"Mietrecht muss flexibler werden"

SALZBURG. Damit die angespannte Wohnsituation in der Stadt Salzburg entschärft werden kann, hat die SPÖ ein Modell gegen Wohnungsnot entwickelt: Die Stadt gründet eine gemeinnützige Gesellschaft, die leere Wohnungen anmietet und provisionsfrei an Suchende vermittelt. Bürgermeis- ter Heinz Schaden betont, dass viele leerstehende Wohnungen lediglich zur Geldanlage erworben wurden und deshalb nicht vermietet werden würden, weil die Eigentümer keine Probleme haben wollen. Die Salzburger Immobilienmakler sind von den Plänen der Stadt nur mäßig begeistert. Das Stadtblatt sprach mit Gerald Hubner, Sprecher der Salzburger Immobilienmakler und Geschäftsführender Gesellschafter von Hölzl & Hubner Immobilien, über ein veraltetes Mietrecht und mögliche Lösungsvorschläge.

Die Stadt plant eine stadteigene Vermietungsgesellschaft, um leerstehende Wohnungen auf den Markt zu bringen. Was halten Sie davon?
GERALD HUBNER:
Grundsätzlich begrüße ich die Idee, dass Mietraum mobilisiert wird. Aber der Weg und die Vorgehensweise sollten andere sein.

Worin sehen Sie das Hauptproblem an dieser Vorgehensweise?
GERALD HUBNER:
Es ist ein unzulässiger Eingriff in Tätigkeitsbereiche, die den Immobilienmaklern vorbehalten sein sollten. Diese verfügen über ausreichend Know-how und Erfahrung.

Was glauben Sie: Warum steht in der Stadt so wenig Mietraum zur Verfügung?
GERALD HUBNER:
Ich glaube, dass der Hauptgrund in einem völlig unpraktikablen, nicht mehr zeitgemäßen Mietrecht liegt. Das sehen wir und hören es auch immer wieder von Vermietern. Wir prangern dieses veraltete Mietrecht bereits seit einigen Jahren an, es gibt auch auf Bundesebene Bestrebungen zu einer Neuregelung.

Können Sie das konkreter ausdrücken und wie würde Ihr Vorschlag aussehen, um Wohnungen auf den Markt zu bringen?
GERALD HUBNER:
Es ist so, dass es bei den meisten Wohnungen eine Mindestbefristung von drei Jahren gibt. Das ist sowohl für den Vermieter im Fall eines Eigenbedarfs als auch für den Mieter nicht ideal, weil man die Menschen quasi dazu zwingt, sich so lange zu binden. Zudem ist das Mietrecht nicht transparent und nicht verständlich, man braucht schon fast einen Mietrechtsexperten, das wollen sich viele Wohnungseigentümer einfach nicht antun. Ein modernes Mietrecht muss die Interessen des Vermieters und Mieters gleichermaßen wahren und es muss praktikabel für die heutige Zeit sein.

Immobilien-Preisspiegel:
Laut Immobilien-Preisspiegel 2013, der von der Wirtschaftskammer erhoben wurde, liegt der frei vereinbarte Mietzins bei Wohnungen in der Stadt Salzburg mit mittlerem Wohnwert ab 60m² bei 7,4 €/m², mit gutem Wohnwert bei 9,2 €/m², mit sehr gutem Wohnwert bei 11,3 €/m².

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Autor:

Lisa Gold aus Salzburg-Stadt

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