07.09.2016, 10:49 Uhr

"Komme kaum aus meiner Wohnung"

Die Pensionistin Martha G. in ihrer knapp 40 Quadratmeter großen Garconniere in der Goethestraße 5 in Itzling.

Die Goethestraße 5 wird barrierefrei gemacht – einer Bewohnerin geht das "zu langsam".

SALZBURG (lg). Seit gut 17 Jahren lebt die Salzburgerin Martha G. in einer 39 Quadratmeter großen Garconniere mit Balkon in der Goethestraßensiedlung Nr. 5 in Itzling.

Auf Rollstuhl angewiesen

"Ich habe trotz des wenigen Platzes alles, was ich benötige. Auch in der Goethestraße fühle ich mich sehr wohl, auch wenn manche Menschen die Nase rümpfen, weil hier auf engem Raum sehr viele Wohnungen sind, aber ich mag die Menschen hier. Ich würde nirgendwo lieber wohnen", erzählt die Pensionistin, die früher bereits als Hausbesorgerin in der Goethestraße gelebt und gearbeitet hat. Doch seit April dieses Jahres ist die Freude am Wohnen in der Goethestraße für die Pensionistin, die aufgrund einer schweren Erkrankung auf den Rollstuhl beziehungsweise in ihrer Wohnung auf den Rollator angewiesen ist, getrübt.

Balkone werden saniert

"Im April dieses Jahres hat die gswb mit der Sanierung der Balkone begonnen, diese wird voraussichtlich bis Ende Oktober dauern. Das heißt, ich kann in diesem Sommer meinen Balkon keinen Tag genießen, der Großteil meiner Balkontüre ist durch Holzplatten und Gerüste verstellt", erklärt die Salzburgerin. Doch das wäre noch nicht das große Problem für sie. "Ich verstehe natürlich, dass die Balkone und die Außenfassade nach einer gewissen Zeit erneuert und saniert werden müssen, keine Frage. Da geht es allen Bewohnern des Wohnblocks gleich. Mein Problem ist, dass ich – weil ich auf den Rollstuhl angewiesen bin – keine Möglichkeit habe, nach draußen zu kommen. Im Zuge der Sanierung wird die gswb den Hauseingang durch eine Rampe auch barrierefrei machen, allerdings erst nachdem alle Arbeiten bei den Balkonen abgeschlossen sind, sprich Ende Oktober", schildert Martha G., die nur dann das Haus verlassen kann, wenn ihr Sohn oder ihre Schwester vorbeikommen und ihr dabei behilflich sind.

Barrierefrei gemacht

"Ich habe bereits mehrmals bei der gswb angefragt, ob man nicht die Rampe bereits jetzt anbringen kann. Aber leider wurde das immer wieder abgelehnt und gesagt, dass dies eine Verzögerung für die Arbeiten an der Außenfassade bedeuten würde. Jetzt sitze ich meist den ganzen Tag in meiner Garconniere", so Martha G. Die gswb ist derzeit dabei, die alten Häuser aus den 70er-Jahren nach und nach barrierefrei zu machen:
"In den 70er-Jahren war eben leider noch ein anderer Standard als heute. Jetzt wird jedes Haus von uns nach und nach barrierefrei gemacht. Es kommt auch in der Goethestraße 5 eine Rampe für den barrierefreien Zugang hin, allerdings kann das erst nach Abschluss der aktuellen Arbeiten passieren, weil dazu der Eingang aufgerissen wird und dann vorübergehend nur über eine Notlösung zugänglich ist. Das Ganze passiert dann Ende Oktober", so die gswb.
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