Rot/Grüner Abschied vom Landtag

SCHWAZ (fh). Die Politik ist ein schlüpfriges Parkett und wer sich längerfristig behaupten will braucht nicht nur ein dickes Fell sondern auch ein funktionierendes Netzwerk innerhalb und außerhalb der Partei. Die Landtagsabgeordneten Klaus Gasteiger (Bürgermeister von Kaltenbach/SPÖ) und Hermann Weratschnig (Gemeinderat von Schwaz/Grüne) sind per se gute Netzwerker und suchen den Dialog. Für Medien haben sie ohnehin immer ein offenes Ohr denn die Themen anzubringen gehört zum Tagesgeschäft eines Politikers. Die Zeit als Abgeordnete ist für die beiden Herren nun jedoch abgelaufen und sie verabschieden sich vom Landtag und der politischen Arbeit für ihre Fraktionen. Weratschnig, der zwar noch auf Platz 1 im Bezirk und auf dem 12 Listenplatz im Land kandidiert, glaubt nicht an ein wahlarithmetisches Wunder und hat ebenfalls mit der Landespolitik abgeschlossen. "Ich unterstütze zwar die grüne Fraktion rund um Ingrid Felipe aber ich bin Realist und bereite mich jetzt auf eine neue Aufgabe in der Privatwirtschaft vor", so Weratschnig.

Jünger und weiblicher
Beide Politiker sind, und dies ist wohl nicht übertrieben, Bauernopfer ihrer jeweiligen Partei. Denn sowohl SPÖ als auch Grüne haben der Partei ein Frischzellenkur verordnet und man möchte jünger und vor allem weiblicher werden. Dass Ingrid Felipe, nach dem Wahldebakel im Bund (Grüne fliegen aus dem Nationalrat), nach wie vor fest im Sattel sitzt passt zwar nicht ganz ins Bild, wird jedoch geflissentlich ignoriert.
Was Klaus Gasteiger betrifft so hat auch er Bekantschaft mit der "Girl-Power" der SPÖ gemacht denn ganz freiwillig war der Abgang dann doch nicht. "Man hat mir zu verstehen gegeben, dass man sich verjüngen und weiblicher werden will. Jene Positionen die man mir zuerkannt hätte wären an unwählbarer Stelle gewesen und ich habe abgelehnt", so Gasteiger, der Angebote von vier Parteien gehabt hätte auf ihren jeweiligen Listen an wählbarer Stell zu kandidieren. Auch er will sich beruflich neu orientieren, bleibt aber Bürgermeister von Kaltenbach.
Gasteiger und Weratschnig scheiden beide nicht ganz freiwillig aus dem Tiroler Landtag aus und der Grund für ihren jeweiligen Abgang ist in der parteipolitischen Auseinandersetzung zu suchen. Mit Gasteiger und Weratschnig verliert der Tiroler Landtag und auch die Parteien zwei fähige und erfahrene Politiker, welche sich stets für die Sache engagiert haben.

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