Regional und nachhaltig
Außerferner Brillenmanufaktur zeigt wie's geht

Roland Wolf ist ein Querdenker, Tüftler, Bastler und hat noch viele Ideen, die weit über den Horizont von Eco Hypes hinaus reicht. | Foto: Hartman
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  • Roland Wolf ist ein Querdenker, Tüftler, Bastler und hat noch viele Ideen, die weit über den Horizont von Eco Hypes hinaus reicht.
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Innovative Produkte und eine nachhaltige Markenphilosophie das zeichnet die Brillenmanufaktur ROLF aus.

WEIßENBACH (eha). Für das Angebot an nachhaltig produzierten Brillen gibt es in der Augenoptik noch Luft nach oben. Ganz anders beim Außerferner Brillenbrand ROLF, bei dem die ökologische Orientierung zum Fundament der Unternehmensphilosophie gehört. Und das spiegelt sich schon beim Betreten des Firmengebäudes wider. So wurden etwa die großen Transportverpackungen der CNC-Maschinen in schicke Büroräume umfunktioniert. Die Abtrennungen aus Glas stammen von einem Abbruchgebäude aus Innsbruck, und das alte Holzpflaster im Inneren der Manufaktur wurde vom Vorgänger übernommen. Derzeit ist man gerade dabei, das gesamte Gebäude thermisch zu sanieren, und in Zukunft sollen auf dem Dach einige Bienenvölker angesiedelt werden.

Nachhaltigkeit schafft Mehrwert

Fest verwurzelt mit ihrer Heimat und Herkunft, leben sie Marke und Unternehmen im Bewusstsein, dass jede von ihnen produzierte Brille Teil eines geschlossenen Kreislaufs ist: Der umfasst den Produktionsstandort, ihren Fokus auf nachhaltige Werkstoffe und ein Design, das ihre Liebe zur Natur mit zeitloser Ästhetik und innovativen Technologien verbindet. Dies sei der Mehrwert, den sie jeder Brille mitgeben, sagt Roland Wolf. „Nachhaltigkeit beginnt für uns bei der regionalen Produktion. Wir forschen, entwickeln und produzieren hier vor Ort. Unsere wenigen Lieferanten wählen wir sehr gezielt aus und beachten die Kürze der Lieferwege." Durch die Krise der vergangenen Monate würde man auch ein Umdenken bei den Verbrauchern merken, die nun mehr Wert auf Nachhaltigkeit legen als früher. Außerdem möchte er seinem zweijährigen Sohn einmal sagen können: "Ich habe für eine positive Veränderung alles getan, was mir möglich war."

Die Bohnen-Brille

Seit der Gründung 2009 setzt das Unternehmen auf ein ökologisch ausgerichtetes, innovatives Denken und Handeln. Ihren Grundprinzipien folgend, entwickelte die Außerferner Brillenschmiede die neue Kollektion aus einem nachhaltigen Kunststoff. Ausgangsbasis für die Brillen ist ein Pulver, das aus dem sogenannten Wunderbaum gewonnen wird. Die Brille entsteht im 3-D-Drucker. „Der Wunderbaum wird in trockenen Gebieten ganz ohne Gentechnik angebaut, konkurriert nicht mit Nahrungsmittelpflanzen und wächst enorm schnell nach: Während Fichten oder Buchen nur um wenige Zentimeter im Jahr größer werden, schafft der Wunderbaum sechs Meter in nur vier Monaten und treibt jedes Jahr neu aus“, erklärt Roland Wolf. Seine Samen, auch Castorbohnen genannt, seien in Verbindung mit der richtigen Technologie ein nachhaltiges, innovatives Material für die Brillenproduktion.

Die Bohnen-Brillen werden nicht nur regional und umweltschonend hergestellt, sondern bestehen auch aus einem schnell nachwachsenden Rohstoff: dem Wunderbaum. | Foto: ROLF
  • Die Bohnen-Brillen werden nicht nur regional und umweltschonend hergestellt, sondern bestehen auch aus einem schnell nachwachsenden Rohstoff: dem Wunderbaum.
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Revolutionäres Gelenk

2017 gelang es den Tüftlern, mit dem „Flexlock“-Gelenk „eines der revolutionärsten Gelenke überhaupt zu entwickeln“, sagt der Firmengründer. Das Scharnier lässt sich einfach mitdrucken, sodass die Bohnenbrille in einem Zug gefertigt und die Zahl der Zulieferer gering gehalten werden kann. Neben der hohen Funktionalität des schraubenlosen und patentierten Gelenks profitieren Brillenträger auch von der Flexibilität, Natürlichkeit und Hautverträglichkeit der Brillenfassung auf Pflanzenbasis. So schließt sich im Hause ROLF mal wieder der Kreislauf für einen minimalen ökologischen Fußabdruck.
Durch die vollständige Herstellung der Brille im 3-D-Drucker sei er nun endlich mit den großen Anbietern, die ihre Brillen in Fern-Ost herstellen, konkurrenzfähig, sagt Wolf. Die Brille kostet mit optischen Gläsern rund 360 Euro und hat bereits zahlreiche Awards abgeräumt. Zuletzt wurde das Unternehmen mit dem Staatspreis für Design 2022 ausgezeichnet. Außerdem war kürzlich das Team von der „Sendung mit der Maus“ zu Besuch und hat sich angesehen, wie in Weißenbach nachhaltige Brillen entstehen.

Jury vergab Regionalitätspreis

Von diesem Konzept zeigte sich auch die Jury des Regionalitätspreises 2022 der BezirksBlätter Tirol überzeugt. Sie vergab nach eingehender Beratung den Regionalitätspreis 2022 in der Kategorie "Innovation" an die Rolf Brillenmanufaktur. Herzliche Gratulation!

Roland Wolf ist ein Querdenker, Tüftler, Bastler und hat noch viele Ideen, die weit über den Horizont von Eco Hypes hinaus reicht. | Foto: Hartman
Zwischen Rohling und fertiger Brille liegen bis zu 82 Arbeitsschritte. Mehrere Stunden Arbeit und hohes handwerkliches Geschick sind von Nöten, um eine ROLF Brille zu fertigen.
Die Bohnen-Brillen werden nicht nur regional und umweltschonend hergestellt, sondern bestehen auch aus einem schnell nachwachsenden Rohstoff: dem Wunderbaum. | Foto: ROLF
Hier warten die gedruckten bzw. gefrästen Rohlinge auf ihre Weiterbearbeitung.
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