25.07.2017, 12:37 Uhr

Verkehr ist Dauerbrenner im Bezirk

Im Sommergespräch berichtet LA Hermann Weratschnig über wichtige Brennpunkte im Bezirk

BB: Sie sind jetzt seit 2013 Landtagsvizepräsident? Was waren bisher Erfolge und woran ist Schwarz-Grün gescheitert?
Weratschnig: Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, das Tirolticket, das Ende des Agrarstreits und der Erhalt der Kalkkögel sind die großen Leuchttürme. Für den Bezirk Schwaz freut es mich, dass wir an den Wochenenden eine Nachtschiene für alle Nachtschwärmer und Schichtarbeiter bis Kufstein anbieten können. Daran war ich selbst beteiligt und spüre, dass man als einzelner Abgeordneter was bewirken kann. Viele Dinge sind nicht gescheitert, aber sie brauchen länger als man meint. Die Park & Ride Parkplätze an den Bahnhöfen in Schwaz und Jenbach sind Projekte, die Durchhaltevermögen brauchen. Die Bürgermeister Hans Lintner und Dietmar Wallner haben diese Kraft. Bei der Achenseebahn ist man aber bis dato an Finanzierungsfragen gescheitert.

BB: Bei der Zählstelle Schwaz werden jährlich mehr LKWs gezählt. Warum kann Tirol den steigenden Transit nicht eindämmen?
Weratschnig: Ja, es fahren mehr LKWs und die Luft wird besser, weil auf saubere Motoren umgestellt wird und Tempo 100 weniger Schadstoffe verursacht. Das glauben nicht alle, aber die Fakten sprechen ein deutliche Sprache. Tirol braucht jetzt die Unterstützung durch unsere Nachbarn in Südtirol und Bayern, um durch die Angleichung der Mauten die Schiene attraktiver zu machen und Umwegverkehr zu vermeiden. Den Transitverkehr eindämmen ist mittlerweile eine wirtschaftliche Aufgabe. Je mehr LKWs „just in time“ billig durch die Tirol fahren, desto weniger Chancen haben unsere Betriebe. Ich werde es noch erleben gemeinsam mit Franz Hörl auf der Autobahn zu stehen und für die regionale Wirtschaft und dem Tourismus zu demonstrieren. Also runter mit den Schadstoffen und rauf auf die Schiene nach dem Prinzip der Kostenwahrheit. Dafür braucht es Verladestellen bereits in Bayern und Italien und keinesfalls eine dritte Autobahnspur.

BB: Sie sind als Spitzenkandidat in Schwaz gewählt? Sind Sie wieder im Landtag?
Weratschnig: Das entscheiden die Wähler und vorher im Herbst bewerbe ich mich auf der Landesliste der Tiroler Grünen. Ich bin zuversichtlich im Team von Ingrid Felipe und Gebi Mair dabei zu sein. Und das entscheiden bei uns die Mitglieder.

BB: Was sind derzeit die Brennpunkte im Bezirk?
Weratschnig: Als Verkehrssprecher sehe ich viele Verkehrsprobleme vor allem im Zillertal, aber auch den Verkehr in den Dörfern mit viel Lärm und Platzmangel. Mit der Umstellung auf Elektromobilität wird sich viel zum guten verändern. Das 5 Euro Wohnen in Schwaz muss sich auch in anderen Gemeinden stärker etablieren. Es müssen allerdings nicht immer 5 Euro pro Meter sein. Der Ausbau der Kinderbetreuung ist zu forcieren, auf unseren Naturraum müssen wir schauen und der Ausbau der Erneuerbaren Energieträger ist zu beschleunigen.

BB: Sie äußern sich kritisch in Raumordnungsfragen. Wie sehen sie die Raumordnung der Zukunft im Bezirk?
Weratschnig: Es braucht verfügbare Flächen für mehr Wohnraum, mehr Anreize die Ortskerne wiederzubeleben und die Sicherung unserer landwirtschaftlichen Produktionsflächen und Naherholungsgebiete. Keinen Platz haben neue Fachmarktzentren. Da wäre ich strenger in der Handhabe. Ich war damals gegen das Projekt in Schlitters und warum es neue Fachmärkte geben muss mitten im Prozess der Digitalisierung ist für mich nicht nachvollziehbar. Die Gemeinden hätten es in der Hand mit dem Mittel der Stellplatzverordnung.
 

 
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