02.01.2018, 16:58 Uhr

Episoden aus meinem Leben - Auto und Fahren

Episoden aus meinem Leben

10. Splitter - Ich bitte um einen passenden aussagekräftigen Titel

Nach dem Abschied von meinem Motorrad, meiner geliebten Gilera, fahre ich das erste Mal im Jahr 1970 als 28-Jähriger ein eigenes Auto, einen Peugeot 504 mit Schiebedach. Offiziell gehört dieser PKW nach wie vor meiner damaligen Frau, aber hauptsächlich bin ich damit unterwegs. Neben individuellen und gemeinsamen Stadtfahrten in Wien besuchen wir Verwandte in Krems und Strass im Strassertal, fahren nach Ottenschlag in Urlaub und in verschiedene Reitställe östlich von Wien.

Wenig erfreulich ist eine dieser Reitklub-Fahrten, als 3 Kinder an ungeregelter Stelle über die Straße laufen und eines der Mädchen zudem noch stehen bleibt. Es wird durch mein Auto niedergestossen, wobei es schwere Verletzungen erleidet. Mir werden 60% der Schuld zugeschrieben, dem Mädchen 40%. Ich erlebe dies eher umgekehrt. Dieses Begebnis und durchaus auch andere tragen mir viele Jahre später das Kommentar meiner Tochter ein: "Ja, bei Deiner Fahrweise!"

Aber es gibt auch viele sehr erfreuliche Fahrten mit diesem Auto. Ich lerne eine neue Qualität des lustvollen Autofahrens kennen, des Chauffierens und Manövrierens mit einem Pferdeanhänger. Meine Tochter nimmt nämlich an Reitturnieren teil und ich genieße das Vertrauen, ihr Pferd dorthin zu führen. Je besser der Rang, den sie bei diesen Turnieren erringt und je größer der dazugehörige Pokal, desto größer unser aller Freude.

Das nächste Auto, das ich 1989 leichtgläubig naiv und unbedarft kaufe, ist ein Fiat-Fiorino-Kleinbus und ein einziger Reinfall. Bei Fälligkeit der nächsten Begutachtung des Autos stellt sich heraus, dass dieser "Kasterl-"Wagen keine Prüf-Plakette mehr bekommen kann. Somit tritt die ursprüngliche Vereinbarung in Kraft, dass der Kauf rückgängig gemacht wird. Da ein Blechschaden entstanden ist, einigen wir uns auf die Hälfte des Kaufpreises, den ich dann aber erst über den Anwalt erhalte.

Ein halbes Jahr später erwerbe ich von meinem Stiefsohn einen Ford Escort. Dieses Auto wird bei der Anmeldung fälschlich unter der Kennzeichen-Nummer W 111.111 versichert. Erst nach einer Reklamation meinerseits wird das Kennzeichen richtig gestellt.

Es vergeht ein weiteres halbes Jahr bis ein neues Auto ins Haus steht. Es geht um den Kauf eines "riesengroßen" Steyr Fiat 126, natürlich gebraucht und - was ab jetzt für fast alle von mir gelenkten Fahrzeuge gilt - auf den Namen meiner neuen Frau. Sie ist Eigentümerin einer Firma. Ich bin anderswo erfolgreich angestellt.

Ich wundere mich selber, wie ich in dieses Fahrzeug einsteigen kann, denn Platz ist keiner vorhanden. Trotzdem reisen wir mit unseren Schiern am Dach nach Tirol zum Wintersport und genießen die Fahrt trotz - oder wegen? - der Enge außerordentlich.

Liegt es daran, dass ich dicker werde oder hat es andere Gründe, dass wir bereits nach einem weiteren Jahr einen Ford Taunus 2000 Ghia kaufen. Der hat außer ein bisschen Rost und defekten Bremsen hinten links und vorne rechts keine Probleme.

Nach zwei Jahren, im Jahr 1992, ist wieder ein Ford Escort dran, Type 37 kW. Zunächst zahlen wir ein bisschen zu viel Versicherung, nämlich für 57 kW, was jedoch richtig gestellt wird.

