„Ich erlaube mir den Luxus, im Dialekt zu singen!“
- Denk Düringer
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Birgit Denk - die Schwechaterin und Frontfrau von DENK im BEZIRKSBLÄTTER-Porträt. Bald ist sie auch in einer ORF-Serie zu sehen.
Das Gesicht unter der violetten Wollmütze lächelt – ein gutes Zeichen. Anscheinend ist Birgit Denk eine Frohnatur. Sie stemmt sich gegen die gläserne Eingangstüre des Restaurants Brauhaus in Schwechat und betritt das gut besuchte Lokal. Fast alle Tische sind besetzt, es ist Mittagszeit. Zielstrebig steuert Birgit Denk auf den richtigen Tisch zu: „Servus, i bin die Birgit!“ So ein schnelles „Du“ gleich zu Beginn eines Gesprächs macht es wesentlich leichter die richtigen Fragen zu stellen.
Von Kindesbeinen an
Auf jene Frage, ob wir uns nicht an einen Rauchertisch setzen sollen, lacht sie. Zigaretten hat sie nie viele geraucht und der letzte tägliche Rest ist einer Verkühlung zum Opfer gefallen. Sehr gut. Jetzt ist sie froh darüber. Für eine Sängerin ist Rauchen eh nicht unbedingt das Beste. Sie bestellt sich einen Pfefferminztee, nachdem das erste Stichwort gefallen ist: Sängerin.
Schon als Kind hat Birgit Denk leidenschaftlich gerne gesungen – wie viele andere Kinder auch, doch die meisten hören damit wieder auf. Birgit nicht. Die gelernte Sozialpädagogin hatte schon sehr früh den Wunsch, sich als Künstlerin ihren Lebensunterhalt zu verdienen. So richtig geht das aber erst seit vier Jahren. Sie hatte das Glück, die richtigen Leute kennenzulernen. Glück, das in dieser Branche überlebenswichtig ist, oft mehr noch als Können. Birgit Denk hat beides und viel Charisma noch dazu – ein Glücksfall.
TV Serie mit Roland Düringer
Die gebürtige Hainburgerin Birgit Denk ist Sängerin mit Leib und Seele. Sie moderiert, schreibt Texte und hat im Dezember 2009 die 11-teilige TV-Serie „Der wilde Gärtner“ an der Seite von Roland Düringer abgedreht, die voraussichtlich ab März im ORF zu sehen sein wird. Das Schauspielern war eine große Herausforderung für sie, doch Roland Düringer wollte genau sie in der Rolle seiner Schwester sehen. Unverbraucht und natürlich, das war der Eindruck, den Düringer von ihr hatte. Unverbraucht und natürlich ging sie auch an die Rolle heran. Oft hätte sie nach langen Drehtagen manche Szene gerne wiederholt. Gelernt hat sie jedenfalls eine Menge dabei.
Seit den 90ern geht‘s aufwärts
Schon in den 1990er Jahren hat sich Birgit an der Seite des legendären Dr. Kurt Ostbahn einen Namen als Sängerin gemacht. Auf der LP „50 verschenkte Jahre“ bekam sie die Möglichkeit, zwei Duette mit dem bekannten Austro-Rocker zu singen und wurde prompt auf die „1999er“ sowie die große Abschiedstour mitgenommen. Besonders die letzte Konzertreihe blieb ihr dabei in Erinnerung. Die Reaktionen der Fans, die ja alle wussten, dass es die letzte Tour sein wird, bleiben unvergesslich.
Von Hertz zu DENK
In dieser Zeit gründete Birgit Denk die Metal-Band ,,Hertz“, bevor ihr noch immer aktuelles Projekt „DENK“ im Jahr 1999 ins Leben gerufen wurde. Ihre erste Maxi-CD hatte den gleichen Namen wie die Band und beinhaltete fünf Lieder. Sie spielten in Locations wie dem Wiener Reigen oder dem Chelsea. Ihr erster größerer Erfolg folgte mit ihrem ersten Album ‚,Ausgsteckt“, einer Live-CD eines Unplugged-Konzerts. Von da an vergrößerte sich ihr Stammpublikum stetig und heute ist der Name ‚,DENK“ vielen Leuten ein Begriff. 2004 veröffentlichte DENK das zweite Album ‚,Hoits eich an!“ – eine Studioversion mit E-Gitarren die sie selber als „wild & gefährlich“ bezeichnet.
Berühmt ja, aber . . .
Weltberühmt? Nein, das möchte Birgit nicht werden. Sie möchte in Österreich Erfolg mit ihrer Musik haben, weshalb sie es sich erlaubt im Dialekt zu singen. Außerhalb Österreichs hat man damit so gut wie keine Chance. Aber auch hierzulande ist es zu Beginn nicht einfach, sich als Musiker über Wasser halten zu können. Sie ist glücklich, mit Musikern wie Alex Horstmann, Thomas T.T. Tinhof u.a. zusammenarbeiten zu können, die musikalisch auf der gleichen Wellenlänge surfen. Es läuft einfach.
Politische Wurzeln
Auch politisch ist Birgit Denk aktiv. Schon vor vielen Jahren hat sie für die Grünen Schwechat bei den Wahlen beigesessen. Bei den vergangenen Gemeinderatswahlen stand sie auf der grünen Liste „ganz weit hinten“, wie sie betont.
Birgit Denk kommt aus einer sehr politischen Familie. Ihre Großeltern waren schwarz, ihr Vater rot und ihre Mutter hatte sich relativ schnell mit den Grünen angefreundet. So kam es beim gemeinsamen Mittagessen oft zu interessanten politischen Diskussionen. So etwas prägt natürlich.
Was bringt die Zukunft?
Im Zuge der Promotion für die ORF-Serie „Der wilde Gärtner“ wird DENK ihr neues Album präsentieren und am 17.04. 2010 spielt die Band in der Schwechater Felmayerscheune ihr Jubiläumskonzert „Zehn Jahre Denk“ mit vielen Geschichten und Gästen, die die Musiker in den letzten Jahren begleitet haben.
Wie schon 2009 wird sie auch beim nächsten Schwechater Stadtfest die zweite Bühne moderieren. Eins ist fix: live ist ,,DENK“ jedenfalls immer ein Erlebnis und die nächsten zehn Jahre werden das sicher nicht ändern. Birgit Denk weiß, was sie will und wie sie es erreicht.
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