Rauchmelder können Leben retten

Feuerwehrkdt. Dietmar Berktold
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AUSSERFERN (rei). Eine Warnung macht derzeit auf Facebook die Runde: Mitglieder der Feuerwehr seien unterwegs, um das Vorhandensein der gesetzlich vorgeschriebenen Feuerlöscher zu überprüfen. "Nicht ins Haus lassen, Polizei rufen! Es ist eine gut organisierte Verbrecherbande!", heißt es in der Meldung.
Bezirksfeuerwehrkommandant Dietmar Berktold kennt diese Warnung zwar nicht und hat sie selbst nicht gesehen, aber eines kann er versichern: Sollte jemand das Vorhandensein von Brandmeldern kontrollieren wollen, ist Vorsicht angeraten: "Wir von der Feuerwehr sind das garantiert nicht!" Es sei auch gar nicht die Aufgabe der Wehren, zu prüfen, ob Rauchmelder in den Häusern bzw. Wohnungen montiert sind.

Die Sorge, dass Verbrecherbanden sich unter dem Vorwand, Brandmelder überprüfen zu wollen, Zugang zu Häusern und Wohnungen verschaffen, ist ein Thema, die Wichtigkeit, dass solche Geräte aber vorhanden sind, ein ganz anderes.
Denn das ist tatsächlich wichtig und Dietmar Berktold rät eindringlich dazu, Raumelder zu montieren. "Auch preiswerte Geräte können Leben retten", sagt der oberste Feuerwehrvertreter im Bezirk. "Besser als Einzelmelder sind natürlich zusammengeschlossene Anlagen", erklärt Berktold. Aber auch die günstigen Rauchmelder leisten wichtige Dienste, sollte es einmal brennen.
Gerade jetzt nach Beginn der Heizsaison sind Raumelder wichtig. Wenn in der Adventzeit dann noch gerne Kerzen angezündet werden, steigert sich deren Bedeutung.

85 Brandeinsätze im Bezirk

Im vergangenen Jahr rückten die Feuerwehren des Bezirkes Reutte mit insgesamt über 3.500 Feuerwehrleuten 85 mal zu Brandeinsätzen aus. Der Sachschaden infolge von Bränden betrug 2016 im Außerfern über 600.000 Euro. Brandtote gab es im vergangenen Jahr im Bezirk zum Glück keine, tirolweit waren jedoch drei Todesopfer zu beklagen. „Rauchwarnmelder können in vielen Fällen Schlimmeres verhindern und Leben retten“, weiß auch Tirols Sicherheitsreferent LHStv. Josef Geisler.

Brandmeldeanlagen sind Pflicht

Eine Ausrüstung von Neubauten mit Brandmeldeanlagen ist seit dem 1. 1. 2008 verpflichtend vorgeschrieben. „90 Prozent der 160.000 Wohngebäude in Tirol wurden vor diesem Datum errichtet und sollten zur Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner mit Rauchwarnmeldern nachgerüstet werden“, appelliert Geisler an die Eigenverantwortung. 
Eine Nachrüstung mit Rauchwarnmelder ist technisch unkompliziert und kostengünstig möglich. Rauchwarnmelder sollten in allen Räumen und Gängen mit Ausnahme von Küche und Bad angebracht werden.
Besonders einfach und wartungsfrei sind batteriebetriebene Geräte mit einer Lebensdauer von zehn Jahren. Damit können Brände frühzeitig und vor allem auch nachts rechtzeitig bemerkt werden. Rauchwarnmelder sind im Fachhandel erhältlich.

Zur Sache

Giftige Rauchgase nach 30 Sekunden
„Die meisten Brandopfer kommen nicht durch Flammen, sondern durch Rauchgase ums Leben. Die überwiegende Zahl der Todesfälle könnte durch die Installation von Rauchwarnmeldern verhindert werden“, weiß Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl.

Ein Brand lässt sich in drei Phasen beschreiben: Die erste Phase ist der Initial- oder Schwelbrand abhängig von der Sauerstoffkonzentration, die zweite Phase ist ein lokaler Brand, der die Luft im Raum sehr stark aufheizt. Bei der dritten Phase kommt es zu einer explosionsartigen Brandausbreitung. Bereits in der Entstehungsphase eines Brandes kommt es zur Bildung eines höchst giftigen Gemischs (Kohlenmonoxid und Cyanid), das bereits nach 30 Sekunden zur Bewusstlosigkeit führt.

Vier von zehn Bränden werden durch offenes Licht und Feuer verursacht. Beim Einheizen von Kachel- oder Kaminöfen sowie beim Umgang mit Kerzenlicht in der Advents- und Weihnachtszeit ist deshalb besondere Vorsicht geboten.

Der Kauf eines Rauchmelders

Darauf ist zu achten:

Rauchwarnmelder müssen der europäischen Gerätenorm EN 14604 entsprechen und das CE-Zeichen besitzen.
Der Alarmton muss laut und durchdringend sein, damit man das Warnsignal auch im Schlaf hört.
Rauchmelder müssen einen Testknopf besitzen.

Mehr Infos unter: www.tirol.gv.at/rauchwarnmelder

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