Ein fast ausgestorbener Beruf
Rechenmacher z'Hof – der letzte Rechenmacher im Innviertel

Familie Bachmayer-Fischer sind die Rechenmacher z'Hof in Eggerding.
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  • Familie Bachmayer-Fischer sind die Rechenmacher z'Hof in Eggerding.
  • Foto: Bachmayer-Fischer
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Familie Bachmayer-Fischer in Eggerding lebt ein altes, fast ausgestorbenes Handwerk: Sie stellen Rechen und Werkzeugstiele her. 

EGGERDING. Ein Rundgang durch die Produktionshalle gleicht einer Reise durch eine längst vergangene Zeit: überall alte Maschinen, gebaut vor gut 100 Jahren vom Gründer des Familienunternehmens, Johann Fischer, höchstpersönlich. Aber immer noch funktionstüchtig. Auf ihnen fertigt die Familie Bachmayer-Fischer, die Rechenmacher z'Hof, noch heute Rechen und Werkzeugstiele an. Alles Unikate, die in mühevoller Handarbeit hergestellt werden.

Schneiden, bohren und immer wieder fräsen

"Wir bekommen die Bretter alle regional geliefert, im Schnitt in vier bis sechs Meter Länge. Die schneiden wir dann her, wie wir sie brauchen", erläutert Gerlinde Bachmayer-Fischer die ersten Schritte vom Brett zum fertigen Rechen. Danach heißt es Löcher bohren, fräsen, Zähne per Hand einklopfen, danach per Druckluft einschlagen und anschließend wieder fräsen. "Zum Schluss kommen bei Plastikzähnen noch die Verbindungen drauf, bei Holzrechen zwei Holzzähne", so die Rechenmacherin z'Hof. Im Schnitt brauche es eineinhalb Stunden, bis ein Holzrechen fertig ist, fügt sie hinzu. 

700 Rechen pro Jahr

Rund 700 Rechen und Werkzeugstiele erzeugt das Familienunternehmen so pro Jahr – in erster Linie für Baufirmen in Oberösterreich und Salzburg. Aber auch Leute aus der Region kaufen immer wieder mal Werkzeug. Denn neben Rechen und naturbelassenen Werkzeugstielen produziert der Eggerdinger Betrieb Schaufeln, Gabeln, Besen und Sensen. Außerdem werden Reparaturen durchgeführt. "Viele wissen nicht, dass Rechen und Stiele auch repariert werden können oder dass das wer macht", meint Bachmayer-Fischer, die zusammen mit ihrem Mann, ihrer Mutter und ihren beiden Kindern das Unternehmen am Laufen hält. 
"Einfach ist es nicht immer gewesen", gibt sie zu. "Es gab Jahre, da sagten wir uns, es wäre besser aufzuhören. Uns braucht doch keiner. Aber irgendwann war die Talsohle überstanden und heute habe ich den Eindruck, die Leute schätzen das Handgemachte wieder mehr."

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