20.03.2017, 14:00 Uhr

Bienenvölker sind gut über den Winter gekommen

VILS (eha). Mit den ersten warmen Tagen des Jahres werden auch die Honigbienen wieder aktiv und bei allen Imkern tritt eine gewisse Nervosität auf. "Wie viele Völker haben den Winter gut überstanden?", ist dann immer die große Frage. Die Bezirksblätter haben bei Jung-Imker Fabian Tröbinger aus Vils nachgefragt, wie es bei seinen Völkern ausschaut und welche Arbeiten jetzt im Frühjahr anstehen.

Fabian ist stolzer Besitzer von 18 Carnica-Jungvölkern - drei Völker haben die Wintermonate nicht überlebt. "Natürlich halten die Bienen keinen Winterschlaf, erzählt Fabian, "aber wenn der Frost einsetzt bilden die Bienen eine Wintertraube. In deren Mitte sitzt die Königin. Sie hat jetzt nichts zu tun, das Brutgeschäft ruht im Winter. Die Bienen in der äussersten Schicht der Traube entwickeln durch Vibrieren ihrer Muskulatur Wärme. Für die Herstellung der Wärme wird das Futter, eine Zuckerlösung die der Imker den Bienen verabreicht, verwendet. Auf diese Weise existiert im Innern der Traube stets eine Temperatur von 15 und 20 °C. Wenn die Außentemperatur einmal über 12 °C steigt, lockert sich die Traube. Die Bienen schwärmen aus und machen einen kurzen Reinigungsflug auf welchem sie ihren Darm entleeren. Nachher wird die Traube wieder in neuer Zusammensetzung gebildet", erklärt der Hobby-Imker. In dieser Zeit beschränkt sich die Arbeit des Imkers auf die Überprüfung der Beute und des Flugloches. Ebenso werden jetzt auch noch die gesamten Werkzeuge und die in der Tracht benötigten Wohnungserweiterungen (Kästen, Rähmchen) gereinigt, repariert oder gebaut. Das Volk besteht aus ca. 5.000 bis 15.000 Bienen.

Die ersten Pollen von Hasel und Weide sind für die Bienen jetzt besonders wichtig, da am Ende des Winters zwar meist noch Zucker/Honig eingelager ist, die Vorräte aber zu Neige gehen. "Wer am Stock nachschaut und Bienen mit Pollenhöschen einfliegen sieht, kann davon ausgehen, dass das Volk brütet. In der Regel sitzt ein Volk ab Mitte bis Ende März auf einigen Waben und bildet ein Brutnest. Die Königin legt jetzt einige hundert Eier am Tag in die Waben, die von den Arbeiterinnen rasch verdeckelt werden. Der Imker muss bei guter Witterung den Futtervorrat überprüfen, da die Natur noch nicht genügend Nektar bietet. Bei guten Wetterverhältnissen steht also einem erfolgreichen Honig-Sommer 2016, von Juni bis Mitte Juli, nichts mehr im Weg.


Wussten Sie dass:

...ein Bienenvolk aus 40.000 bis 60.000 Bienen besteht?
...eine Biene 50 mal ausfliegen muss, um 1 Gramm Nektar zu sammeln?
...eine Biene pro Tag 40 Ausflüge macht, und pro Ausflug etwa 100 Blüten besucht (4000 Blüten am Tag)?
...dass eine Biene pro 1 kg Honig bis zu 7x die Erde umfliegen müsste.
...1 kg Honig die Lebensarbeit von 350-400 Bienen darstellt?
...ein Bienenvolk etwa 50-80 kg Honig zur eigenen Ernährung benötigt?
...die Sommerbiene nur maximal zwei Monate alt wird - Die Winterbiene dabegen ein halbes Jahr?
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