03.09.2014, 16:34 Uhr

Irrlicht: Bordell mausert sich zur Theater-Bar

Lino Kleingarn und Christina Berzaczy lieben die schräge Atmosphäre in ihrem Irrlicht

In der früheren Melody Bar geben Musik, Performance und Spiele den Ton an.

"Das Irrlicht ist eine interaktive Theaterbar, hier wird gemeinsam gefeiert, gespielt und gelacht", erklärt Christina Berzaczy das Konzept des Lokals. Zu trinken gibt's natürlich auch. Und kleine Snacks. Wie in einer ganz normalen Bar eben. Nicht teuer, nicht exotisch, aber gut.

Faszinierendes Experiment

Gemeinsam mit Schauspielkollegen Lino Kleingarn hat sie sich auf das Experiment "Irrlicht" vor einigen Monaten eingelassen. Schon vor der Eröffnung haben die beiden Theaterprofis und Spieleetwickler das Konzept im Freundeskreis erprobt, mit Theater, Kabarett, oder der Storyteller´s Night, in der das Publikum gemeinsam ein Stück schreibt, das im Anschluss von Schauspielprofis auf der Bühne gespielt wird. "Wir wollen die Menschen im Grätzel zusammen bringen. Gerade am Abend hat hier ein Treffpunkt gefehlt."

Gefühlvoller Umbau, viel Patina

"Wir haben fast alles gelassen, wie es war, damit die bizarr-faszinierende Atmosphäre von früher erhalten bleibt", erzählt Lino Kleingarn. Natürlich wurde geputzt, das Mobiliar flexibel installiert, um mehrere Bühnen im gleichen Raum zu ermöglichen. Übrigens alles in Eigenregie. Freunde haben mitgeholfen, Nachbarn. "Wir hatten nicht die Mittel für großartige Investitionen, aber umso mehr Liebe und Engagement."

Charmante Ideen

Aus den drei Separées wurden die Betten entfernt und jedes in einen anderen Erlebnisraum umgestaltet. Eines als Künstlergarderobe mit einer Riesendusche, die an heißen Tagen den Gästen als "Shower to go" für eine erfrischende Dusche zur Verfügung steht, Handtücher inklusive. Dann ein Kostümraum mit eingebautem Fotostudio. Hier kann man sich verkleiden und ungestört per Fernauslöser selbst fotografieren. Der Chip bleibt übrigens in der Kamera. Die schönsten Fotos werden von den beiden Chefs ausgewählt und in den Auslagen präsentiert, jede Woche andere. Der dritte Raum ist voller 1990er Jahre Nostalgie: Man spielt mit geliehenen oder mitgebrachten Super Nintendo-Spielen auf einem alten Röhrenfernseher. Und sogar im Vorraum zum Klo wird's kreativ: Eine Schreibmaschine lädt ein, die soeben gefassten Gedanken zu Papier zu bringen.

Geöffnet ist das Irrlicht täglich von 18 bis 2 Uhr.
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