04.10.2017, 15:14 Uhr

Bezirk Reutte ist für drei Tage so gut wie abgeschnitten

Die wichtige Verkehrsverbindung über den Fernpass - im Bild die Zufahrt zum davor liegenden Tunnel - wird an drei Tagen für mehrere Stunden gesperrt.

Baustellen rund um das Außerfern bringen erhebliche Behinderungen mit sich.

AUSSERFERN (rei). "Wir können nicht einfach zusehen, wie wir vom Rest Tirols abgeschnitten werden!" Es ist der Leiter der Wirtschaftskammer Reutte, Wolfgang Winkler, der Alarm schlägt. Es sind drei Tage, welche aus Außerferner Sicht problematisch werden: Vom 16. bis 18. Oktober 2017 - Montag bis Mittwoch nach den Nationalratswahlen - wird der Fernpass aufgrund wichtiger Holzschlägerungsarbeiten für mehrere Stunden täglich gesperrt.

Ursprünglich war daran gedacht, diese Sperre am Dienstag und Mittwoch von 8 bis 17 Uhr durchzuführen. "Dagegen haben wir protestiert und auf die gravierenden Auswirkungen für das Außerfern hingewiesen", erzählt Winkler. Sogar Landeshauptmann Günther Platter wurde am Ende eingeschalten.
Nun gibt es einen Kompromiss: Die Straße wird nun an drei Tagen eben wegen dieser unaufschiebbaren Arbeiten gesperrt, dafür aber nicht wie ursprünglich geplant von 8 bis 17 Uhr, sondern jetzt von 9 bis 15 Uhr.
"Sämtliche Lebensmittellieferungen, Produkte des täglichen Lebens, Baumaterialien - nichts hätte an diesen Tagen ins Außerfern gebracht werden können", sagt Winkler. Und die Probleme im Individualverkehr sind hier noch gar nicht genannt.

Weitere Baustellen stehen an

Aber es ist nicht die Sperre am Fernpass alleine, die für den Aufschrei im Bezirk sorgt. Zeitgleich wird auch die wichtige Straßenverbindung über den Plansee in Richtung Ettal gesperrt. Hier muss zwischen der Landesgrenze und dem Linderhof eine Brücke neu gebaut werden. Der Zeitrahmen wurde von bayerischer Seite mit sechs Wochen, beginnend mit dem 16. Oktober angegeben.

Damit ist ein Ausweichen am 16., 17. und 18. Oktober über diese Strecke nicht mehr möglich. Bliebe der Weg über Garmisch. Aber auch hier drohen Verzögerungen. "Uns wurde mitgeteilt, dass zeitgleich auch im Ortsgebiet von Garmisch gebaut wird und es hier zu Behinderungen kommen könnte", berichtet Winkler den Bezirksblättern.

Wer in den genannten Zeiträumen also Richtung Inntal/Innsbruck bzw. Richtung München muss, sollte in jedem Fall einen großen Zeitpuffer einbauen. Als Ausweichstrecke bietet sich für den Individualverkehr das Hahntennjoch an - entsprechende Witterung vorausgesetzt - bzw. der weite Umweg über Füssen.
Die Wirtschaftskammer will ihre Mitglieder noch schriftlich über die zu erwartenden Verkehrsprobleme informieren, damit diese entsprechend reagieren können.
"Natürlich ist uns bewusst, dass diese Arbeiten am Fernpass durchgeführt werden müssen, das zeitliche Aufeinandertreffen weiterer Baustellen auf den Ausweichrouten ist aber höchst unerfreulich", formuliert es Wolfgang Winkler freundlich. Er wünscht sich, dass die zuständigen Stellen in Tirol und Bayern hier künftig enger zusammenarbeiten und es  bessere Absprachen und auch eine verbesserte Information für die Bevölkerung und die Unternehmen gibt.
Jetzt heißt es aber erst einmal die Behinderungen vormerken, entsprechend planen und dann "Augen zu und durch", oder vielmehr Augen auf und Ausweichroute suchen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.