14.10.2014, 10:00 Uhr

Ingeborg Freudenthaler, Obfrau des Vereins licht.blicke, lud zu einem interessanten Demenz – Infoabend nach Ehrwald

v.l. Markus Moosbrugger, Ingeborg Freudenthaler, Helga Rohra, Manuela Baum-Tamerl (Foto: Foto: Veranstalter)

Mit dabei auch Helga Rohra – Autorin, Selbstbetroffene und Frontfrau in Sachen
Demenz. Sie ist EU Beauftragte in Sachen Demenz und ist bei Staatsleuten in aller Welt keine Unbekannte mehr - u.a. sprach sie auch beim G8 Gipfel.

Mit tatkräftiger Unterstützung der Ehrwalder Gemeinderätin Margit Schennach wurde den interessierten TeilnehmerInnen ein informativer Abend geboten. Unter dem Motto „Chaos im Kopf“ referierten Dipl.Päd. Markus Moosbrugger – Stv. Fachbereichsleiter Pflege am Ausbildungs-zentrum West für Gesundheits-berufe, Helga Rohra – Autorin und Selbstbetroffene und die Psychologin und Gedächtnistrainerin MMag. Manuela Baum-Tamerl.
Sehr berührt haben der Vortrag und die Lesesequenzen von Helga Rohra. Helga Rohra, einst erfolgreiche Simultandolmetscherin mit sieben Sprachen erhielt mit knapp über 50 die Diagnose Levy-Body-Demenz gestellt. Sie merkte selbst, dass etwas „nicht stimmte“ – trotzdem dauerte es über ein Jahr bis die Diagnose eindeutig war. Nach anfänglicher Verzweiflung mobilisierte sie ihre Kräfte und begann Hilfe zu bündeln und darüber zu sprechen und zu schreiben. Unter- stützt durch Ärzte und Therapeuten besann sie sich auf Fähigkeiten, die noch geblieben sind und begann aus dem Schatten zu treten. So auch der Titel ihres Buches „Aus dem Schatten treten“.
Sie nutzt ihre Ressourcen und kämpft als Frontfrau und erste Vorsitzende der Demenz-betroffenen in Europa für einen Perspektivenwechsel. Sie zeigte deutlich auf, dass doch noch vieles möglich ist wenn man aktiv ist und „trotzDEM“ an sich glaubt. Sie viele Tipps zum Umgang mit betroffenen Menschen und forderte „ behandelt uns nicht wie kleine Kinder und sprecht normal mit uns“!
Markus Moosbrugger sprach unter dem Titel „VerhaltensGESTÖRT oder Verhaltens-ORIGINELL über den Umgang mit Menschen, die an einer dementiellen Veränderung leiden. Viele Hilfestellungen gab es dabei für die betreuenden Angehörigen, die dabei selbst oft an ihre physischen und psychischen Grenzen stoßen. Er brachte viele lebensnahe Beispiele und wies darauf hin, dass es äußerst wichtig ist, wie man mit Menschen mit dementieller Beeinträchtigung kommuniziert. Das Eingehen auf die Menschen, deren Wertschätzung, das Entgegenbringen von Respekt und trotzdem ein bisschen Humor walten lassen machen es für alle Beteiligten einfacher. MMag. Manuela Baum-Tamerl zeigte auf, dass man nicht früh genug damit beginnen kann sein Gehirn zu trainieren. Denn wenn wir es nicht fordern, verkümmern viele Fähigkeiten, die wir in jungen Jahren gehabt haben. Mit einer Kombination aus Bewegungs- und geistigen Übungen regte sie auch zu später Stunde die Gehirnzellen noch an.
So war es kein Wunder, dass die Referenten auch nach dem offiziellen Teil noch lange mit persönlichen Fragen konfrontiert wurden.
Mehr als ein Beweis, dass die Krankheit Demenz uns alle in irgendeiner Art und Weise fordern wird.
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