Polit-Zoff um Thayatalbahn

WAIDHOFEN/ST. PÖLTEN (pez). Die Debatte um die Thayatalbahn sorgt mittlerweile auch auf Landes- und Bundesebene für handfesten Polit-Zoff. Die Ankündigung einen Radweg zu errichten, statt den Betrieb auf der Thayatalbahn wiederaufzunehmen, sorgt für heftige Kritik von SPÖ, Grünen und FPÖ.
Für den SPÖ-Landtagsabgeordneten Herbert Thumper ist klar: „Es ist offensichtlich, dass die NÖ Volkspartei die Regional- und Nebenbahnen fallen gelassen hat.“ Thumper vermutet, dass die dadurch frei werdenden Mittel „in das NÖ Landesbudget verschoben werden können, um hier die durch die hochriskanten Spekulationsgeschäfte im Zuge der Veranlagungen der NÖ Wohnbaugelder entstandenen budgetären Löcher zu stopfen“, ätzt der SPÖ-Abgeordnete. Einen ähnlichen Verdacht hegen auch die Grünen: „Von der ÖVP wird mit dem nunmehrigen Aus für die Thayatalbahn erneut ein Versprechen an die BürgerInnen gebrochen“, teilte die Verkehrssprecherin Amrita Enzinger mit und nennt Verkehrslandesrat Johann Heuras „Zusperrhansl“. „Ähnlich scharf schießt die FPÖ-Abgeordnete Susanne Winter: „Nun geht die ÖVP her und raubt den Bewohnern quasi über Nacht trotz aller Versprechungen ein Stück ihrer regionalen Identität.“

Heuras: Spätere Revitalisierung der Thayatalbahn möglich
Verkehrslandesrat Johann Heuras lässt das nicht auf sich sitzen: „Auf der Thayatalbahn wird gerade noch auf einem rund zehn Kilometer langen Stück zwischen Schwarzenau und Waidhofen gefahren. Das ist kein umfassendes Mobilitätsangebot, wie wir es uns vorstellen.“
Daher werde auf ein vernünftiges Angebot durch Busse umgestellt sowie dem Wunsch der Region nachgekommen und ein grenzübergreifender Radrundweg geschaffen. Eine spätere Revitalisierung dieser Bahn sei weiter möglich, betont Heuras, allerdings aufgrund der hohen Kosten von rund 28 Millionen Euro den NÖ Steuerzahlern „einfach nicht zuzumuten“. Auch beim Thema Grenzlückenschluss agiere die SPÖ-NÖ und „Pro Bahn“ verantwortungslos, so Heuras. Denn es sei das Land NÖ gewesen, das sich jahrzehntelang um diesen Lückenschluss bemüht habe. „Schließlich haben der Bund und der damals zuständige SP-Verkehrsminister im Jahr 2007 die bereits weit gediehenen Verhandlungen abgebrochen“, erklärt der Verkehrslandesrat.

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