Corona-Krise
Glaubenskirche voll im Online-Modus

Pfarrerin Anna Kampl und Pfarrsekretärin Anja Kislinger-Lehmann (r) bei Videoaufnahmen für die Hausgemeinschaften der Diakonie in der Erdbergstraße.
4Bilder
  • Pfarrerin Anna Kampl und Pfarrsekretärin Anja Kislinger-Lehmann (r) bei Videoaufnahmen für die Hausgemeinschaften der Diakonie in der Erdbergstraße.
  • hochgeladen von Christian Buchar

Praktisch zugleich mit den Maßnahmen der Bundesregierung im Kampf gegen das Corona-Virus ist die Simmeringer Glaubenskirche mit einem bunten Mix an Angeboten voll in den Online-Modus übergegangen – aber nicht nur…

„Alles klar, Milch, Nudeln, Wurst, Käse, Paradeiser und natürlich die Medikamente aus der Apotheke!“ Eine neue Bestellung eines älteren Mitglieds der evangelischen Pfarrgemeinde Simmering ist eben telefonisch bei Pfarrerin Anna Kampl eingetroffen. Kampl selbst und jüngere Gemeindemitglieder - darunter junge Flüchtlinge, die in der Glaubenskirche eine Heimat gefunden haben - sorgen im Rahmen des Einkaufsservice der Pfarrgemeinde für die Versorgung jener, die von den Behörden zu den so genannten Risikogruppen gezählt werden.

„Hoffnung und Kraft geben“

Zusätzlich zu diesem Service ist die Glaubenskirche massiv in den Online-Modus übergegangen. Täglich postet Pfarrerin Anna Kampl die Losungen, also kurze Bibelstellen, auf Facebook – versehen mit ein paar Gedanken dazu und einem mit Bedacht ausgesuchten Bild. Auch zum Tagesende teilt die Pfarrerin oft ihre Gedanken. „Hoffnung und Kraft geben, die starke Verbundenheit unserer Gemeinde auch in dieser Zeit der Krise, in der persönliche Kontakte nicht möglich sind, leben“, lautet dabei ihre Devise.

YouTube vom Basteln bis zum Gebet und Puppenspiel

Dazu dient auch ein neu eingerichteter Glaubenskirchen-Kanal auf YouTube, der bereits mit einem ziemlich bunten Mix aufwarten kann: Der Puppen- und Schauspieler Sven Stäcker lässt da etwa den plüschigen „Pfarrer Martin“ auftreten und erfreut Junge und Junggebliebene wortgewaltig und mit humorvollen Zeichnungen mit seiner Geschichte von der Schnecke und dem Schirm. Das 14 Jahre alte Gemeindemitglied Johanna Lerchbaumer lädt die Kleinsten zum „Basteln mit Jojo“ ein. Pfarrerin Anna Kampl präsentiert Initiativen wie „#kreativenächstenliebe“ oder lädt via Video zum „Gebet in schweren Zeiten“.

Telefonerzählungen als Internet-Ersatz

Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Hausgemeinschaften der Diakonie in der Erdbergstraße wurde das Lied „Einfach spitze, dass Du da bist“ von Kampl und Pfarrsekretärin Anja Kislinger-Lehmann als Videobotschaft aufgenommen – ein Lied, das sonst gerne bei den Besuchen in den Hausgemeinschaften, die jetzt ja nicht möglich sind, gemeinsam gesungen wird. „Die Rückmeldungen, die wir zu dem Video bekommen haben, waren geradezu überschwänglich. Das hat mich extrem berührt“, so Pfarrerin Kampl. „Wir bleiben verbunden, auch wenn wir einander nicht persönlich sehen können.“

Das gilt übrigens auch für jene älteren Gemeindemitglieder, die mit Internet, Facebook & Co nur am Rande oder gar nicht vertraut sind. „Dafür haben wir andere Seniorinnen und Senioren, die in Sachen Social Media sensationell fit sind. Und die rufen dann jene an, die im Internet nicht so fit sind, und erzählen ihnen einfach, was wir so machen und was sich bei uns tut. Das Telefon gibt es ja schließlich auch noch“, lacht Kampl.

Österreichweit über 50 evangelische Online-Initiativen 

Österreichweit haben mittlerweile über 50 evangelische Pfarrgemeinden, Diözesen und Initiativen auf das Aussetzen aller kirchlichen Veranstaltungen wegen der Coronakrise reagiert und bieten seitdem online Gottesdienste, Andachten, Gebetsimpulse und vieles mehr an. So hat etwa der niederösterreichische Superintendent Lars Müller-Marienburg ein gesamtösterreichisches Projekt initiiert, das täglich Mittagsgebete auf YouTube streamt. „Die Leute schätzen, dass es die Mittagsgebete jeden Tag gibt und sie ein paar Minuten Gebet und Impulse bekommen“, so Müller-Marienburg. Die Seher kommen dabei nicht nur aus Österreich, sondern oft auch aus Deutschland und bis hin in die USA. Müller-Marienburg: „Dafür, dass wir so gut wie keine Technik anschaffen konnten und es keine echte Vorlaufzeit gab, sind die Ergebnisse hervorragend.“

Autor:

Christian Buchar aus Simmering

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Wirtschaft

Corona-Krise gemeinsam meistern
Hilfe vor Ort mit dem österreichweiten Netzwerk #schautaufeinander

In Ausnahmesituationen wie diesen stehen die Menschen zusammen und helfen sich gegenseitig. Die Regionalmedien unterstützen dies in allen Bundesländern und Bezirken Österreichs mit dem Netzwerk #schautaufeinander. Hier könnt Ihr Dienste suchen oder anbieten, die uns gemeinsam durch diese Krisenzeiten helfen. Du suchst jemanden, der/die notwendige Lebensmittel nach Hause liefert? Du willst dich in deiner Nachbarschaft nützlich machen, oder gibst online Nachhilfe? Dann poste doch deinen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen