30.10.2017, 08:08 Uhr

Geplantes Logisitkzentrum sorgt viele Vilser

Markus Petz ist der "Kopf" des Widerstandes gegen das geplante Logistikzentrum.
VILS (rei). Die Firma DMG Mori (Maho) plant in Vils den Bau eines neuen Logistikzentrums. Dieses soll neben das Firmengebäude der Metalltechnik Vils in die "grüne Wiese" gestellt werden. 40 Arbeitsplätze soll dieser neue Firmenstandort bringen.
Im Gemeinderat wurden erste Weichen zugunsten des Projektes gestellt: Mit 12:1 Stimme wurden die raumordnerischen Voraussetzungen für die riesige Halle geschaffen. Die weiteren Schritte zum Bau des Logisikzentrums müssen folgen.

Doch in der Stadtgemeinde regt sich zunehmend Wiederstand. Die Bedenken, dass Vils durch den mit dem Logisitzentrum verbundenen LKW-Verkehr leiden wird, nehmen zu. An der Spitze der Bewegung gegen das Bauvorhaben steht Markus Petz. Er ist jener Gemeinderat, der als einziger gegen das Projekt stimmte. Als nächsten Schritt startete er eine Unterschriftenaktion in Vils.
Die findet zunehmend Unterstützer. "Vils hat jahrelang unter dem vielen Verkehr gelitten. Mit dem Grenztunnel kam Ruhe nach Vils. Jetzt will man ein Logisitzentrum bauen und damit wieder Verkehr hereinholen", formuliert Petz die Sorgen, die man hat.

24 Laster sollen täglich das Logistikzentrum, das zwischen Vils und Pfronten liegen würde, anfahren. So sieht es das Projekt vor. Doch daran glaubt Petz nicht. Außerdem müsse man 24 LKWs mit 48 Fahrten täglich gleichsetzen. "Die müssen ja auch wieder wegfahren." Rechnet man diese Zahl auf das Jahr hoch, kommt man auf zumindest 12.000 Laster, die durch Vils durch müssen. "Mindestens! Ich denke, am Ende wären es sogar deutlich mehr", meint Petz.
So wie er, denken viele Vilser. Markus Petz und weitere Mitstreiter sammeln daher seit einiger Zeit Unterschriften gegen das Projekt. Die Unterzeichner haben alle die selben Bedenken: Die Verkehrsbelastung könnte wieder spürbar zunehmen.
Und das sei ohnehin schon jetzt der Fall. Petz: "Wenn es sich vor dem Grenztunnel staut, kommen die Autos über Pfronten zu uns herein. Die Navis leiten sie zu uns um."

Problemstelle im Ort

Eine andere Sorge ist die Engstelle mitten in Vils beim Gasthof Schwarzer Adler. Eine problematische Stelle. Bestenfalls zwei Personenkraftfahrzeuge kommen aneinander vorbei. Zwei aufeinandertreffende Laster gehen gar nicht. Hinzu kommt, dass unmittelbar bei diesem Nadelöhr auch noch die Straße aus dem Ortsteil Untertor einmüdet.
Die Gegner des Logisikzentrums glauben, dass es hier sogar eine Ampel brauche würde, um den Verkehr zu regelen, denn: "Hier sind ja auch sehr viele Schüler unterwegs", wie Petz kritisch anmerkt.

Bleibt noch die Skepsis hinsichtlich der genannten LKW-Zahlen. 120 auf 85 Meter soll die neue Halle groß werden. 40 Arbeitsplätze sind versprochen. Dass es bei diesen Zahlen bei 24 LKW-Lieferungen täglich bleibt, will man nicht glauben. Das passe nicht zusammen. Bleibt noch die Sorge, dass ein Logisitkzentrum weitere Lagerhallen anziehen könnte. "Niemand weiß wie sich das entwickeln wird. Uns ist ein LKW weniger am Tag auf alle Fälle lieber, als fünf zusätzliche."
Kritik gibt es auch an der Informationspolitik in der Gemeinde. Die Bürger wüssten viel zu wenig über das Projekt Bescheid. Von Bürgermeister Günter Keller erwartet man sich daher eine Informationsveranstaltung, bei der alle Fakten auf den Tisch kommen und bei der die Bürger ihrerseits ihre Meinung öffentlich äußern können.
Zuvor werden Markus Petz und seine Mitstreiter aber noch die gesammelten Unterschriften übergeben. Noch kann man unterschreiben. Die Bereitschaft dazu ist weiterhin da.



Bürgermeister ist gelassen

Bürgermeister Günter Keller zeigt sich - jedenfalls nach außen - gelassen: "Im Gemeinderat wurde in einer ersten Abstimmung ein Beschluss im Bereich Raumordnung gefasst. Damit haben wir einen  ersten Schritt gesetzt. Aber der ist nicht das Evangelium."
Nun müsse man das Verfahren nach den Vorgaben des Gesetzes abführen. Und da gelte es noch viele Punkte zu klären.
Die letzte Entscheidung, ob das Logitikzentrum gebaut wird, falle erst am Ende aller Verfahrenspunkte. Die Information der Bürger gehöre da auch dazu.
Keller: "Natürlich schauen wir uns ganz genau an, ob allfällige Mehrbelastungen für die Bürger erträglich sind. Falls das nicht der Fall ist, werden wir dem Projekt nicht zustimmen, auch ich nicht", versichert Günter Keller, der selbst bei der Fa. DMG Mori beschäftigt ist.

Aus Gemeindesicht will man jetzt erst einmal die Bürger informieren. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Der 16. November steht im Raum, allerdings ist dieser Tag aufgrund einer Terminkollission noch fraglich. "Aber die Informationsveranstaltung wird kommen", versichert der Vilser Bürgermeister.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.