Scheibbser Bezirk "rüstet auf"

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BEZIRK SCHEIBBS. Die Niederösterreicher sind Österreichs Waffennarren. Von den mit 1. Jänner 2018 österreichweit 1.023.037 registrierten Waffen entfallen 285.275 auf Niederösterreich. Diese verteilen sich auf 78.405 Personen.
Einige davon sind im Scheibbser Bezirk zu finden, nämlich insgesamt 6.849. Unterteilt werden die Schießeisen in die Kategorien A bis D. In die Kategorie A fallen verbotene Schusswaffen und Kriegsmaterial, welche nicht mehr zum Verkauf angeboten werden. Von den Waffen der ersten Kategorie gibt es bezirksweit 25 Stück. Mit Kategorie B werden Faustfeuerwaffen, wie Revolver und Pistolen, halbautomatische Schusswaffen und Repetierflinten bezeichnet. Davon gibt es in Scheibbs 1.784 Exemplare. Büchsen der Kategorie C nehmen mit 4.653 den Löwenanteil der Waffen im Bezirk ein. Auf die letzte Kategorie D entfallen schließlich 387 Flinten.

Schießen mit Tradition

Um die Faszination hinter Waffen besser zu verstehen, haben sich die BEZIRKSBLÄTTER SCHEIBBS zum Schützenverein in Gaming begeben. Dort wird im sportlichen Bereich mit Luftdruckgewehren geschossen. Der Gaminger Schützenverein, der aus einer, bedingt durch die Türkeneinfälle, gegründeten Bürgerwehr hervorgegangen ist, besteht bereits seit dem Jahre 1588. Der Verein zählt derzeit rund 100 Mitglieder, wovon ungefähr 35 aktiv am Vereinsleben teilnehmen. Mit Bernhard Pickl hat man sogar einen Staatsmeister im Team. "Schießstände werden im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt. Die Bevölkerung wollte wehrhaft bleiben, und so war es sogar verpflichtend regelmäßig zu den Schießabenden zu kommen", erzählt der Gaminger Oberschützenmeister und Jäger Wolfgang Pickl. Trainiert wird zwei Mal pro Woche. Am Wochenende geht es dann meistens zu den Wettbewerben. "Der Schießsport ist eine Sportart, die Konzentration, Koordination und Disziplin fordert und fördert", meint Wolfgang Pickl, der bereits seit seinem 18. Lebensjahr regelmäßig schießt.

Anstieg an Waffenbesitzern

Der jährliche Anstieg an Waffenbesitzern beträgt rund vier Prozent. "Nach dem Boom der letzten Jahre, hat sich die Nachfrage wieder normalisiert", meint Manfred Lienbacher, Geschäftsführer von Waffen Höllmüller in Scheibbs.
Für Pazifisten sind Waffen in Zeiten des Friedens und Wohlstands wahrscheinlich nur ein unnötiges Überbleibsel aus vergangenen Tagen. Für die Waffenbesitzer sind die Schusseisen gelebte Tradition, gepaart mit einem Hauch an Notwendigkeit.

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