1995 geht es um einen Ford Sierra 2000, der beim Kauf nur 136.000 km "am Buckel" hat. Ein Jahr später beginnt meine "Karriere" als (entdeckter) Schnellfahrer, der jetzt für eine Überschreitung von 26 km/h im Ortsgebiet öS 800 bezahlen muss. Zwei Jahre später schreibe ich in einem Schadensbericht an die Versicherung unter der Rubrik "Wodurch hätte das Ereignis verhindert werden können?" zu einem mir angelasteten Unfall Folgendes: "Wenn ich während der Prüfung des Fussgängerübergangs stehen geblieben wäre, um noch einmal einen Blick auf entgegenkommende Fahrzeuge zu werfen, wenn der Unfallgegner langsamer gefahren wäre, wenn ein Fussgänger gequert hätte, wenn das Straßenbahn-Wartehäuschen … " (und hier ist tatsächlich der Platz aus, sodass man annehmen kann, ich hätte noch viele zusätzliche Argumente).

1997 fallen wir betreffend der Automarke aus der Rolle und kaufen einen Mazda 626, erst acht Jahre alt. Erstmalig wird meine Frau aktiv und verursacht einen (kleinen) Parkschaden. Ich muss wieder einmal öS 300 für Schnellfahren bezahlen. 1999 wird dieser Mazda durch einen Auffahrunfall - ausnahmsweise bin ich unschuldig - zum Totalschaden.

Natürlich muss er ersetzt werden und zwar 2000 durch einen blauen Ford Mondeo Traveller Kombi (wir sind wieder bei Ford angelangt, arbeitet doch der Sohn meiner Frau bei Ford). Bei diesem Fahrzeug passiert uns nichts Außergewöhnliches abgesehen von einer Reparaturrechnung über DM 3.000 in München und vom Diebstahl des Zulassungsscheins (Visa- und Diners-Club-Card sind auch weg) in Wien.

Danach, Ende 2005 ist bei meiner Frau wieder ein Ford Sierra dran. Auch der ist ein Kombi und blau, wie aus einer Verständigung der Polizeistation zu einem Parkschaden ersichtlich ist, in dem derselbe "Opfer" ist. Auch dieser Sierra "dauert" nur bis zu unserem Kauf des fabriksneuen Ford Galaxy.

Ich beginne bereits 2003 mit einem Ford Scorpio, der jetzt endlich auf mich geschrieben ist und - nicht deswegen, aber wegen seiner Qualität beim Fahren - zum Lieblingsfahrzeug meiner Frau avanciert. Auch ich liebe ihn und fahre einmal sogar - kurzfristig, still, heimlich und - sofern das möglich ist - leise 200 km/h. Erwischt werde ich nur mit 104 statt 80 km/h auf der Bundesstraße, und? Das Schnellfahren ist bei mir eben schon üblich.

Ich arbeite jetzt am südlichen Ende des Gürtels. So ergibt es sich, dass ich - fleissig wie ich bin - um acht, halb neun am Abend über den zu dieser Zeit verkehrsberuhigten Gürtel flott unterwegs bin, zumal ich nur an wenigen Stellen eine Querung von anderen Fahrzeugen, gesichert durch Ampeln, erwarten muss. Besonders schnell werde ich da in beziehungsweise knapp nach einer bestimmten Unterführung, sodass man mir dort in regelmäßigen Abständen bescheinigt, im Stadtgebiet zu schnell unterwegs zu sein. Locker bezahle ich und denke darüber nicht weiter nach, außer dass ich die Tempokontrolle an solch einer Stelle für getarnte Abzocke halte.

Da jedoch die polizeilichen Mühlen langsam, jedoch verlässlich mahlen, erlebe ich dann doch eine höchst unangenehme Überraschung und das nach dem dritten (oder ist es schon der fünfte?) derartigen Vorfall. Die Geschwindigkeitsüberschreitung an derselben Stelle, passiert in relativ kurzen Zeitabständen, beschert mir die förmliche, korrekt signierte und gestempelte Aufforderung, meinen Führerschein für drei Monate abzugeben. Das gefällt mir nicht wirklich, weil es meinen Rhythmus durchbricht und mich dazu zwingt, wieder, wenn auch zeitlich begrenzt, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vorlieb zu nehmen.

Mein Stiefsohn erinnert mich mit Vergnügen daran, dass ich im Stadtgebiet öfters mit 110 Stundenkilometern dahingeflitzt wäre. Laut den von mir jetzt entdecken Strafverfügungen ist nur von 76 und im schlimmsten Fall von 90 Stundenkilometern die Rede.
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Anna Dobnik aus Hietzing | 02.01.2018 | 19:05   Melden
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