Heimatporträt Stall
"Stall beweist, dass Lebensqualität nicht von der Größe abhängt"
- Josef Zenz ist Obmann und Chorleiter.
- Foto: Privat
- hochgeladen von Philip Karlbauer
Josef Zenz ist tief in Stall verwurzelt und setzt sich vor allem für das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde ein.
STALL. Die kleine Mölltaler Gemeinde Stall beweist, dass Lebensqualität nicht von der Größe eines Ortes abhängt. "Trotz der überschaubaren Größe sichert eine Infrastruktur mit Ärztin, Kindergarten, Volksschule mit einem Veranstaltungssaal, einem Postshop, einer Bankfiliale, zwei kleinen Lebensmittelmärkten und einer Bäckerei die tägliche Nahversorgung der Bürger", erzählt Josef Zenz, der tief in Stall verwurzelt ist und sich vor allem für das gesellschaftliche Miteinander einsetzt.
Vieles vor Ort
Zwei Gasthäuser sorgen in Stall dafür, dass diverse Feiern und Festlichkeiten direkt im Ort abgehalten werden können. Außerdem wurde der Festgarten neugestaltet und bietet somit den Vereinen einen weiteren Ort für Veranstaltungen. Das in die Jahre gekommene Schwimmbad wurde ebenfalls generalsaniert. Während die traditionellen Bergbauernbetriebe die mühevolle, aber auch sehr wertvolle Pflege der Kulturlandschaft übernehmen, bietet ein großer Holzverarbeitungsbetrieb wichtige Arbeitsplätze direkt vor Ort.
Obmann seit 45 Jahren
Zenz: "Ich persönlich bin bereits seit mehr als 45 Jahren Obmann und Tanzleiter der Volkstanzgruppe (VTG) Stall." Sie wurde im Jahre 1978 gegründet und ist stets bestrebt, überlieferte Volkstanzkultur aufrechtzuerhalten und weiterzugeben. Neben dem Tanzen hat die VTG Stall im Laufe der Jahre viele Veranstaltungen organisiert. So wird jedes Jahr im August eine Gipfelmesse auf der Martischnigspitze (2364 m) abgehalten. Zudem wurden im Laufe der Jahre Volksmusikabende, Kathreintänze, Muttertagsfeiern, Tanzkurse und bunte Abende veranstaltet. "Leider fehlen uns junge Tänzerinnen und Tänzer, die das Volkstanzen weiterführen könnten. Neumitglieder sind jederzeit herzlich willkommen. Im Herbst ist ein Tanzkurs für Walzer, Polka und einfache Volkstänze geplant", erzählt Zenz.
Das Vereinswesen
Trotzdem wird das gesellschaftliche Leben maßgeblich von einem ausgeprägten Vereinswesen getragen, das alle Generationen miteinander verbindet. "Zwar gibt es in der Gemeinde Stall bedauerlicherweise keinen Fußballverein mehr, aber Eltern und Großeltern trainieren die Kinder, damit sie bei Nachbarvereinen mitspielen können. Ohne den unermüdlichen Einsatz der ehrenamtlichen Funktionäre könnten die zahlreichen Vereine der Gemeinde nicht bestehen", schildert der 68-jährige pensionierte Lehrer, der seit 35 Jahren verheiratet ist und seine Freizeit gerne mit Reisen, Rad fahren, Schwimmen, Lesen, Kochen und Musizieren verbringt.
Die Singgemeinschaft
Ein weiterer Verein, deren Obmann und Chorleiter Zenz ist, ist die Singgemeinschaft Stall. Sie hat sich aus sangesfreudigen Mitgliedern der Volkstanzgruppe gebildet und mit der Zeit sind immer wieder Sängerinnen und Sänger dazugekommen. Zenz: "Das Repertoire der Singgemeinschaft Stall ist sehr vielfältig. So werden nicht nur Kärntnerlieder, sondern auch internationale Volklieder, Gospels, Spirituals, sowie Lieder aus den verschiedensten Epochen gesungen. Der Chor gestaltet auch immer wieder Gottesdienste auf rhythmische oder traditionelle Art." Einmal im Jahr organisiert man ein Konzert, das unter einem speziellen Motto steht. So wurden in den letzten Jahren Adventsingen, Passionssingen, Mariensingen und Herbstnachmittage veranstaltet.
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