22.03.2017, 18:27 Uhr

Spatenstich für Tirols erste Käseschneide- und Verpackungsanlage in Schlitters

GF Hannes Esterhammer bei seinen Begrüßungsworten
Schlitters: Kolbitsch Areal | Auf dem ehemaligen Sägewerksareal Kolbitsch in der Gemeinde Schlitters wird künftig Käse statt Holz verarbeitet.
Konsumenten greifen bei Käse immer häufiger zu kleineren Verpackungseinheiten. Kleinbetriebe können diese Anforderung bis jetzt jedoch oft nicht erfüllen. Aus diesem Grund taten sich zehn Tiroler Sennereien vom Außerfern bis ins Tiroler Unterland zusammen und haben die Firma Tirol Pack GmbH gegründet. Dies vor allem mit dem Ziel, eine eigene Käseschneide- und -Verpackungsanlage in Tirol zu errichten. Bislang mussten die Tiroler Kleinsennereien ihren Käse zum Großteil ins Ausland schaffen, um das Produkt verpacken zu lassen. Auch die Konsumenten verlangen immer mehr nach kleinen und teils sehr unterschiedlichen Produkten meinte Hannes Esterhammer von der Zillertaler Heumilchsennerei und der Konsument kaufe vermehrt Scheiben oder 200 Gramm Packungen, was eine Herausforderung für die Käseverpackung darstelle.
Groß war daher die Freude bei den VertreterInnen der zehn „Tirolpack“-Kleinsennereien sowie bei LHStv Josef Geisler, der sich intensiv für das Projekt eingesetzt hat, beim Spatenstich für Tirols erste Käseschneide- und Verpackungsanlage am 22. März 2017 am ehemaligen Kolbitsch-Areal in Schlitters. Nach vierjähriger Vorbereitungs- und knapp einjähriger Bauzeit wird die Gemeinschaftsanlage 2018 den Betrieb aufnehmen. Pro Tag können 20.000 kg Käse geschnitten, verpackt und etikettiert werden.
„Diese Anlage wird nicht nur alle Stücke spielen. Sie wird uns in puncto Regionalität im Regal und auf dem Teller einen Satz nach vorne bringen. Wir müssen produzieren, was der Markt braucht. Mit der neuen Anlage können wir das“, sieht LHStv Josef Geisler im neuen Werk einen Mehrwert entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Bauernhof bis zum Konsumenten.
Erhebungen der Agrarmarketing Tirol zufolge beträgt der Anteil an heimischem Käse in den Großküchen derzeit rund 30 Prozent. Bei sonstigen Milchprodukten stammen 80 bis 100 Prozent aus der Region. Das liegt nicht an mangelnder Verfügbarkeit hervorragender Käsespezialitäten, sondern an den speziellen Anforderungen der Großverbraucher.

Maßgeschneiderte Käsespezialitäten
17 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen für die gemeinsame Käseschneide- und Verpackungsanlage von zehn Tiroler Kleinsennereien, die sich zur „Tirolpack GmbH“ zusammengeschlossen haben und das Werk mit fünf Produktionslinien gemeinsam errichten. Die Dienstleistung des Schneidens und Verpackens machen wir gemeinsam. In der Produktion und Vermarktung bleiben die Sennereien eigenständig, erklärt Hansjörg Hirschhuber von der Bergkäserei Zillertal. Künftig können die zehn Sennereien vom Käsezwickel, über Käsestücke, Käsescheiben, Käsewürfel oder geriebenem Käse dem Lebensmitteleinzelhandel oder der Gastronomie alles maßgeschneidert anbieten.
Bereits im Herbst dieses Jahres wird das 95 Meter lange und 49 Meter breite Gebäude am Kolbitsch-Areal bezugsfertig sein. „Im Winter werden wir die Maschinen einbringen. Im Frühjahr 2018 wollen wir den Betrieb aufnehmen. Wir alle freuen uns auf einen Top-Betrieb am neuesten Stand der Technik“, erläutert Hannes Esterhammer von der Zillertaler Heumilch Sennerei den Zeitplan.

25 Arbeitsplätze auf brachliegendem Areal
Ein echter Glücksgriff ist der Bauplatz. „Grund und Boden ist die Grundlage für das Ausgangsprodukt unserer Käsespezialitäten. Hier in Schlitters haben wir am ehemaligen Kolbitsch-Areal einen idealen Betriebsstandort gefunden. Die Anlage kommt ohne neue Versiegelung von wertvollem Grünland aus“, berichtet Christian Kröll von der ErlebnisSennerei Zillertal. 4.300 m2 des ein Hektar großen Grundstücks werden verbaut.
Freude über die Betriebsansiedelung herrscht naturgemäß bei Bgm Friedl Abendstein. „Man bekommt als Gemeinde nicht alle Tage einen Betrieb mit 25 neuen Arbeitsplätzen. Schlitters und die ganze Region werden von der neuen Käseschneide- und Verpackungsanlage profitieren.“
An der Tirol Pack GmbH sind folgende Gesellschafter beteiligt:
- Zillertaler Heumilch-Sennerei eGen, 6263 Fügen
- Bergkäserei Zillertal Hirschhuber Alois, 6262 Schlitters
- Erlebnissennerei Zillertal – Brigitte Kröll e.U., 6290 Mayrhofen
- Käserei Plangger GesmbH, 6344 Walchsee
- Biokäserei Walchsee und Umgebung eGen, 6344 Walchsee
- Pinzgau Milch Produktions GmbH, 5751 Maishofen
- Alpbachtaler Heumilch-Käserei in Reith eGen, 6235 Reith im Alpbachtal
- Otto Biedermann Bergkäseerzeugung, Käse- und Milchproduktehandel GmbH & Co KG, 6673 Grän
- Sennereigenossenschaft Hatzenstädt regGenmbH, 6342 Niederndorferberg
- Sebastian Danzl e.U., 6385 Schwendt
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