Maibaum Crew brachte den Maibaum zurück nach Wels

Für die Welser Vizebürgermeisterin gabs von Chef-Maibaumdieb Christian Mülleder ein Busserl.
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UPDATE – Die Verhandlungen

Die Verhandlungen mit Bürgermeister Andreas Rabl in Wels waren erfolgreich: Am kommenden Samstag von der Maibaum Crew Steinbruch und der Stadtfeuerwehr Wels bei einem großen Fest wieder aufgestellt. Nachdem die Maibaum Crew Steinbruch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag den Welser Maibaum geschickt entwendet hatte, erreichte den Welser Bürgermeister Andreas Rabl bereits um drei Uhr morgens ein Anruf. Ein aufmerksamer Unternehmer der Welser Innenstadt hatte den Diebstahl bemerkt. Doch da war der Maibaum auch schon weg.

Stadtfeuerwehr half mit

Zumindest aus der Innenstadt. Wels hat er zunächst nicht verlassen, denn nachdem die Maibaum Crew von Polizeibeamten aufgehalten worden war, mussten die Crew-Mitglieder den Maibaum aus Gründen der Verkehrssicherheit vorerst in der Stadt lassen. Die Maibaumdiebe – die meisten von ihnen sind selbst Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr – durften das Diebesgut bei der Stadtfeuerwehr Wels zwischenlagern.

Die Crew gab nicht auf

Nun herrschte „Schrecken in der ganzen Stadt“, wie Bürgermeister Andreas Rabl in der Zwischenzeit schmunzelnd erzählt. Eine weitere Überraschung für alle war wohl der Moment, als die Burschen aus dem Mühlviertel am Donnerstag in der Nacht tatsächlich mit einem Sondertransport anrückten, um den Maibaum nach Steinbruch zu bringen. „Es hat wohl jeder geglaubt, nach dem missglückten Transportversuch wäre uns das zu blöd“, sagt Maibaumdieb Christian Mühleder.

Sicherheitstechnisch korrekt transportiert

Bereits am Donnerstag gegen Mittag fand sich ein Transportunternehmen, das für diesen ganz speziellen Sondertransport seine Dienste zur Verfügung stellte. Die Firma Burgstaller aus Niederwaldkirchen fuhr mit der Maibaum Crew Steinbruch zur Stadtfeuerwehr Wels, um den Maibaum sicherheitstechnisch korrekt nach Steinbruch zu holen. „Da ich an diesem Tag zufällig einen LKW zur Verfügung hatte, habe ich mich entschlossen, den Maibaum zu transportieren, denn mir gefällt es, wenn es junge Leute gibt, welche Brauchtum und Traditionen pflegen“, sagt Helmut Burgstaller.

„Beweise“ des Bürgermeisters nicht ausreichend

Dem Welser Bürgermeister blieb also nichts anderes übrig, als die Burschen zu „Verhandlungen“ einzuladen. „Naturgemäß haben wir hart verhandelt, wie es eben dazugehört“, so Bürgermeister Rabl. Anfangs war das Stadtoberhaupt – ein Jurist – nicht ganz überzeugt davon, dass der Maibaum nicht beschädigt wurde. Er hat daher ein abgebrochenes Stück vom Wipfel als „Beweis“ mitgebracht und der Crew vorgelegt. Die Maibaum Crew jedoch konnte die Wogen glätten und erklärte: „Der Wipfel bricht bei 95 Prozent aller Maibäume, die umgelegt werden, ab. Wir haben ihn aber wieder angeschraubt. Ansonsten ist der Maibaum unversehrt.“

Wels freut sich auf Rückkehr

Nach Klärung aller Missverständnisse ist man rasch zu einer Einigung gekommen. Am Samstag, 12. Mai, wird der Maibaum wieder nach Wels zurückgebracht und von der Maibaum Crew Steinbruch und der Welser Feuerwehr um 10 Uhr aufgestellt – umrahmt von einem großen Stadtfest. Bürgermeister Andreas Rabl rechnet mit mehreren hundert Besuchern, sofern das Wetter mitspielt. „Ganz Wels freut sich schon darauf.“ Eines jedoch steht für ihn fest: Im nächsten Jahr erhält der Maibaum eine „Rundum-Bewachung“.

