Grenzen überwinden und über sich selbst hinaus wachsen – Ein TSVler aus Obernberg versuchte dies

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Zum neunten Mal traf man sich heuer in Oggau im Burgenland zu einer sportlichen Herausforderung der Superlative: „Burgenland extrem 24h“ heißt die Veranstaltung, zu der sich heuer knapp 7000 Teilnehmer einfanden, um bei eisigen Temperaturen den Neusiedlersee zu umrunden – das sind 120 Kilometer.

Läufer, Geher und Nordic Walker nahmen sich die Strecke vor, unter ihnen auch Sven Schiszler vom TSV Obernberg 1885, der sich zum ersten Mal an diese Ultradistanz heranwagte und bei diesem Abenteuer von seiner Schwester Maja begleitet wurde. Als Nordic Walker wollten sie die Runde um den See mit Stöcken bezwingen, was ihnen erfolgreich gelang. Nach 24 Stunden und 49 Minuten gelangten sie dort wieder an, wo sie tags zuvor um 4:30 bei Minusgraden mit Tausenden anderen aufgebrochen waren, in Oggau – die Runde um den Neusiedlersee, die ein gutes Stück durch Ungarn führt war geschafft!

„Gefürchtet habe ich vor allem den eisigen Wind, der im Winter im Burgenland von Osten harsch bläst, aber letztlich hatten wir mit dem Wetter großes Glück: der Wind wehte nur mäßig und Regen oder Schnee blieb uns erspart. Letztlich blieben nur die Kälte und der gefrierende Nebel, denen es zu trotzen galt. Das machte die Seerunde zwar noch nicht zu einem Spaziergang, aber doch erheblich leichter“, meinte er erleichtert.

Was treibt einen dazu, 120 Kilometer in einem Stück unter die Füße zu nehmen? Keine Frage, das ist eine Grenzerfahrung – die Distanz ist eine körperliche und mentale Herausforderung. Man ist erschöpft und müde, die Kälte setzt einem zu, die Füße schmerzen, aber es gibt ein letztes Ziel und das heißt: durchkommen. Es ist einfach auch nett, wenn einen etwa in Apetlon am Ostufer des Neusiedlersees, zur Halbzeit sozusagen, Menschen aufmunternd zurufen „Weiter, Ihr schaffts das!“ Irgendwie hat man das Gefühl, dass die Menschen der Orte, durch die man marschiert, diese Veranstaltung mittragen, auch wenn sie nicht fähnchenschwenkend am Straßenrand stehen.
Burgenland extrem wird von den Veranstaltern bewußt nicht als Wettkampf organisiert, die Erfahrung mit sich selbst, der körperliche und mentale Grenzgang, steht im Vordergrund. Gehen, so weit die Füße tragen, ist das Motto – dabei werden übrigens auch kürzere Distanzen angeboten. Auch sonst geht man eigene, vorbildliche Wege: im Starterpaket der Teilnehmer findet sich ein robuster Faltbecher, den die Sportler für das Ausfassen von Getränken bei den Labestationen nutzen können. Damit wird bei den 7000 Sportlern und 12 Labestationen kein einziger Einweg-Plastikbecher notwendig und man spart unglaublich viel Müll.

In Purbach kredenzt ein Haubenkoch den Athleten eine über offenem Feuer warmgehaltene Ganslsuppe aus dem 50 Liter Kessel im rustikalen Innenhof seines Restaurants – sein persönlicher Beitrag zu „Burgenland extrem 24h“. Strohballen dienen als Sitzgelegenheit, wo die Walker und Läufer das wohlschmeckende Süppchen schlürfen und ihre ramponierten Füße notdürftig behandeln – die Feuerstellen werden umringt von Sportlern, die nach 20 Stunden Strapazen schon etwas einsilbig geworden sind. Und dennoch: Der Geist von Burgenland extrem liegt auch hier in der Luft – trotz aller Erschöpfung kein unfreundliches Wort unter den Teilnehmern, kein Drängeln bei der Schlange vor dem Suppentopf – im Gegenteil: wer in ein moralisches Tief fällt, wird aufgemuntert und „mitgezogen“, gemeinsam schaffen wir das. Wer schließlich in Oggau wieder ankommt, der weiß, was er zu leisten im Stande ist. Knappes Fazit von Sven Schiszler zu dieser Veranstaltung: unbedingt empfehlenswert! Mit seiner Schwester war er sich schnell einig: Neusiedlersee, wir kommen wieder!

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