02.09.2014, 11:52 Uhr

Dieser Zug ist abgefahren

Die Aufsichträte der Achenseebahn sind ennttäuscht vom fehlenden Vertrauen der Aktionäre

Nach einer desaströsen Hauptversammlung wollen vier Aufsichtsräte der Achenseebahn zurücktreten. Der Aufsichtsratvorsitzende Christian Kittl, der heftig für sein unakzeptables Verhalten kritisiert wird, will davon nichts wissen.

Die Enttäuschung bei den Aufsichtsräten der Achenseebahn BM Josef Hausberger, BM Stefan Meßner, TVB Obmann Hans Entner und GR Silvia Schwaiger ist groß. Zwar wurden sie bei der Aktionärsversammlung aus rechtlicher Sicht entlastet, aus moralischer Sicht allerdings nicht. Zu viele Gegenstimmen hätten gezeigt, dass kein Vertrauensverhältnis mehr vorhanden sei. Für die vier Aufsichtsräte ist ein Rücktritt die logische Konsequenz.

Ein Rücktritt in der Warteschleife

Der angekündigte sofortige Rücktritt ist aufgrund rechtlicher Bestimmungen aber nicht möglich und auch nicht sinnvoll. „Da lediglich eine Nachwahl und nicht ein Totalaustausch des Aufsichtsrates die Folge wäre, halten wir bis zum ehestmöglichen Termin die Stellung,“ erklärt BM Hausberger den Grund für den Aufschub des Rücktritts.
Bis dahin wollen die Aufsichtsräte aber nicht die Hände in den Schoß legen. „Ein solches Szenario wie bei der letzten Hauptversammlung darf es nicht mehr geben,“ zeigt sich Entner bestimmt. Alle vier distanzieren sich klar vom unangebrachten Verhalten und schlechten Umgang des Vorsitzenden gegenüber den Aktionären und Mitarbeitern und entschuldigten sich für die turbulente Sitzung.

„Wir verlassen nicht das sinkende Schiff!“

Nach vielen negativen Schlagzeilen, in denen von hohen Schulden und personellen Fehlentscheidungen berichtet wurde, scheint der Eklat bei der Versammlung nur die Spitze des Eisberges zu sein. Die vier Räte betonen aber, dass sie sich nicht aus der Affäre ziehen würden. „Es ist kein schlechtes Geschäftsjahr zu erwarten, die Situation ist nicht mehr so dramatisch wie im letzten Jahr,“ erklärt Hausberger. Allerdings seien strukturelle Veränderungen erforderlich, auch ein Sanierungskonzept müsse ausgearbeitet werden und nicht zuletzt müsse etwas gegen die negative Stimmung getan werden.
Es wartet noch viel Arbeit auf die Aufsichtsräte, die spätestens bei der nächsten Hauptversammlung im Sommer 2015 zurücktreten können. Und das, wo zusätzlich noch viele Altlasten geklärt werden müssen, wie etwa Ungereimtheiten in der Bianz oder die erst in diesem Jahr aufgedeckte Schwarzgeldkasse. Ein gerichtliches Verfahren ist gegen den ehemaligen Vorstand Bernhard Marchi anhängig und soll endlich für Klarheit sorgen und einen Neuanfang ermöglichen. Bis dahin wird bei der Achenseebahn aber noch viel schwarzer Rauch aufgehen.
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