30.10.2016, 13:25 Uhr

"Wir sollten mehr dem Bauchgefühl vertrauen"

Clemens Maria Schreiner (Foto: Kleines Theater/Arnold Pöschl)

Kabarettist Clemens Maria Schreiner vom Stück "Was wäre wenn" im Stadtblatt-Gespräch.

SALZBURG (lg). Am sechsten November feiert das Kabarett "Was wäre wenn" mit Clemens Maria Schreiner im Kleinen Theater seine Premiere. Das Stadtblatt sprach mit dem Kabarettisten über die Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen und worauf sich das Publikum freuen darf.

Das Stück dreht sich um die ewige Frage „Was wäre wenn…“. Wie oft haben Sie sich diese Frage selbst schon gestellt im „echten Leben?
C. M. SCHREINER:
Ich glaube, jeder stellt sich diese Frage ab und zu. Und in Wahrheit könnte man sie ständig stellen. Abheben oder wegdrücken? Karriere oder Familie? Schnitzel oder Schweinsbraten? Tausend Abzweigungen am Lebensweg. Aber die Zielgerade entpuppt sich oft als Kreisverkehr. Und so bleibt die Frage nach dem „Was wäre wenn“ ein Leben lang aktuell.

Worauf darf sich das Publikum in Salzburg an diesem Abend freuen - was erwartet das Publikum?
C. M. SCHREINER
:Das Publikum erwartet ein Abend, dessen Verlauf es selbst mitbestimmen kann. Ein Programm voller überraschender Wendungen also. Und mich erwartet jedes Mal die Herausforderung, auf die Entscheidungen des Publikums einzugehen - und das ganze am Ende unter einen Hut zu bringen.

Wie ist die Idee zu dem Kabarett entstanden, waren die Wahrnehmungen aus dem eigenen Familien- und Freundeskreis ausschlaggebend?
C. M. SCHREINER:
Die Grundidee zum Programm entstammt meiner Freude am Improvisieren. Sie wünschen - wir spielen. Natürlich stehen aber schon mehr Konzept, mehr fertige Bausteine dahinter als bei einem reinem Stehgreifabend. Trotzdem bringt das interaktive Element eine Leichtigkeit in den Abend, die mir - und dem Publikum - viel Spaß macht.

Sie beziehen in dem Stück das Publikum aktiv mit ein - glauben Sie, dass die meisten im echten Leben anders entscheiden würden als sie es vielleicht im Stück tun?
C. M. SCHREINER:
Sicherlich. In meinem Programm zeigt das Publikum sich oft sehr risikofreudig - schließlich muss es die Konsequenzen ja nicht selbst ausbaden. Dafür bin ich ja da. Für die Leute gilt also: Wählen Sie ruhig das, was Ihnen im echten Leben zu riskant wäre. Ist ja nicht Ihr Programm.

Wie ist das Stück angelegt, müssen Sie immer spontan reagieren, je nachdem welche Entscheidungen das Publikum gerade trifft?
C. M. SCHREINER:
Der Abend gibt mir viel Raum, um mit den Entscheidungen des Publikums zu spielen. Spontaneität ist da auf alle Fälle gefragt, aber auch ein liebevoller Umgang mit den Menschen. Bei mir braucht sich niemand zu fürchten, dass er gegen seinen Willen ins Programm eingebaut wird.

Warum fällt es uns glauben Sie oft so schwer. Entscheidungen zu treffen, sodass wir uns immer mit der Frage „Was wäre wenn“ quälen?
C. M. SCHREINER:
Wir machen uns oft selbst den Stress, immer richtig entscheiden zu wollen. Aber was heißt schon richtig? Ab und zu muss man einfach auch dem eigenen Bauchgefühl nachgehen. Wer alles zu sehr verkopft hat keinen Spaß mehr am Leben. Und letztendlich trifft man trotzdem nicht weniger Entscheidungen, die man irgendwann vielleicht bereut.

Sehen Sie „Was wäre wenn“ auch als Lehrstück, wollen Sie eine Botschaft an das Publikum vermitteln?
C. M. SCHREINER:
Es geht an diesem Abend nicht nur um persönliche Entscheidungen, sondern auch darum, wie demokratische Entscheidungsprozesse funktionieren oder auch nicht. Das ist natürlich gerade brandaktuell. Mir ist schon wichtig, dass die Zuschauer auch zum Nachdenken angeregt werden - die Botschaft daraus soll dann aber am sechsten November jeder für sich ziehen.

Hier geht' zum Gewinnspiel für das Kabarett am 6. November in Salzburg
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