Landeskriminalamt NÖ
Tatortgruppe: Dem Täter auf der Spur

Der Tatortbus ist quasi ein kleines Labor auf vier Rädern:  Darin befindet sich alles, was vor Ort benötigt wird. Tatortermittler Günter Grüner überprüft das Equipment. Alle Spuren werden gesichert und anschließend im Landeskriminalamt untersucht.
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  • Der Tatortbus ist quasi ein kleines Labor auf vier Rädern: Darin befindet sich alles, was vor Ort benötigt wird. Tatortermittler Günter Grüner überprüft das Equipment. Alle Spuren werden gesichert und anschließend im Landeskriminalamt untersucht.
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Doch die Tatortermittler des Landeskriminalamtes NÖ leisten noch weit mehr.

ST. PÖLTEN (pw). So vielfältig Verbrechen sind, so vielseitig sind die Aufgabengebiete der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes NÖ. Bei Mord, bedenklichen Todesfällen, Sexualdelikten, Raubüberfällen, Einbrüchen, Terror, aber auch bei Flugzeugabstürzen und Identifizierung von Leichen sind sie im Einsatz. Günter Grüner ist seit fünfzehn Jahren Ermittler der Tatortgruppe in St. Pölten. Wenn wo ein Verbrechen geschieht, dann sind er und seine Kollegen als Erste vor Ort, um die Spuren zu sichern. Anschließend werden diese im Labor ausgewertet. Hier wird österreichweit mit den gleichen Standards gearbeitet. Pro Jahr werden Tausende Spuren untersucht. Mittels Licht, Bedampfung, Goldstaub und vielem mehr. Zu den spektakulärsten Aufgabenbereichen zählen sicher sogenannte DVI-Einsätze (Desaster-Victim-Identification), also Opferidentifizierung nach einer Katastrophe. Beispielsweise nach dem Tsunami in Thailand oder einem Flugzeugabsturz in der Schweiz mit 15 Toten. Wenn Österreicher als Opfer betroffen sind, dann sind die Ermittler vor Ort.

Katastropheneinsatz

Doch welches Ereignis ist Günter Grüner bis heute in Erinnerung geblieben? "Ganz klar das Unglück in Kaprun mit 155 Toten. Ich war damals gerade im Wald unterwegs, als das Handy klingelte. Wir wurden per Hubschrauber zur Mittelstation gebracht, um dort in den Tunnel einzusteigen. Die Aufgabe des Landeskriminalamtes NÖ war es, die Leichen an Ort und Stelle zu dokumentieren und in Leichensäcke einzupacken. Da ging man auch körperlich an seine Grenzen, denn einmal Tunnel bedeutete 5000 Stufen. Die Identifizierung der Toten erfolgte über DNA-Analyse. Der Fall war ein Paradebeispiel dafür, wie Arbeit zusammenschweißt", so der Tatortermittler. Doch wie verarbeitet man solche Erlebnisse? "Man setzt sich mit Kollegen zusammen. Mein Rückzugsort ist die Familie. Würde ich wieder vor einer Berufswahl stehen, ich würde mich nochmal so entscheiden. Die Abwechslung macht es aus. Obwohl mich Unfallchirurg auch reizen würde. Aber beim Tatort ist das Klima gut. Da werde ich in Pension gehen."

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