Schnell, stark & erfolgreich: Stephan Mikula ist einer der besten Tischfußballspieler der Welt

Stephan Mikula spielt mit den weltbesten 
Sportlern um den Titel.
  • Stephan Mikula spielt mit den weltbesten
    Sportlern um den Titel.
  • hochgeladen von RMagazin Schwaz

Es ist wohl eine der beliebtesten Tätigkeiten von Menschen jeder Altersgruppe, dennoch zählt es – wenn ernsthaft betrieben – zu einer absoluten Randsportart: Tischfußball. Der Schwazer Stephan Mikula spielt in internationalen Turnieren um den Sieg mit und zählt zu den Besten in seiner Disziplin. Er hat uns besucht, um über die Faszination des Sportes, den Ligabetrieb in Österreich und seine größten Erfolge zu sprechen.

Es hat alles ganz klassisch angefangen. Beim Ausgehen hat er sich mit Freunden zum Tischfußballtisch gestellt und so einen spannenden Abend verbracht. Doch irgendwann hat ihn das Fieber gepackt und aus den lustigen, abendgestaltenden Plänkeleien und Juxspielen wurde irgendwann Ernst. Eines Abends hat er jemanden getroffen, der bei Turnieren mitspielt. Er hat Stephans Talent erkannt und ihn zu einem Turnier mitgenommen, wo Stephan gleich auf Anhieb den zweiten Platz belegt hat. Somit war der Weg geebnet für eine steile Karriere. „Ich habe begonnen, viel zu trainieren. Dabei ist es mir vor allem zugute gekommen, dass ich viel beobachtet habe, wie jene, die schon länger spielen, taktieren und hantieren“, erklärt Stephan Mikula seine Anfänge. Im Laufe der Zeit hat er einige Vereine in der Umgebung begründet oder mitbegründet. Doch oft stand da nur der Spaß und Jux im Vordergrund.

TFC Exballisto

Das war für Mikula zu wenig. Schließlich hat er mit dem TFC Exballisto im Jahr 2006 einen Verein ins Leben gerufen, bei dem tatsächlich nur die Elite dabei ist. „Hier sind nur noch Leute, die tatsächlich des Sportes wegen Tischfußball spielen und nicht nur wegen der Gaudi“, ist Mikula stolz. Die Kernaussage des Vereins: Auf das Wesentliche konzentrieren. Die zehn bis zwölf ständigen Mitglieder trainieren mehrmals die Woche unter Wettkampfbedingungen. „Da geht es bei jedem Training zu, als ob man um den Weltmeistertitel kämpft, auch von der Motivation her“, so Stephan Mikula mit einem Schmunzeln. „Das ist hart, aber es macht sich auch bezahlt. Wir sind in Serie Landesmeister, es hat in Tirol noch nie einen anderen Meister gegeben als unser Team, und auch die Einzelspieler sind sehr stark. Wir sind kein klassischer Einsteigerverein“, erklärt Mikula. Der Teamspirit ist den Sportlern sehr wichtig. „Der gegenseitige Respekt vor unseren Leistungen ist das Um und Auf. Das ist im Endeffekt alles, was uns bleibt. Man tut das für den persönlichen Erfolg und die Anerkennung unter den eigenen Leuten“, gibt Mikula einen Einblick. Verdienstchancen gibt es in dieser Randsportart so gut wie keine. Vom Niveau her wäre Mikula eigentlich Profi, doch die Sponsoringmöglichkeiten lassen das derzeit nicht zu. „Die Strukturen sind sehr gut aufgestellt, obwohl der Sport schwach beworben und gesponsert wird“, erklärt der Sportler.

Strukturen

Der Weltverband ITSF (International Table Socker Federation) kämpft derzeit darum, dass Tischfußball eine olympische Disziplin wird. Darunter gibt es in jedem Staat einen Verband, wie z.B. den TFBÖ (Tischfußballbund Österreich), der sich wieder in die Landesverbände wie z.B. in Tirol organisiert. Darin organisieren sich wiederum die einzelnen Vereine. Die Turniere werden auf unterschiedlichen Tischen gespielt. „In Österreich ist die präferierte Tischart der Garlando, ein Tisch mit Holz/Plastik-Griffen. Die verschiedenen Tische sind auch sehr unterschiedlich zu spielen. Das kann man zum Beispiel mit Tennis vergleichen. Da macht es auch einen Unterschied, ob man auf Sand oder in der Halle spielt“, erläutert Mikula. Auf dem Garlando zählt Mikula derzeit zu den Top Fünf Spielern in Österreich. Insgesamt rangiert er unter den Top 50 der Welt. „Es werden für die Rangliste immer nur die sieben besten Turnierergebnisse gewertet. Oft korrelieren der Zeitaufwand und das Ranglistenergebnis. Wenn man mehr Turniere spielt, steigen die Chancen, dass man bessere Ergebnisse liefert. Ich lege jetzt nicht so viel Wert darauf, ich habe ja auch noch einen Beruf und natürlich eine Familie. Ich spiele in Österreich die meisten Turniere, für manche fahre ich ins Ausland“, so Mikula.

Faszination Tischfußball

Stephan Mikula hat bereits vieles vorher ausprobiert, Dart oder Billiard beispielsweise, doch keine andere Sportart löste eine derartige Faszination für den Schwazer aus wie Tischfußball. „Es ist reaktionsschnell, man muss defensiv immer da sein und offensiv starke Leistungen bringen. Man kann jedes Spiel aufholen oder auch einen hohen Vorsprung verspielen. Es ist nicht eintönig, der Gegner ist aktiv dabei, man kann reagieren und sich gegenseitig herausfordern“, beschreibt Mikula mit Begeisterung. Der verheiratete Familienvater einer 12-jährigen Tochter hat 2016 mit dem Nationalteam Gold bei den World Series erreicht, das ist vergleichbar mit einem Weltmeistertitel, der jedoch im Tischfußball alle zwei Jahre bei einem eigenen Turnier gekürt wird. 2014 – bei seinem ersten Weltranglistenturnier – hat er den 1. ITSF Pro-Tour Sieg errungen. Außerdem war er amtierender Staatsmeister für 2016. Stephan Mikula tritt in den drei Disziplinen Einzel, Doppel und Mixed (gemeinsam mit einer Frau) an. Doch auch trotz der Erfolge, die der Schwazer Sportler bislang errungen hat, bleiben noch einige Ziele offen, auf die er hinarbeitet. Eine Top-Drei-Platzierung bei der Weltmeisterschaft oder der WM-Titel mit dem Nationalteam stehen hierbei ganz oben auf der Liste. Mentale Überlegenheit, viel Training und die Kraft – besonders in den Handgelenken – werden dafür sorgen, dass Stephan Mikula auch in Zukunft große Erfolge nach Hause bringt. Wir wünschen ihm dafür alles Gute!

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen