische Versorgung auf der Insel schlecht ist. „Malaria ist eines der größten Probleme. Ich selbst bin auch schon daran erkrankt.“

Und dann ist da noch ein Grund, der ihn zurück auf „seine“ Insel zieht: eine Frau. Sie stammt von der Insel. „Nächstes Jahr werden wir heiraten“, lüftet Singer ein Geheimnis. Dann wird er mit seinem besten Freund Reinhard Lorenz verwandt sein: Dessen Frau ist die Tante von Singers künftiger Gattin. Und damit hat sich der Kreis dann endgültig geschlossen.

Wir wünschen Alexander Singer alles Gute!

Autor:

Günther Reichel aus Reutte

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