Kein Fährbetrieb nach Inzell mehr

Friedrich Bernhofer (Vorsitzender Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich), Markus Luger (Längsfähre), Petra Riffert (GF WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH) und Andreas Winkelhofer (GF Oberösterreich Tourismus) übergaben T-Shirts.
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  • Friedrich Bernhofer (Vorsitzender Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich), Markus Luger (Längsfähre), Petra Riffert (GF WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH) und Andreas Winkelhofer (GF Oberösterreich Tourismus) übergaben T-Shirts.
  • Foto: Foto: WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH
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BEZIRK (anh). Für viele stellen die Fähren im Gebiet der Donauschlinge Schlögen ein wichtiges Transportmittel dar, denn entlang der Donau lässt es sich gut wandern oder Radfahren. Viele Jahre kümmerte sich die Familie Pumberger um die Längsfähre durch die Schlögener Schlinge, welche mit Unterstützung des Landes Oberösterreich betrieben wurde, da die Errichtung eines Radweges am Mühlviertler Donauufer aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht möglich ist. Wanderern fiel nun auf, dass die Anlegestelle in Inzell herausgezogen worden war und die Gerüchteküche brodelte. Kostet der Betrieb der Fähre am Ende zu viel Geld und gab es vom Land etwa zu wenig Förderungen dafür? Dies kann weder bestätigt noch widerlegt werden. Fakt ist jedoch, dass sich in puncto Längsfähre tatsächlich etwas getan hat: Das Brüderpaar Luger aus Ottensheim hat nunmehr diesen Verkehr übernommen, der für die Donauorte und -Betriebe in den Gemeinden Hofkirchen, Niederkappel, Kirchberg und St. Martin von größter Bedeutung ist. Die Längsfähre fährt bis Ende September täglich von 10 bis 19 Uhr zwischen Au und Grafenau. Weiters wird die Fähre bei Schönwetter an den Wochenenden im Oktober verkehren. Dies war in einer Presseaussendung der WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH zu lesen. Friedrich Bernhofer und Petra Riffert, der Vorsitzende und die Geschäftsführerin der Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich haben dieser Tage mit dem neuen Geschäftsführer des Oberösterreich-Tourismus Andreas Winkelhofer den Fährmännern Donau-T-Shirts als neue „Dienstbekleidung“ übergeben.

Inzell wird nicht mehr angefahren

Fakt ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass Inzell dabei tatsächlich nicht mehr angefahren wird. Laut Sepp Pointinger, der die Gegend gut kennt, stellt dies einen großen Nachteil vor allem für Wanderer dar. "Wanderer fuhren etwa mit der Fähre in Schlögen oder in der Au zum linken Donauufer, wanderten am Naturlehrpfad nach Grafenau, namen dann die Längsfähre in Anspruch und fuhren dann mit ihr nach Inzell. Von dort gingen sie auf dem schönen alpinen Steig von Inzell am Höhenrücken entlang zum Steinernen Felsen und zum Schlögener Blick nach Schlögen oder Haibach zurück – eine wunderschöne Rundwanderung", sagt Josef Pointinger und ergänzt: "Es wird so viel Werbung für diese Region gemacht und dann kommt es auf so eine Kleinigkeit an. Es sind ja nicht hunderte Wanderer, die diese Runde machen." Eine bekannte Wandergruppe aus Hartkirchen hätte ihm erzählt, dass sie die Runde öfters im Jahr gegangen wäre und sich nun fragen würde, warum der Tourismus beziehungsweise die Veranwortlichen in dieser Angelegenheit nun so kurzsichtig wären. Es koste ja auch nicht viel. "Da wird immer vom schönen Donausteig geschrieben und Werbung gemacht und dann ist dieses Service für Wanderer auf einmal nicht mehr möglich. Wenn man mit der Längsfähre zurück nach Au fährt, muss man wieder zwei Kilometer zurück nach Inzell zum Aufstieg zum Steinernen Felsen gehen, damit man die schöne Runde wandern kann", so die Wanderer. Sie finden die derzeitige Situation unzufriedenstellend und wünschen sich eine bedarfsgerechte Aufrechterhaltung des Services.

In den Vereinbarungen nicht vorgesehen

In der Pressemitteilung der WG Donau Oberösterreich Tourismus GmbH steht diesbezüglich geschrieben, dass die Bürgermeister der vier Donaugemeinden für die Aufrechterhaltung des Fährbetriebes gekämpft hätten und über die nun mehr gefundene Lösung erleichtert wären. Petra Riffert, Geschäftsführerin der Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich meint: "In den derzeitigen Vereinbarungen ist die Fähre zwischen Au und Grafenau als reine Längsfähre vorgesehen, die nicht den Zweck des Übersetzens verfolgt und daher auch in dieser Form nicht gefördert wird." Dafür gäbe es ohnehin die beiden bestehenden Querfähren, die es Personen ermöglichen würden, auf beide Seiten zu wechseln.

"Weg vom Kirchturmdenken"

Haibachs Bürgermeister Franz Straßl fordert in Hinblick auf den generellen Donautourismus ein "Weggehen vom Kirchturmdenken". Man solle nicht nur im Kleinen denken, sondern die ganze Region miteinbeziehen. "Wenn wir nur im Kleinen denken und nur ein Teilgebiet der Region bewerben, dann gehen wir irgendwann unter", so der Ortschef. Er wünscht sich daher die stärkere Miteinbindung von Haibach in puncto Anlegestellen und Tourismuswerbung.

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