Das war bisher geschehen:
NEUFELDEN, EFERDING. Alle Jahre wieder. Seit 2013 sorgt die Maibaum Crew aus Steinbruch (Gemeinde Neufelden) ohne Unterbrechung im Monat Mai für Schlagzeilen.

Eferding ohne Baum

Ergibt sich eine günstige Gelegenheit, so schlägt die Maibaum Crew Steinbruch zu. Diese ergab sich in der Nacht auf Mittwoch in der „Gunstlage“. Den mittlerweile erfahrenen Maibaumdieben gelang es, den Eferdinger Maibaum nach Steinbruch zu bringen.
Zuvor hatten sie die Maibäume aus Arnreit und Putzleinsdorf nach Hause gebracht. Heute Nacht folgte der Baum aus St. Marienkirchen. Hauptsächlich Muskelkraft, geeignetes Werkzeug und beste Vorbereitung verhelfen den Steinbrüchlern Jahr für Jahr zu den erfolgreichen Streifzügen. „Das A und O ist die Vorbereitung und dass man sich auf alle verlassen kann. Jeder weiß, wofür er zuständig ist“, sagt Christian Mühleder von der Maibaum Crew Steinbruch.

Muskelkraft, Scharfsinn und Erfahrung

Eine gewisse Muskelkraft ist natürlich Voraussetzung. „Wir trainieren das ganze Jahr bei der Arbeit“, sagt Mühleder. Gefragt sind jedoch auch Scharfsinn und Erfahrung. „Der Eferdinger Maibaum war der 42., den wir gestohlen haben. Wir haben also mittlerweile jahrelange Erfahrung.“  Heute kam bereits Eferdings Bürgermeister Severin Mair nach Steinbruch, um mit den Dieben die Rückgabe des Baumes zu verhandeln. Für ihn ist nach anfänglicher Überraschung über den Diebstahl eines klar: Der Maibaum kommt zurück nach Eferding, und zwar am Freitag, 11. Mai.

Maibaum zuerst ausschauen

Maibäumen, die „haarig“ sind, werden zum Teil schon beim Aufstellen genauer unter die Lupe genommen. Höchste Priorität wird dabei auf das „Ausschauen des Maibaums“ gelegt. „Bei manchen sehen wir uns schon beim Aufstellen an, wie sie anschließend in umgekehrter Reihenfolge umgelegt werden müssen“, verrät Mühleder. Dabei ist die Maibaum Crew in Zivilkleidung unterwegs, versteht sich.

Sicherheit steht an oberster Stelle

Der ganze Spaß fordert zahlreiche schlaflose Nächste. Dennoch steckt viel Know-How dahinter, weil gerade in Sicherheitsfragen Details entscheiden. Und die Sicherheit hat für die Mitglieder der Maibaum Crew oberste Priorität. „Brauchtum sollte man hochleben lassen, aber niemand sollte Schaden nehmen. Auch Sachschäden müssen vermieden werden“, betont Christian Mühleder. Wichtig ist den Steinbrüchlern, dass die Maibäume nicht umgeschnitten, sondern herausgewunden werden.

Polizei stoppte Diebe

Ein weiterer Maibaum, nämlich jener aus Wels wurde heute Nacht (3. auf 4. Mai) von "Sondertransporte Burgstaller" aus Niederwaldkirchen nach Steinbruch gebracht. Denn dieser Baum war zu lang – fanden zumindest Polizeibeamte, die den „erlaubten Diebstahl“  in der Nacht in Wels bemerkten und stoppten. Der Baum wurde schließlich bei einem Feuerwehrdepot zwischengelagert und gestern abgeholt. Heute, am 4. Mai wird er in Steinbruch aufgestellt. "Heute Abend um 17 Uhr gibt es bei der Shopping Night in Wels ein Treffen mit dem Welser Bürgermeiser Andras Rabl, wo Verhandlungen über die Auslöse geführt werden", sagt Christian Mühleder.

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