07.09.2014, 14:00 Uhr

Unruhe im Naturpark Lech

Naturpark-Obmann Heiner Ginther will dem Thema Beachtung schenken. (Foto: privat)

Schön ist er, der Naturpark Tiroler Lech. Es gibt aber auch Dinge, die einfach nicht hingehören.

AUSSERFERN (rei). In der Ausgabe vom 30. Juli 2014 haben die Bezirksblätter darauf hingewiesen, dass es vorkommt, dass Radfahrer bzw. Biker sich durch die Stuibenfälle „zwängen“ - sehr zum Missfallen der Wanderer und Spaziergänger.

Negative Beispiele

„Danke für Ihre sehr vorsichtig formulierten und dennoch kritischen Anmerkungen zu den Bikern in den Stuibenfällen“, meldete sich eine Leserin mit einem Mail in unserer Redaktion und wies darauf hin, dass „nicht nur dort Mountainbiker seit mehr als einem Jahrzehnt ein großes Ärgernis für Wanderer sind“ und nannte Beispiele, die ihr aufgefallen sind:
„Bitte, unternehmen Sie gelegentlich eine Wanderung zwischen Hinterbichl und Oberletzen und erleben Sie, mit welcher Ignoranz und Arroganz das Fahrverbot missachtet wird. Dasselbe gilt für die Pflacher und Weißenbacher Lechauen. Dort werden mit Motocrossmaschinen, Mopeds und Quads die Schotterbänke durchpflügt. Die Lechauen haben an warmen Sommertagen große Anziehungskraft. Muss es sein, dass Autos und Wohnmobile bis ans Lechufer fahren? Darf jeder entlang der Lech­ufer seine hüttenartigen Behausungen und Grillplätze errichten?“
Vieles liege im Argen im Naturpark Tiroler Lech.

Frage der Zuständigkeit

„Wäre es nicht Aufgabe der Naturpark-Geschäftsstelle, sich derartiger Missstände anzunehmen? Wo bleiben die Schutzgebietsbetreuer? Sehen die Naturparkführer diese Verletzungen unserer einzigartigen, sensiblen und schützenswerten Auen nicht? Warum gibt es keine Naturpark-Ranger? Muss alles Geld in Bürokratie, Werbung und PR fließen?“ Es sind viele Fragen, welche unsere Leserin bewegen und wohl nicht nur sie.

Problematik nicht bewusst

Die Bezirksblätter haben bei Heiner Ginther nachgefragt. Er ist Bürgermeister von Elmen und damit der Standortgemeinde des neuen Naturparkhauses. Außerdem übt Ginther die Funktion des Obmannes des Naturparks Tiroler Lech aus.
Ihm ist die Problematik derzeit nicht in diesem Ausmaß bewusst. „In die Auen kann man inzwischen fast nicht mehr fahren. Viele Wege wurden mit großen Felsen sozusagen ‘gesperrt‘. Wir haben inzwischen außerdem Grillplätze eingerichtet, welche dem ‚wilden‘ Grillen den Reiz nehmen sollen. Ich denke, das funktioniert ganz gut.“
Dennoch will sich Ginther der Kritik nicht verschließen und diese in den zuständigen Gremien thematisieren: „Wir werden das besprechen“, versichert Ginther. Keinen Spielraum sieht er, was Kontrollen durch die Mitarbeiter des Naturparks anlangt: „Dafür haben wir einfach kein Personal. Außerdem würde sich sofort die Frage stellen, ob unsere Mitarbeiter überhaupt kontrollieren oder gar strafen dürfen?“

Kontrollen denkbar

Ginther kann sich aber vorstellen, dass vermehrt die Zusammenarbeit mit der Bergwacht gesucht wird, sollte sich das dargestellte Problem als latent herausstellen.
Doch auch deren Möglichkeiten seien, etwa bei Missachtung von Fahrverboten im Auwaldgebiet, eingeschränkt. „Da kann dann eigentlich nur noch die Polizei etwas tun“, merkt Ginther an.
Der Obmann des Naturparkvereins hofft, dass alles nicht ganz so schlimm ist. „Sollten sich die Probleme aber häufen, dann bitte ich darum, dass diese an unsere Naturpark-Geschäftsstelle in Elmen gemeldet werden.“
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