28.11.2017, 09:20 Uhr

"Winter werden immer milder": Winterdienst im Bezirk Rohrbach ist trotzdem gerüstet

Pro Saison werden in Oberösterreich im langjährigen Schnitt zwischen 90 und 125 Winterdiensttage verzeichnet. (Foto: Foto: Fotolia/hadot)

Die Straßenmeistereien Lembach, Ulrichsberg und St. Martin starten gut vorbereitet in die Wintersaison.

BEZIRK (anh). Die Temperaturen sinken, Frost und Eis machen sich breit. Für die 550 Winterdienstmitarbeiter in den 31 Straßenmeistereien Oberösterreichs beginnt eine stressige Zeit. Die Vorbereitungen dafür laufen aber bereits seit Monaten. Schon im Sommer wurde das Auftausalz zur Bekämpfung von winterlicher Straßenglätte eingelagert. 45.000 Tonnen Streusalz befinden sich landesweit in 105 Silos und sechs Lagerhallen. Ein hochentwickeltes Silomanagementsystem überwacht nicht nur alle Befüllungen und Entnahmen, sondern bestellt auch automatisch Salz nach. Dieses kommt von zwei Firmen: von der "Salinen Austria AG" aus Ebensee und von der List Salzhandel GmbH aus Hallein.

Drei Straßenmeistereien

Im Bezirk Rohrbach gibt es drei Straßenmeistereien, die sich um das Räumen des höherrangigen Straßennetzes kümmern: Lembach, Ulrichsberg und St. Martin. "Wir betreuen knapp 200 Kilometer", gibt Stefan Lanzerstorfer von der Straßenmeisterei Lembach Auskunft. Die St. Martiner sorgen sich ebenfalls um fast 200 Kilometer, die Ulrichsberger um 164. Zudem fallen ein paar Fahrbahnen in den Zuständigkeitsbereich der Straßenmeisterei Bad Leonfelden im Nachbarbezirk Urfahr-Umgebung. Hauptverkehrsadern werden zuerst gesäubert, danach sind die weniger befahrenen Straßen an der Reihe. Gemeindestraßen und Güterwege fallen in die Verantwortung der jeweiligen Gemeinde. Nicht zuständig ist der Winterdienst für nicht-öffentliche Radwege, Gehsteige und Gehwege. Diese müssen Haus- und Grundstückseigentümer selbst reinigen.

Viel Salz bei Eisregen

Der Winterdienst gehe laut Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner aber weit über die Salzstreuung hinaus. "Winterdienst bedeutet, mit den modernsten Techniken in die Zukunft zu schauen, um auf alles vorbereitet zu sein. Nur so kann auch bei schlechter Witterung die Verkehrssicherheit auf unserer Straßeninfrastruktur aufrecht erhalten werden", so Steinkellner. Der 31. Jänner 2017 ging zum Beispiel laut Marco Sterk, Pressesprecher des Büros LR Steinkellner, in die Geschichte ein. "Aufgrund intensiven Eisregens wurden 4.200 Tonnen Streusalz an einem Tag benötigt", informiert Sterk. Der durchschnittliche Tagesverbrauch im langjährigen Schnitt liege vergleichsweise bei nur 350 Tonnen. Pro Saison werden im Winterdienst zwischen 90 und 125 Einsatztage verzeichnet. 2016/2017 kostete der Winterdienst im ganzen Bundesland 19,8 Millionen Euro, 46.000 Tonnen Streusalz wurden verbraucht.

Temperaturen steigen

Langfristige Wetterprognosen für den Winter 2017/18 sind laut den Experten von Blue Sky Wetteranalysen aus Attnang-Puchheim noch nicht möglich. Durchschnittlich werden die Winter in Zukunft jedoch milder. "Durch die Klimaerwärmung werden die Temperaturen auch im Winter steigen. Dies bedeutet weniger Tage mit Frost und Schnee", berichtet Geschäftsführer Wolfgang Traunmüller. Zwischen den milden Wintern würde es aber auch hin und wieder extremere geben. Für den Winterdienst seien die Veränderungen noch nicht direkt spürbar, denn die intensivste Betreuung fände an Tagen mit Temperaturen um Null Grad statt. Diese Tage kämen in Zukunft genauso häufig vor wie früher. 

Zur Sache

Im Bezirk Rohrbach sind drei Straßenmeistereien für das höherrangige Straßennetz zuständig:

• Die Straßenmeisterei Lembach verrichtet den Winterdienst auf 200 Kilometern Straßen. Dort stehen ein Silo mit 90 Tonnen, einer mit 140 Tonnen sowie eine Mischanlage für Sole mit maximal 16 m³ Fassungsvermögen zur Verfügung. In der Saison 2016/17 musste an 99 Tagen ausgerückt werden.
• Die Straßenmeisterei St. Martin betreut 190,23 Kilometer Straßen und hat rund 700 Tonnen Salz vorrätig. In der letzten Saison 2016/17 wurden 122 Winterdiensttage verzeichnet.
• Die Straßenmeisterei Ulrichsberg kümmert sich um 164 Kilometer Straßen und hat 740 Tonnen Salz gelagert. In der letzten Saison standen die Mitarbeiter dort 130 Tage im Einsatz.
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Annika Höller aus Rohrbach | 28.11.2017 | 09:21   Melden
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