02.06.2017, 00:00 Uhr

Simmeringer Träume in Weiß und Spitze

Ingrid Beran mit einem Traum aus Tüll mit aufwändigen Stickereien. Im Hintergrund das Brautkleid einer Braut, die in Schwarz heiraten wollte.

Ingrid Beran macht in ihrem Simmeringer Salon Bräute glücklich. Mit ihren Kreationen hat die Designerin bereits viele Preise gewonnen.

Begonnen hat alles in der Modeschule Michelbeuern. "Nach vier Jahren Modeschule habe ich die Meisterklasse besucht. Damals gab es in Wien noch drei Brautmodenhersteller, die gibt es heute alle nicht mehr. Eines Tages kam jemand von einem der Unternehmen und suchte jemanden, der die Brautkleider auch vorführt. Da hab ich mich gleich wieder umgedreht, ich dachte nicht, dass ich geeignet als Model bin", erzählt Ingrid Beran.

Doch fehlgedacht. Sie wurde auserwählt und war fortan das Hausmodel und fuhr auch auf Messen. Auch in der Werkstatt war sie tätig. "Nach vier Jahren habe ich mich dann selbstständig gemacht. Und seit dem Jahr 2000 bin ich mit meinem Salon BrautCouture hier in Simmering.".

Arbeiten rund um die Uhr

Die Wahl ist aus praktischen Gründen auf Simmering gefallen. "Ich wohne beim Friedhof St. Marx und habe etwas gesucht, wo ich nicht all zu lange nachhause brauche, wenn ich noch in der Nacht nähe", so Beran. Dass sie auch in der Nacht arbeitet kommt öfters vor: einen 40-Stunden-Job hat die 54-Jährige nicht. An einem Kleid arbeitet sie je nach Aufwand 40 bis 100 Stunden.

"Ich rate allen Damen, sich mindestens fünf Monate vor der Hochzeit zu melden. Zuerst mache in den Entwurf, wobei die Bräute bereits mit Vorschlägen kommen. Oft wollen sie von einem Kleid das Oberteil und von einem anderen den Rock. Derzeit geht der Trend in Richtung Tüllröcken mit Corsagen. Aber auch eher schlichte, hochgeschlossene Kleider sind sehr aktuell. So wie eines der beiden Hochzeitskleider der Ex-Miss-Austria Carmen Stromboli, die ich exklusiv ausstatte.".

Bräute in Weiß und Schwarz

Nicht nur klassische Brautkleider fertigt Beran an. "Ich hatte schon jede Menge Themenhochzeiten mit Themen wie Mittelalter, Jeans, Halloween, eine schwarze Braut in Kunstleder. Auch Brautkleider in Lack habe ich schon gemacht, es ist alle möglich", so die Designerin. Geholfen hat ihr bisher ihre Tochter, als Weddingplanerin. "Aber die heiratet und geht nach Vorarlberg. Trotzdem biete ich weiterhin Weddingplaning an."

Das Hochzeitskleid der Tochter kommt natürlich von der Mama. "Es sind zwei, eines für die standesamtliche Hochzeit, eines für die Kirche.". Für sich selbst näht Beran kaum etwas: "Einfach keine Zeit.". Trotzdem findet sie noch Zeit, abends an der Wiener Volksoper zu arbeiten. "Ich bin in der Künstlergarderobe und helfe beim Anziehen, oder wenn einmal etwas mit dem Kostüm passiert.".

Neben den Brautkleidern bietet Beran auch Ballkleider und Abendroben an, in Maßarbeit oder Couture. "Couture ist aufwändiger", verrät sie. Mit ihren Kreationen hat sie bereits jede Menge Preise gewonnen. "Es macht mir Spaß, mich an Wettbewerben und Modeschauen zu beteiligen", so Beran.

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