28.11.2017, 10:33 Uhr

Jetzt wird's ernst: Für oder gegen ein Erlebnisbad?

Erlebnisbad – ja oder nein? Diese Frage müssen alle Gemeinden bis Ende Dezember in einem Grundsatzbeschluss beantworten. (Foto: Foto: KK/STW)

Erlebnisbad-Machbarkeitsstudie wurde vor 300 Gemeinderäten des Bezirks präsentiert.

ROHRBACH-BERG, BEZIRK. "Bei der Veranstaltung war grundsätzlich eine positive Stimmung. Knackpunkt wird eine bestimmte Gemeinde sein. Von ihr haben wir bisher die meiste Ablehnung gespürt. Die müssen wir überzeugen", sagt der Hallenbad-Arbeitskreisleiter Bürgermeister Andreas Lindorfer. Jene Gemeinde, um die es geht, wäre eine wichtige, um die späteren Kosten zu schultern. "Wir müssen an einem Strang ziehen", sagt Andreas Hannerer von der SPÖ-Rohrbach-Berg. "Sobald sich eine Gemeinde ausklinkt, weiß ich nicht, wie die anderen reagieren", sagt Andreas Lindorfer.

Genaue Kostenaufstellung

Die Autoren der Machbarkeitsstudie – die Firma Conos – haben eine genaue Kostenaufstellung gemacht, welche Gemeinde später welchen Kostenanteil leisten müsste. Dieser Anteil berechnet sich je nach Distanz zum Hallenbad. Die Gemeinden wurden in Zonen eingeteilt. (siehe Bild unten). Den Löwenanteil müsste die Standortgemeinde Rohrbach-Berg mit jährlich 125.000 Euro – für Rückzahlung, laufende Kosten und Abgang) stemmen. Dahinter lägen Aigen-Schlägl mit rund 30.000 Euro und Haslach mit 24.000 Euro sowie Sarleinsbach (22.000 Euro) und Altenfelden (20.800 Euro). Der geringste Beitrag käme aus Ahorn (etwa 2.600 Euro pro Jahr). 22 Orte liegen bei einem Beitrag von unter 10.000 Euro pro Jahr. "Es stellt sich nicht die Frage, können wir uns das leisten oder nicht. Vielmehr geht es darum, wie wir den Bezirk attraktivieren und die Abwanderung bremsen können. Zum Beispiel durch ein besseres Freizeitangebot", sagt LAbg. Georg Ecker. In die gleiche Kerbe schlägt LAbg. Ulrike Wall. "Man muss die Sorgen der Abgangsgemeinden ernst nehmen, aber es braucht auch Visionen und Mut, sich über so ein Projekt drüberzutrauen."

Alle sollen mitzahlen

"Wenn wir ,Voi lebn‘ haben wollen in unserem Bezirk, braucht es diese Infrastruktur – das wichtige Puzzleteil für einen guten Standort", sagt LAbg. Ulrike Schwarz. Sie gibt zu bedenken, dass es sich auf die finanzielle Situation der Gemeinden auswirken wird, wenn immer weniger Menschen hier leben wollen. "Die Ertragsanteile der Gemeinden – die nach Einwohnern bemessen werden – sinken und irgendwann später lassen sich solche Projekte bestimmt nicht mehr finanzieren. Das muss man jetzt mitbedenken und ein Musterprojekt in Oberösterreich schaffen", sagt sie. Schwarz will auch die Tourismusverbände aufrütteln, sich stärker für dieses Vorhaben einzusetzen und nicht nur auf den Hochficht zu setzen.

Geld für Hallenbad abholen

Bürgermeister Lindorfer ist wichtig, dass Hallenbäder und Freibäder nicht in einen Topf geworfen werden. "Kommt das Hallenbad nicht, wird es deshalb nicht mehr Geld für Freibäder geben", sagt er und geht noch weiter: "Die geplante Landesförderung von mindestens 6,5 Millionen Euro wäre dann für den Bezirk auch weg." Kritik übt Andreas Hannerer am Land: "Das Land lässt uns völllig alleine. Wenn man 40 Gemeinden unter einen Hut bringen soll, ist das der falsche Weg", sagt er. Gerade, weil das Vorhaben eine langfristige Finanzierung von mehr als 20 Jahren braucht. Außerdem hätte Hannerer gerne vorab geklärt, wieviel Geld es tatsächlich vom Land gibt. Nun aber sind erst einmal die Gemeinderäte am Wort.



Zur Sache:
• Bis Ende Dezember 2017/Jänner 2018 sollen nun alle Gemeinden einen Grundsatzbeschluss zum Erlebnis-Hallenbad fassen. Wenn einstimmig ein "Ja" herauskommt, soll bis März 2018 die Entscheidung für das bestgeeignetste Areal getroffen werden und mit dem Land über die Höhe der Förderungen weiterverhandelt werden. Gibt es kein Ok für das Projekt, muss sich der Arbeitskreis Hallenbad noch einmal intensiv mit dem Thema befassen.
• Von der Projektfinanzierung ausgenommen ist Ulrichsberg. Weil die Gemeinde selbst ein Hallenbad hat und dafür Abgang zahlen muss, sollen sie beim neuen Erlebnisbad in Rohrbach-Berg lediglich einen Mindest-Gesellschafteranteil von 1 Prozent bezahlen. "Das wären derzeit: 350 Euro im Jahr", sagt Andreas Lindorfer.
• Laut Machbarkeitsstudie würde das Erlebnis-Bad 18 Vollzeit-Arbeitsplätze schaffen.
• Sollte ein Hallenbad gebaut werden, könnte es im Dezember 2021 eröffnet werden.
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