29.06.2017, 12:50 Uhr

Leserbrief zur Schließung der Stallenalm

Leserbrief (Foto: MEV/Dirk Holst)

Familie Franz und Elisabeth Sponring aus Stans

Wer das Leben nicht genießen will, soll es wenigstens den andern nicht vermiesen. (W. Ludin)


Schade!!!!!!!!!!!!!!!

Die wunderschöne Stallenalm wird nicht mehr bewirtschaftet. Inmitten einer einmaligen landschaftlichen Kulisse steht eine gemütliche Hütte, in der man sich bis jetzt nach einer Wanderung stärken und ausruhen konnte. Egal ob man eine lange Bergtour oder nur einen feinen Spaziergang von Bärenrast aus machte, die Pause in der „Stallen“ war nicht nur ein leiblicher Genuss sondern auch Labsal für die Seele. Mit viel Liebe, Einsatz und Eifer wurde die Alm über 20 Jahre lang von der Familie Laimgruber mit tatkräftiger Unterstützung von Monika bewirtschaftet. Oft haben sich dort Menschen, die sich vorher überhaupt nicht kannten, zu netten Gesprächen zusammengefunden und manches Mal sind sogar Freundschaften daraus entstanden. Ein absolutes Paradies natürlich auch für Kinder, die hier Natur wirklich „erleben“ konnten. Wir kennen die Familie Laimgruber persönlich und haben mitbekommen, dass die Bewirtschaftung der Alm kein leichter „Nebenjob“ war, denn gerade die Almzeit ist auch am Bauernhof, den sie ebenfalls bewirtschaften, eine arbeitsintensive Periode. Die anstrengende Zeit wurde in Kauf genommen und auf eigene Interessen wurde verzichtet. Natürlich auch aus wirtschaftlichen Gründen denn der Ertrag aus dieser Arbeit war Bestandteil des Einkommens. Aber LEICHT erarbeitet war dieses Geld wirklich nicht. Nicht nur große Gasthäuser, Hotels etc. müssen mit behördlichen Vorschriften umgehen – auch ein Almbetreiber wird mit Verboten, Geboten und Verordnungen konfrontiert. Wie wir alle ja immer wieder in den Medien lesen und hören, ist dies nicht nur eine seelische sondern auch eine finanzielle Belastung. Also musste speziell in den letzten Jahren einiges an Geld investiert werden. Die Freude an der Arbeit und das Engagement gingen dadurch trotzdem nicht verloren. Das Ende brachten dann Personen, die plötzlich auf Rechte pochen die vorher nie besprochen wurden und die sich von Geräuschen gestört fühlen, die seit mehr als 20 Jahren unverändert sind. Dass diese Leute laut Paragraphen recht haben wurde von der Familie anerkannt, denn jedem ist bekannt, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt. Schon Ferstl, ein österreichischer Lehrer und Dichter sagte: „Die einzig artgerechte Form einer fruchtbringenden Auseinandersetzung ist das sich Zusammensetzen“. Wenn aber das Bemühen um eine gütliche und für beide Seiten akzeptable Lösung mit Füßen getreten wird, dann kann wohl jeder Mensch verstehen dass die Frage nach dem Sinn des getätigten Einsatzes auftaucht. Dass die Antwort auf diese Frage ergibt, dass man sich diesem körperlichen, finanziellen und vor allen Dingen seelischen Druck nicht mehr aussetzt, ist für die bisherigen Genießer der „Stallen“ schmerzlich und ein wirklicher Verlust eines Ortes der Erholung, Entspannung und Stärkung. Betrachtet man die Lage aber einmal von der Seite des Bewirtschafters, so glauben zumindest wir, ist es nachvollziehbar. Wir können nur noch einmal sagen: S C H A D E
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